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KAPITELWAHL

CUP OF MY BLOOD (USA 2005)

von Stefan Mader

Original Titel. CUP OF MY BLOOD
Laufzeit in Minuten. 108

Regie. LANCE CATANIA
Drehbuch. LANCE CATANIA . KENNETH NILSSON
Musik. ROBERT MCNAUGHTON
Kamera. LANCE CATANIA
Schnitt. SALVATORE PECORARO
Darsteller. DANIEL PATRICK SULLIVAN . JANINA GAVANKAR . LANCE MULVANEY . ROGER ANDERSON u.a.

Review Datum. 2007-09-24
Erscheinungsdatum. 2007-04-27
Vertrieb. SPLENDID

Bildformat. 1.78:1
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Die Legende vom Heiligen Gral zählt zu den christlichen Mythen schlechthin. Man lehnt sich wohl kaum all zu weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, der Gralsmythos sei fast so alt wie die Zivilisation Mitteleuropas. Schließlich ist das mythische Gefäß ein wesentlicher Bestandteil eines der ältesten und einflussreichsten mittelalterlichen Epen Europas, der Artussage. Wie kaum ein anderes Artefakt inspiriert der Gral also seit vielen Jahrhunderten die Phantasie von Anhängern aller möglichen Religionsgemeinschaften und somit versteht es sich von selbst, dass auch die Zahl der sich mit dieser Thematik auseinandersetzenden Filme Legion ist:
Die Erinnerung an Robert Langdons Abenteuer in THE DA VINCI CODE ist noch frisch, doch auch der verrückte Parry in THE FISHER KING und unser aller liebster peitschenschwingender Archäologe in INDIANA JONES AND THE LAST CRUSADE, um nur ein paar zu nennen, suchten bereits auf der großen Leinwand nach dem noch viel größeren Mysterium.

Während die meisten vom Gral handelnden Filme ritterliche Questen mit dem Ziel, des Grals habhaft zu werden, beschreiben, zäumt CUP OF MY BLOOD das Pferd jedoch von der anderen Seite her auf – und das gleich in zweifacher Hinsicht. Einerseits handelt es sich hierbei um einen Horrorfilm und andererseits hat der Protagonist alles andere, außer der Suche nach dem heiligen Artefakt, im Sinn.
Auch ist bei Jack Fender (Sullivan) von Ritterlichkeit nichts zu bemerken, eher im Gegenteil. Seit dem spurlosen Verschwinden seiner Frau vor drei Jahren ist sämtliche künstlerische Ambition des Fotografen verschwunden. Sehr zum Leidwesen seines Agenten (Mulvaney) hält Jack sich mittlerweile mit Fotoshootings für Porno-Websites über Wasser. Als er eines Tages Zeuge eines Autounfalls wird, händigt ihm die im Sterben liegende Beifahrerin eine geheimnisvolle Holzbox aus und warnt ihn, diese sicher zu verwahren und keinesfalls zu öffnen.
Dem aufmerksamen Leser sollte sich jetzt eigentlich bereits ein Verdacht bezüglich des Inhalts der Kiste aufdrängen. - Richtig: Jack ist nun Gralshüter. Und das ist alles andere als eine einfache Aufgabe, da er sich sogar in seinem engeren Bekanntenkreis plötzlich von religiös motivierten Eiferern umgeben sieht, die hinter dem Gral her sind.
Erst als Jack in der betörenden Iona (Gavankar) eine neue künstlerische Muse findet, erstarken seine Lebensgeister wieder und lassen ihn seine Aufgabe annehmen.

