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KAPITELWAHL

DER FLUCH DER 2 SCHWESTERN (USA 2009)

von Hasko Baumann

Original Titel. THE UNINVITED
Laufzeit in Minuten. 84

Regie. THE GUARD BROTHERS
Drehbuch. CRAIG ROSENBERG
Musik. CHRISTOPHER YOUNG
Kamera. DANIEL LANDIN
Schnitt. CHRISTIAN WAGNER . JIM PAGE . DAVID ROSENBLOOM
Darsteller. EMILY BROWNING . ELIZABETH BANKS . ARIELLE KEBBEL . DAVID STRATHAIRN u.a.

Review Datum. 2009-10-26
Erscheinungsdatum. 2009-10-23
Vertrieb. PARAMOUNT

Bildformat. 1.78:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1) . TÜRKISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH . TÜRKISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Der Raubbau der US-Filmindustrie am asiatischen Horrorkino nimmt mittlerweile übelste Heuschreckendimensionen an. In einem Stadium fassungsloser Einfallslosigkeit wird amerikanisiert, was das Zeug hält. Das geht mal gut (THE GRUDGE), mal geht so (THE RING) und meistens voll in die Hose (PULSE, THE EYE, die GRUDGE- und RING-Fortsetzungen). Voll in die Hose gegangen ist auch DER FLUCH DER 2 SCHWESTERN, für den man sich am von Fans besonders heiß geliebten koreanischen Erfolgsfilm A TALE OF 2 SISTERS vergriff und diesen so schlimm durch den Wolf drehte, daß selbst das Studio ihr Remake vorsichtshalber in THE UNINVITED umbenannte (was zu Verwirrung führen könnte, denn auch dies ist der Titel eines koreanischen Gruslers). In Deutschland bleibt man selbstbewußt beim Querverweis auf das Original, auch wenn man hier vergeblich nach einem "Fluch" suchen wird.

Eine der zwei titelgebenden Schwestern, Anna (verhuscht und treudoof: Emily Browning), verläßt zu Beginn des Films die psychiatrische Anstalt, in der sie in den vergangenen Monaten den (vermeintlichen) Feuerunfalltod ihrer kranken Mutter zu überwinden suchte. In Papas traumschönen Haus am See ist allerdings nichts mehr so, wie es war: Vati (willkommen, aber unterfordert: David Strathairn) hat sich in die junge Haushälterin (im falschen Film: Elizabeth Banks) verguckt, was auch die ältere Schwester Alex (Arielle Kebbel) verunglimpft. Anna sieht sich fortan Schreckensvisionen ausgesetzt, in denen die verkohlte Mama und fremde Gruselkinder ihr irgendetwas mitteilen wollen - insbesondere, daß die sexy Zugehfrau nicht so ganz sauber ist, wie sie tut. So einfach kann das alles nicht sein, denkt sich der erfahrene Zuschauer, und recht hat er: Die aus dem Original bekannte Auflösung hat auch hier Wumms, wenn auch eben nur für den, der es nicht kennt.

Bis auf diese Volte im Plot hat dieses Quasi-Remake jedoch nichts, aber auch sowas von gar nichts zu bieten. Der koreanische Ideengeber wurde jeder Komplexität beraubt und auf ein sonnendurchflutetes Krimiklein runtergekocht. Dialogszenen auf Telenovela-Niveau (ständig wird in der Küche beim Reden irgendwas zu Essen gemacht) und ein - selbst vor dem Hintergrund der schlußendlichen Erklärung - durchgängig absurdes Verhalten sämtlicher Figuren gesellen sich zu herbstlich-gemütlichen Aufnahmen schöner kanadischer Locations. Man fühlt sich wie beim ZDF am Sonntag abend, wo Eva Habermann Rosamunde Pilchers Zeilen runterleiert. Was noch an Stimmung übrig ist, wird vom durchaus talentierten Komponisten Christopher Young auf der Tonspur niedergefiedelt, wenn er durch das eigene Werk (HELLRAISER) und das anderer Musiker pflügt (James Horners ALIENS läßt mal wieder grüßen). In einer gerechten Welt würden die verantwortlichen Regisseure, die hier als "The Guard Brothers" ihren Hollywood-Einstand versägen, uns nie mehr belästigen, doch das halbwegs akzeptable Einspielergebnis an den US-Kassen dürfte ihnen weitere Missetaten erlauben. So kommt er letztlich doch noch ums Eck, der titelgebende "Fluch".

DVD.
Die DVD klingt gut und sieht gut aus, wie es von einem Major-Anbieter zu erwarten ist, reißt aber auch nicht eben vom Hocker. Die deutsche Synchronfassung ist durchaus erträglich geraten. Im Bonusmaterial gibt's das handelsübliche Making Of, in dem sich die dödeligen "Guard Brothers" nicht entblöden, ihrem Remake größere Transparenz zu unterstellen als dem Original - was andererseits auch wieder richtig ist, denn in diesem Fall geht "Transparenz" als euphemistische Umschreibung von "Verdoofung" durch. Die entfallenen Szenen sind unspektakulär, hätten aber dank verschlüsselter Hinweise auf die Auflösung für ein Quentchen mehr Irritation (und damit Spannung) gesorgt. Die alternativen Enden sind noch blöder als das im Film zu sehende. Vor den Film sind Ausschnitte kommender Knaller geschaltet.








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