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KAPITELWAHL

PERVERSION STORY (Italien/Frankreich/Spanien 1969)

von Björn Eichstädt

Original Titel. UNA SULL'ALTRA
Laufzeit in Minuten. 103

Regie. LUCIO FULCI
Drehbuch. LUCIO FULCI . ROBERTO GIANVITI . JOSÉ LUIS MARTINEZ MOLLA
Musik. RIZ ORTOLANI
Kamera. ALEJANDRO ULLOA
Schnitt. ORNELLA MICHELI
Darsteller. JEAN SOREL . MARISA MELL . ELSA MARTINELLI . ALBERTO DE MENDOZA u.a.

Review Datum. 2007-11-02
Erscheinungsdatum. 2007-02-27
Vertrieb. SEVERIN FILMS

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. ENGLISCH (DD 2.0) . ITALIENISCH (DD 2.0)
Untertitel. ENGLISCH
Norm. NTSC
Regional Code. 0

FILM.
Als Mario Bava 1963 mit THE GIRL WHO KNEW TOO MUCH so ganz nebenbei den Giallo erfand, da stand ihm vor allem Alfred Hitchcock, der Großmeister des Suspense, Pate. Ein wichtiger Fakt, denn die Wurzeln des Italo-Thrillers liegen weder bei Mördern mit schwarzen Handschuhen, noch in schönen Frauenleichen - die kamen erst ein Jahr später, beim ebenfalls von Bava gedrehten BLUTIGE SEIDE, zum Einsatz. Der Giallo wäre ohne den Regisseur von PSYCHO oder VERTIGO, der Anfang der 60er auch in Italien große Verehrung genoss, also wohl nie als filmische Bewegung ins Rollen gekommen.

Auch Lucio Fulci, der später mit THE BEYOND oder CITY OF THE LIVIND DEAD als Goregroßmeister in die Geschichte des Kinos einging, orientierte sich Ende der Swinging 60s eher an Alfred dem Großen, als an zu dieser Zeit bereits etablierten Genre-Konventionen. Mit PERVERSION STORY, der lange auch unter dem vieldeutigeren Alternativtitel ONE ON TOP OF THE OTHER kursierte, schuf er mit seinem ersten Giallo einen enorm vielschichtigen Film, der sich mehr als einmal an VERTIGO anschmiegt, der in den besten Momenten aus seinen Hauptdarstellern die neuen James Stewart und Kim Novak macht.

Dr. George Dumurrier, dargestellt von Jean Sorel, der zuvor in BELLE DE JOUR aufgefallen war, hat ein Problem: Seine Frau (gespielt von der Österreicherin Marisa Mell, die sich in Bavas DANGER: DIABOLIK ganz eng an John Phillip Law kuschelte) ist schwer krank, das Liebesleben liegt seit Jahren brach, doch die gesellschaftlichen Konventionen und der Ruf seiner Klinik im Herzen San Franciscos lassen es nicht zu, dass er sich endgültig seiner Geliebten zuwendet. Ein glücklicher Zufall also, dass seine Frau Susan abends die Medikamente verwechselt und am Morgen nicht mehr erwacht? Nun ja. Das scheint zunächst so. Bis die blonde Stripperin Monica auftaucht (auch Marisa Mell). Denn die sieht Susan zum Verwechseln ähnlich. Oder ist sie sogar Susan? Die Polizei nimmt jedenfalls die Ermittlungen auf.

Was in den ersten 20 Minuten etwas schwerfällig beginnt, das entwickelt sich im Verlauf des Films zu einer echten Thriller-Tour-de-Force, die so viele Plottwists zu bieten hat, dass einem schon mal der Kopf schwirren kann. Doch wo Fulci in seinen späteren Giallo-Meisterstücken A LIZARD IN A WOMAN'S SKIN und DON'T TORTURE A DUCKLING schon mal einen kleinen Drogentrip einschiebt, wenn die Handlung ein wenig aus dem Ruder gerät, da erzählt er in PERVERSION STORY sehr sachlich und auch logisch eine komplexe Geschichte mit einem doppelt überraschenden Ende. Dabei verzichtet der heimliche Meister des Giallos aber nicht auf stylische Bilder, schöne Menschen und schmissige Musik. Diese Mischung macht aus PERVERSION STORY einen Film, der jedem gefallen wird, der Hitchcock liebt und dem Giallo verfallen ist.

DVD.
Die US-DVD von Severin Films bietet für das Alter des Film ein hervorragendes Bild mit einer wunderbaren Farbgebung. Der Ton rauscht an einigen Stellen zwar gewaltig, aber das lässt sich verschmerzen - teilweise trägt dieser unter technischen Gesichtspunkten eher schwache Faktor sogar noch zur Atmosphäre des Films bei.

Die Extras sind bei dieser Edition leider ein wenig mau ausgefallen - ein paar Hintergrundinformationen hätten der Veröffentlichung von Lucio Fulcis erstem Giallo sicherlich gut getan. So muss der Fan leider mit einem unspektakulären Trailer vorlieb nehmen. Eine Großtat ist allerdings die zweite Disc, die der Veröffentlichung beigefügt ist: Sie enthält den fantastischen Jazz-Soundtrack von Riz Ortolani, der aus dem Release schließlich doch noch eine mehr als runde und vor allem groovy Sache macht.











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