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KAPITELWAHL

DA WAREN'S NUR NOCH NEUN (Großbritannien 1965)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. TEN LITTLE INDIANS
Laufzeit in Minuten. 86

Regie. GEORGE POLLOCK
Drehbuch. PETER YELDHAM . PETER WELBECK
Musik. MALCOLM LOCKYER
Kamera. ERNEST STEWARD
Schnitt. PETER BOITA
Darsteller. HUGH O'BRIAN . SHIRLEY EATON . FABIAN . LEO GENN u.a.

Review Datum. 2005-04-11
Erscheinungsdatum. 2005-02-16
Vertrieb. SUNFILM

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Zehn Männer und Frauen der unterschiedlichsten Herkunft (klasse und äußerst treffende Besetzung: Hugh O'Brian, Shirley Eaton, Fabian, Leo Genn, Stanley Holloway, Wilfrid Hyde-White, Daliah Lavi, Dennis Price, Marianne Hoppe, Mario Adorf) werden auf ein abgelegendes Schloß in den Bergen eingeladen. Dort angekommen stellt man fest, dass der Gastgeber gar nicht persönlich anwesend ist. Allerdings rattert bald ein Tonband los, dessen Stimme (im Original gesprochen von Christopher Lee) sie diverser Verbrechen beschuldigt und ihren Tod ankündigt. Bald darauf gibt's dann auch die ersten Toten. Abgeschnitten von der Außenwelt bleibt den noch Lebenden nur die Möglichkeit möglichst schnell den Mörder zu finden, wobei gegenseitige Verdächtigungen natürlich nicht ausbleiben. Wer ist der Schurke?

GEHEIMNIS IM BLAUEN SCHLOSS beruht auf Agatha Christies Roman TEN LITTLE INDIANS, die mit ihren Werk den klassischen Ur- "Whodunit" schuf, der bis heute viermal verfilmt und unzählige Male kopiert wurde. Mindestens genauso interessant wie der Film ist auch die Geschichte des Buchs, welches unter 1939 unter dem Titel TEN LITTLE NIGGERS (nach dem 1869 entstandenen Kinderreim von Frank Green) erschien. Als Frau Christie ihren Roman in die USA verkaufen wollte, wurde ihr bewußt, dass sie mit diesem Titel den afroamerikanischen Käufern ihres Romans vor den Kopf stoßen würden. Also titelte sie es in TEN LITTLE INDIANS um, worauf sich dann natürlich die nächste Minderheit verägert fühlte. Mit dem dritten Titel AND THEN THERE WHERE NONE gab's dann keine Probleme mehr.
In Deutschland hieß der Roman lange Zeit schlicht und einfach LETZTES WEEKEND". 1985 wurde erneut übersetzt und erhielt dann seinen urspünglichen Titel ZEHN KLEINE NEGERLEIN, was im Jahr 2002 zu Ärger mit dem Verein "African Action" führte, als die Geschichte in Hannover als Theaterstück aufgeführt werden sollte. Dieser Verein - unterstützt vom Bund türkisch-europäischer Unternehmer - alarmierte die "Antidiskriminierungsstelle Hannover", dessen Chef Günther Max Behrendt, sich der Sache auch gleich annahm, sich mit den in London lebenden Erben Christies in Kontakt setzte und dafür sorgte, dass die nächste Auflage des Romans wieder mit einem unverfänglichen Titel auf den Markt kam.

Zum Film: TEN LITTLE INDIANS (die deutsche Synchro bedient sich übrigens dem ZEHN KLEINE NEGERLEIN- Lied, die englische nimmt die Indianer) ist eine klassische Mörderhatz, wie sie klassischer nicht sein kann. Im schnieken Schwarzweiß wird durch eine stimmungsvolles Set gejagt, wobei George Pollock (der auch schon davor ein glückliches Händchen mit Christie-Verfilmungen bewieß und die göttliche Margaret Rutherford unvergesslich machte) ein recht ordentliches Tempo vorlegt. Der einzige Schwachpunkt des Films liegt im ab und an etwas seltsamen Verhalten der Protagonisten. Als eine der Frauen mit einer Spritze ermordet wird, hat diese nichts anderes zu tun, als schreiend dazusitzen, während der Mörder seelenruhig auf sie zukommt. Das Ende überzeugt motivationstechnisch gesehen jetzt auch nicht unbedingt, hier kommt dann einfach die Charakterzeichnung zu kurz, um wirklich Plausibilität zu gewährleisten. Wirklich schlimm isses aber nicht, denn auf der Habenseite stehen die -wie gesagt- durch die Bank weg guten Darsteller und die symphatische Oldschool- Atmosphäre. Darf geschaut werden und wird sicherlich auch beim zweiten Mal nicht langweilig.

DVD.
Auf dem Cover wird mit "erstklassige Bildqualität durch aufwändig bearbeitetes Filmmaterial" geworben. Nun ja, so ganz stimmt das jetzt nicht, Verschmutzungen und leichte Drop-Outs sind recht häufig auszumachen. Wenn man sich aber mal vor Augen hält, dass dieser Film schon satte 40 Jahre auf den Buckel hat, geht das durchaus okay und in den Bereichen Schärfe und Farben stimmt's ja. Bei den Tonspuren verzichtete Sunfilm dankenswerter Weise auf einen 5.1 Upmix, sondern packte nur die Original- Mono-Spuren drauf, die stellenweise ganz leicht blechern klingen, aber ansonsten klar und deutlich sind.Die Bonus-Sektion ist etwas mickrig:Außer - recht ausführlichen - Bio-/Filmographien, einer Artwork-Galerie und Trailern zu weiteren Filmen des Anbieters gibt's nix.








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