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KAPITELWAHL

TIME BANDITS (Großbritannien 1981)

von Stefan Mader

Original Titel. TIME BANDITS
Laufzeit in Minuten. 111

Regie. TERRY GILLIAM
Drehbuch. MICHAEL PALIN . TERRY GILLIAM
Musik. GEORGE HARRISON . MIKE MORAN
Kamera. PETER BIZIOU
Schnitt. JULIAN DOYLE
Darsteller. CRAIG WARNOCK . KENNY BAKER . JOHN CLEESE . SEAN CONNERY u.a.

Review Datum. 2006-10-27
Erscheinungsdatum. 2007-01-30
Vertrieb. SUNFILM

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1/DD 2.0) . ENGLISCH (DD 5.1/DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Zwischen seinen Regiearbeiten bei JABBERWOCKY und Monty Pythons MEANING OF LIFE realisierte Terry Gilliam 1981 den vorliegenden, mit bekannten Gesichtern gespickten Film TIME BANDITS.
Darin erhält der elf Jahre alte Kevin (Warnock) eines Nachts Besuch von einer Gruppe Zwerge, die plötzlich aus seinem Kleiderschrank spazieren. Die Zwerge sind auf der Flucht vor dem "obersten Wesen", dem sie eine geheimnisvolle Landkarte gemopst haben, die dieses natürlich wiederhaben möchte. Mit dieser Karte ist es ihnen möglich, durch Raum und Zeit zu reisen, wo sie ziemlich stümperhaft alles klauen was ihnen in die Finger kommt. Kevin schließt sich den selbsternannten Ganoven eher unfreiwillig an und trifft auf diese Weise eine Reihe historischer Persönlichkeiten. Doch das Böse in Person schläft nicht, denn auch der biomechanisch-magische Teufel möchte die Karte in seinen Besitz bringen, um die Welt nach seinen technokratischen Vorstellungen umzugestalten.

Demnach könnte man TIME BANDITS, wenn man sich Gilliams Film akademisch nähern will, als Parabel auf das Spannungsverhältnis zwischen Natur und deren Pervertierung durch Kultur/Technologisierung ansehen. Allerdings wird dem Thema zwischen den einzelnen durch die Zeitsprünge entstehenden Episoden nicht genug Zeit und Gewicht zuteil um solch hochtrabende Interpretationsversuche ernsthaft zu rechtfertigen. Und daran krankt es dem Film leider auch ein bisschen: TIME BANDITS stellt den Versuch dar, bei allen Publikumsschichten zugleich punkten zu wollen. Um sich wirklich ernsthaft damit auseinander zu setzen ist er zu inkohärent und zu albern, für eine Komödie mit massiver Monty Python-Beteiligung ist er allerdings nur mäßig amüsant.
Das mag zu einem guten Teil daran liegen, dass deren Trademarks über weite Strecken nicht auszumachen sind - wenn sie aber zutage treten sind das die Höhepunkte des Films. Michael Palins Auftritte sind dabei noch verhältnismäßig blass, John Cleeses Darbietung des Robin Hood verfügt da um etliches mehr an Potenzial - ebenso wie der Auftritt des Riesen mit der extravaganten Kopfbedeckung im Zeitalter der Legenden, welcher stark an Gilliams groteske Animationen für den Flying Circus erinnert.
Beeindruckend ist übrigens die Parade an bekannten Namen, die sich bei Gilliam die Klinke in die motivierte Hand geben. Neben Palin und Cleese sind Sean Connery als Agamemnon, Ian Holm als Napoleon, "R2-D2" Kenny Baker als einer der Zwerge und David Warner als Teufel zu sehen.
Trotzdem kommt man nicht umhin zu bemerken, dass sowohl die humorigen als auch die ernsten Elemente in anderen, eindeutiger gewichteten Werken Gilliams besser und vor allem auch schlüssiger zum Tragen kommen.

DVD.
Die zwei DVDs umfassende Jubiläumsausgabe enthält den Hauptfilm in digital überarbeiteter Form, sodass TIME BANDITS trotz seines Alters mit ordentlichem Ton daherkommt. Das Bild überzeugt mit großteils satten Farben, weist in manchen Szenen jedoch Verunreinigungen auf (besonders auffällig in der Episode der napoleonischen Kriege).
Was die Veröffentlichung aber auf jeden Fall interessant macht ist das Material auf der Bonus-DVD: Neben einer etwa 20minütigen Quasi-Doku über George Harrisons Produktionsfirma Handmade Films, zwei Trailern für TIME BANDITS und einer kleinen Foto- und Konzeptdesign-Galerie finden sich nämlich auch einige echte Schätze unter den Extras. Einerseits eine fast einstündige Dokumentation über Gilliams Filmschaffen, indem nicht nur SchauspielerInnen von Shelley Duvall bis Brad Pitt zu Wort kommen, sondern auch der Meister selbst überraschend offen und ehrlich über gute und schlechte Erfahrungen beim Drehen seiner Filme aus der Westentasche plaudert. Und andererseits gibt es noch zwei Interviews - eines, das Terry Gilliam gemeinsam mit Michael Palin gibt und ein zweites von Gilliam und Terry Jones, die im Gespräch mit einer französischen Journalistin zuerst minutenlang ihre Schuhe und Socken filmen, ehe sie sich zwischendurch auch zu ernsthaften Statements hinreißen lassen - da ging das Manifest-Interview mit Gilliam um einiges problemloser über die Bühne...








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