Religiöse Fanatiker (jeglicher Konfession) sind, ebenso wie die Diener des ultimativ Bösen, mit einem Nimbus das Wahnsinns und der Gefährlichkeit umgeben – ein Umstand, den sich das Genre des Horrorfilms seit jeher zunutze macht, auch wenn dies im Zuge der Teen-Slasher-Welle der letzten zehn Jahre beinah etwas in Vergessenheit geraten ist. Auch CUP OF MY BLOOD bedient sich dieses Themas im Kontext der finalen Auseinandersetzung von Gut und Böse und vermengt es mit dezenten optischen Anleihen am japanischem Horror á la RINGU. Womit sich die direkten Parallelen zu rezentem fernöstlichem Horrorkino allerdings schon erschöpfen. Eine weitere Zutat im von Regisseur Lance Catania kredenzten Cocktail ist ein Schuss Gore, der vornehmlich am Beginn und gegen Ende des Filmes zum Tragen kommt. Dabei wird auch auf die Unterstützung von CGIs zurückgegriffen, die jedoch sehr dezent eingesetzt werden. Ebenfalls charakteristisch für den Film ist ein durchgängiger Grünstich des Bildes, auf den lediglich in Rückblenden zu Jacks früherem, (glücklicherem) Leben vezichtet wird.
Der Hauptgrund, warum CUP OF MY BLOOD als Horrorthriller unerwartet gut funktioniert, ist aber weder in Phantomen im japanischen Wasserleichen-Chic, noch in wirkungsvoll eingesetzte Splattereffekten zu suchen, sondern in der Spannung, die Catania mit recht konventionellen Mitteln immer wieder einzufangen vermag. Wenn Jack bei gespenstischer Geräuschkulisse durch verwinkelte Räume schleicht, erwartet man einfach jederzeit fiese Schocks. Dass das Katz-und-Maus-Spiel, wer nun eigentlich auf wessen Seite steht, bis zum Schluss aufrecht erhalten wird, trägt zwar nicht unbedingt zu Klärung der etwas undurchsichtigen Story bei, hält aber immerhin die Spannung wirkungsvoll aufrecht.

Eine rote kJ-Plakette der FSK in Kombination mit in Blockschrift gedruckter Inhaltsangabe und viel nackter Haut auf dem (Back-)Cover verspricht normalerweise einen richtig trashigen Splatter-Streifen. Vielleicht hat man CUP OF MY BLOOD deshalb einen stylishen Blechschuber (!) vergönnt, denn der Film ist besser und vor allem spannender, als man angesichts des Cover-Layouts annehmen könnte.

DVD.
Wie in der Besprechung des Films bereits angedeutet, hat das Bild in CUP OF MY BLOOD fast ständig einen deutlichen Grünstich. Von diesem Stilmittel abgesehen gibt es aber praktisch keinen Grund zur Beanstandung. Ab und zu ist auf dunklen Flächen vielleicht etwas Bildrauschen vorhanden, aber damit hat sich's dann. Auch der Ton geht in Ordnung. Wie so oft ist die deutsche Tonspur merklich lauter abgemischt, während beim Originalton Sprache und Umgebungsgeräusche ungefähr gleich laut sind. Deutsche Untertitel sind jederzeit zuschaltbar und orientieren sich auch inhaltlich stimmig am Originaldialog.
Insgesamt gibt es and der Qualität des Films also nichts auszusetzen.

Etwas anders verhält sich dies bei den Extras. Hier lässt die Bildqualität (z.B. in Hinblick auf die Schärfe) deutlich nach und nähert sich VHS-Niveau an. Außerdem ist die Untertitelung bei den Extras "freier", auch wenn die Grundaussage natürlich erhalten bleibt.
Dafür kann sich der Umfang des Bonusmaterials durchaus sehen lassen: Neben zwei Kurzberichten über die wichtigsten "von Hand gemachten" Effekte gibt es natürlich auch eine über die computergenerierten SFX – dankenswerter Weise wurden diese drei Featurettes angenehm kurz gehalten (insgesamt ca. 15 Minuten). Dazu kommen etwa 25 Minuten an Interviews mit Regisseur und Schauspielern, geschnittene Szenen im selben Umfang und der Originaltrailer des Films.








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