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KAPITELWAHL

HAUSU (Japan 1977)

von Björn Eichstädt

Original Titel. HAUSU
Laufzeit in Minuten. 87

Regie. NOBUHIKO OBAYASHI
Drehbuch. NOBUHIKO OBAYASHI . CHIHO KATSURA
Musik. ASEI KOBAYASHI . MICKY YOSHINO
Kamera. YOSHITAKA . SAKAMOTO
Schnitt. NOBUO OGAWA
Darsteller. KIMIKO IKEGAMI . KUMIKO OHBA . YOKO MINAMIDA . MIEKO SATO u.a.

Review Datum. 2007-03-21
Erscheinungsdatum. 2006-10-27
Vertrieb. RAPID EYE MOVIES

Bildformat. 1.33:1
Tonformat. JAPANISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Was auch immer man Nobuhiko Obayashi und seiner Filmcrew im Jahr 1977 in den Tee gemischt hat; es muss stark und extrem halluzinogen gewesen sein. Anders ist HAUSU wohl kaum zu erklären. Im Jahr seines Erscheinens muss dieses Machwerk aus einer anderen Welt den japanischen Zuschauern erschienen sein, wie ein Riss in der Zeit, ein Blick in eine strahlende, irrwitzige Zukunft. Ein Mix aus manchem das war, und vielem das kommen sollte.

Der Plot, das haben andere Rezensenten des Films auch schon bemerkt, spielt eigentlich keine Rolle, soll aber trotzdem kurz angerissen werden: Die Tochter eines verwitweten Filmkomponisten verweigert die Urlaubsreise mit der künftigen Stiefmutter. Stattdessen fährt sie mit sechs Freundinnen, die nicht Hanni oder Nanni, sondern Melody, Mac oder Kung Fu heißen, zu ihrer, ihr bisher unbekannten Tante aufs Land. Hier beginnt, DA WAREN'S NUR NOCH NEUN und Elisabeth Bathory vor Augen, das große Schlachten, das im konkreten Fall die Frage nach den absurdesten Filmtoden neu definiert und noch neuer beantwortet.

Doch eben diese Handlung, das hatte ich bereits erwähnt, ist von Beginn an reine Nebensache. Denn, was sich dem Zuschauer eröffnet, ist eine Bildwelt des Surrealismus, ein bunter Mix aus MARY POPPINS, POLTERGEIST, DIE MÄDELS VOM IMMENHOF, FIVE DOLLS FOR AN AUGUST MOON, BEETLEJUICE, YELLOW SUBMARINE SUSPIRIA und allen 80er-Jahre Videos von Peter Gabriel, ein bewegtes Gemälde, in dem Konzertflügel bildgewaltig Teenager-Mädchen verspeisen, in dem der Wahnsinn regiert und die wichtigsten Elemente des japanischen Filmbooms der 90er bereits 20 Jahre zuvor stattfindet. Das alles und noch viel mehr ist HAUSU; aus der Zeit gefallen, dem Genie, dem Humor und der Kunst verpflichtet und wohl ein heimlicher Vorreiter von beinahe allem, das wir heute so am japanischen Kino schätzen.

DVD.
Die DVD aus der "Nippon Classics" Reihe von Rapid Eye Movies lässt wenig zu wünschen übrig. Bild und Ton kommen für einen 30 Jahre alten Film hervorragend rüber, lediglich die Farben könnten an der ein oder anderen Stelle noch mehr knallen. Die Extras sind mit Kinotrailer, Bildergalerie und Poster mal wieder etwas mager, eine gegenwärtige kritische Einordnung des knallbunten Reigens hätte sich sicherlich gut gemacht, aber wer will schon ernsthaft motzen, ist doch allein die Tatsache der Veröffentlichung dieser historischen japanischen Perle Gold wert.








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