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KAPITELWAHL

BOOK OF BLOOD (Großbritannien 2008)

von Marc Zeller

Original Titel. BOOK OF BLOOD
Laufzeit in Minuten. 91

Regie. JOHN HARRISON
Drehbuch. DARIN SILVERMAN . JOHN HARRISON
Musik. GUY FARLEY
Kamera. PHILIP ROBERTSON
Schnitt. HARRY B. MILLER III
Darsteller. JONAS ARMSTRONG . SOPHIE WARD . CLIVE RUSSELL . PAUL BLAIR u.a.

Review Datum. 2009-09-22
Erscheinungsdatum. 2009-10-16
Vertrieb. SUNFILM/TIBERIUS

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DTS/DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
BOOK OF BLOOD basiert, wie auch der kürzlich erschienene THE MIDNIGHT MEAT TRAIN, auf einer Kurzgeschichte aus der Feder von Horror-Mastermind Clive Barker. Genauer: Zwei Geschichten dienten als Vorlage für BOOK OF BLOOD, nämlich die gleichnamige Auftaktstory zum ersten Buch des Blutes und „On Jerusalem Street“ aus dem sechsten und letzten Band der Reihe.

Die Toten haben Straßen und Kreuzungen, so erfahren wir von der Erzählerstimme aus dem Off. Wir können sie nicht sehen, aber sie sind da, überall wo wir gehen und stehen. An manchen Kreuzungen sind die verstorbenen Seelen in so großer Anzahl auf engem Raum versammelt, dass die Grenzen zu unserer Welt Risse bekommen und das Jammern und Klagen der Toten hörbar wird. Breitere Spalten bilden sich an Orten, an denen grausame Verbrechen geschehen, furchtbare Ereignisse, die die parallelen Welten aus den Fugen geraten lassen. Das Haus am Tollington Place ist ein solcher Ort, und hier spielt die Geschichte.

Mary Florescu (Sophie Ward) forscht, doziert und schreibt Bücher über paranormale Phänomene. Ein neuer Student in ihrem Kurs (Jonas Armstrong) erregt ihre Aufmerksamkeit – nicht nur, weil sie ihn für ein Medium hält. Die Frau mittleren Alters fühlt sich auch körperlich zu dem gutaussehenden jungen Mann namens Simon hingezogen. Als Florescu von dem alten Haus am Tollington Place erfährt, in dem unheimliche Dinge vor sich gehen sollen, wittert die Autorin die Chance auf ein neues Buch. Sie nimmt Simon und einen Assistenten mit ins Haus, um den Beweis für die paranormalen Aktivitäten anzutreten. Und bald scheint es, als hätte sie Erfolg: Die Toten beginnen, Botschaften an die Wände eines speziellen Zimmers zu schreiben ...

Horrorfans verehren Clive Barker als einen Visionär, der andere Autoren an Kreativität, Subversion und künstlerischer Konsequenz weit übertrifft. Auch als Regisseur ist der Mann nicht zu verachten: Sein HELLRAISER nach eigener Romanvorlage ist bis heute, mehr als 20 Jahre nach der Veröffentlichung, ein intensiver Angstmacher geblieben. Selbst wenn er nicht höchstpersönlich auf dem Regiestuhl Platz nimmt, hat Barker bei Verfilmungen seiner Stoffe immer ein Wörtchen mitzureden – so auch in BOOK OF BLOOD. Doch anders als der derbe THE MIDNIGHT MEAT TRAIN ist dieser neueste Streich eine kleine Enttäuschung. Zwar gelingt es Regisseur Harrison durchaus, durch effektive Settingwahl und präzise platzierte Schock- und Gruselmomente, die notwendige Grundstimmung zu erzeugen – das Drehbuch versagt aber in puncto Spannungsbogen, wodurch gelegentliches Gähnen kaum zu unterdrücken ist. Zudem sind die Änderungen und Erweiterungen an der Originalgeschichte, auch wenn sie in dieser Form von Barker abgesegnet sind, nicht unbedingt zum Vorteil des Films geraten. Nur ein Beispiel: Die Entscheidung, die Beziehung zwischen Simon McNeal und Mary Florescu, die in der Geschichte nur in Florescus Fantasie stattfindet, auszubauen und in die Realität zu verfrachten, nimmt BOOK OF BLOOD viel von seiner Subtilität und Vieldeutigkeit – Elemente, die essentiell für die Wirkung von Barkers Fiktion sind. Immerhin sind die Szenen in der Welt der Toten, auf die Kenner der Geschichte besonders gespannt sein dürften, dank CGI und schaurigen Masken trotz geringen Budgets so ansehnlich, dass sie fast schon den überlangen, mediokren Mittelteil entschuldigen können.

DVD.
Sunfilm spendiert der DVD neben dem Hauptfilm in guter Bild- und Tonqualität ein interessantes Making of - hier ist nicht nur viel über die Entstehung von BOOK OF BLOOD zu erfahren, sondern auch, dass Barker offenbar seine Kurzgeschichten gerne reihenweise verfilmt sehen würde. Ansonsten enthält die DVD ein paar Trailer - nicht der Rede wert.








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