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KAPITELWAHL

FULL CLIP - TÖDLICHE BRONX (USA 2004)

von Hasko Baumann

Original Titel. FULL CLIP
Laufzeit in Minuten. 93

Regie. MINK
Drehbuch. KANTZ
Musik. DON MACBAIN
Kamera. M. DIETRICK SCHUMACHER
Schnitt. DON POLLARD
Darsteller. BUSTA RHYMES . XZIBIT . SHAKARA ELDARD . MARK BOONE JUNIOR u.a.

Review Datum. 2009-02-17
Erscheinungsdatum. 2008-12-05
Vertrieb. SAVOY FILM/SUNFILM

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1/DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Ich habe wirklich schon viele schlechte Filme gesehen. Sehr viele. Sehr schlechte. Und seit der Entwicklung der Digitalkamera für jedermann ganz sicher noch viel mehr sehr schlechte Filme. Aber ab und an kommt immer mal wieder einer, der selbst den schlechtesten der schlechten Filme von unten begegnet. So mies, daß man das weiße Handtuch werfen will. Und zwar nicht so schlecht, daß es schon wieder gut ist oder so schlecht, daß man darüber lachen kann, sondern einfach nur sehr, sehr, sehr schlecht. So richtig schlecht. Und so ein Film ist FULL CLIP.

Pope (Mariah Carey-Rapper Busta Rhymes) ist in der Stadt. Er will die Beerdigung seines alten Herrn abwickeln, stellt aber erstaunt fest, daß er ein Hotel, einen Cadillac und 250.000 Dollar geerbt hat. POLICE ACADEMY-Absolvent Bubba Smith war ein Freund von Papa und hat den neuesten Schnack der Hood drauf: Der ganze Block leidet unter der Terrorherrschaft der Cops, angeführt vom bösen Sheriff (Mark Boone Jr.). So geht das natürlich nicht, denkt sich Pope und ruft seinen alten Kumpel Duncan (Xzibit) um Hilfe. Der taucht mit ein paar Kollegen auf (mit dabei der unvermeidliche Tommy "Tiny" Lister) und will mit Hope den Saustall ausmisten. Und dann ruht der Film sich erst einmal so richtig aus.

FULL CLIP wurde von Leuten erdacht und gedreht, die statt Vor- und Nachnamen nur einen Namen haben; vielleicht wollten sie für einen Karriere-Relaunch ja den zweiten benutzen. Drehbuchautor Kantz hat 2009 schon drei Trashfilme im Programm; Regisseur mink hat ein Jahr nach FULL CLIP noch den Seagal-Dröhner INTO THE SUN gemacht und ist seit 2005 offensichtlich mit seinem Zweitnamen unterwegs. Für FULL CLIP hat er sich was ganz Tolles ausgedacht, der Film basiert nämlich auf einem Comic, das es gar nicht gibt! Jawohl! Und so wird der Film immer mal wieder von Zeichnungen unterbrochen oder friert das Bild ein, um die Charaktere mit Namen vorzustellen, wow. Irgendwann fand mink das aber wohl selber blöd und hört dann einfach wieder damit auf. Wem das noch nicht schwachsinnig genug ist, dem kann geholfen werden: Als "Erzähler" fungiert ein offenbar sedierter Wyclef Jean mit jamaikanischem Akzent. Er sitzt in einem eilig ausgeleuchteten Kellerraum, fummelt mit einem Skatblatt rum und liest seine Monologe deutlich erkennbar vom Teleprompter oder großflächigen Textkarten (bekannt aus der Fernsehsendung "TV Total", das ist die mit dem unvorbereiteten, unkonzentrierten Moderator) ab. Mit dieser Einstellung fängt der ganze Film an, und die ist sowas von schrottig, ohne jeden Sinn für Regie oder Visualität gedreht, so dermaßen daneben, daß sich selbst ein Olli Krekel voller Scham abwenden würde. mink, aber wir können ihn meinetwegen auch Ed von Schleck oder Fritz Brause nennen, zieht danach alle Register und haut mit inszenatorischen Gimmicks nur so um sich. Leider paßt kein Einziges, und nicht nur das, er kann es auch nicht. Also, gar nichts.

Busta Rhymes fällt hauptsächlich durch eine gemütliche Wampe auf, die er lässig vor sich herträgt. Er spielt einen dieser Typen, die sich in eine Frau verknallen, weil ihnen deren Arsch gefällt. Cool. Total cool. Noch cooler wird er im Zusammenspiel mit Xzibit. Ganz wichtig ist es ja so als Gangsta Rapper, daß man ganz doll verkniffen guckt, immer so ein bißchen wie ein Köter, der eins auf die Schnauze bekommen hat. Das muß man mal ausprobieren, auf die Dauer ist es ganz schön anstrengend. Dazu immer ganz viel mit den Händen fuchteln, jedes Wort muß sitzen wie ein Pistolenschuß. Aber ach, die alten Musketen streuen doch schon ein wenig. Mit dem Bäuchlein wirkt Busta nicht ganz so knallhart, und Xzibit hat in seiner MTV-Show "Pimp My Ride" schon zuviel Charme und Witz bewiesen, um allen Ernstes hier als eiserner Homie rüberzukommen. Zusammen sind sie aber trotzdem nicht niedlich, sondern nerven.

Machen wir also mal Kassensturz: FULL CLIP ist lausig inszeniert, schlecht gespielt, hat ein strunzdoofes Drehbuch, keine Action, zähe Dialoge ohne Witz, sieht billig aus und ist es auch und hat nicht den geringsten Unterhaltungswert. In einem Bad Movies-Quartett also ein echter Anwärter auf den Spitzentrumpf. Und die Hip Hop-Beats sind öde und außerdem aus den Jahr 2004, also so fresh wie der Spülstein auf der Fernfahrertoilette.

DVD.
Es lag zur Bewertung nur die Presse-DVD vor.








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