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KAPITELWAHL

AB-NORMAL BEAUTY (Hong Kong/Thailand 2004)

von Matthias Mahr

Original Titel. SEI MONG SE JUN
Laufzeit in Minuten. 87

Regie. OXIDE PANG
Drehbuch. OXIDE PANG
Musik. PAYMONT PERMSITH
Kamera. DECHA SRIMANTRA
Schnitt. CURRAN PANG
Darsteller. RACE WONG . ROSANNE WONG . ANSON LEUNG . MICHELLE MEE u.a.

Review Datum. 2006-08-06
Erscheinungsdatum. 2006-05-12
Vertrieb. KOCH MEDIA

Bildformat. 1.78:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DTS/DD 5.1) . KANTONESISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Nach dem Überraschungserfolg des Pang-Brüder-Films JIAN GUI - THE EYE, einem durchgehend konventionellen aber unterhaltsamen Horrorfilm meinte Oxide Pang in Interviews bei AB-NORMAL BEAUTY die Zuseher mit etwas völlig Anderem zu überraschen. Dieses Versprechen kann man als eingelöst betrachten. Koch Media wollte davon aber scheint's nichts wissen, plakatiert am DVD-Cover Von den Machern von "The Eye", was ja (obwohl Oxides Bruder Danny hier offiziell nur als Produzent fungierte) noch verständlich ist, sowie auf der Rückseite Einer der schockierendsten Horrorfilme der letzten Zeit, der selbst die hartgesotten Fans auf dem Fantasy Filmfest 2005 in Angst und Schrecken versetzt hat!, was schlichtweg absurd erscheint. Zwar stimmt es, dass die Handlung Snuffvideos und eine Folterkammer (HOSTEL-Fans aufgepasst, will uns Koch da wohl suggerieren) aufweist, doch dies passiert alles erst im letzten Drittel. Davor erinnert die Geschichte der Kunststudentin Jiney, die eine Vorliebe für morbide Motive entwickelt und ihrer unterschwellig lesbischen Beziehung zu einer Kommilitonin eher an Filme wie MEMENTO MORI, ist ähnlich langatmig im Aufbau aber leider ohne auch nur annähernd soviel Substanz. Auf der Habenseite kann das Photographie-Motiv verbucht werden, auch wenn man das spannender verpacken hätte können. Vor allem die nervige Musikwahl zwischen MORTAL KOMBAT und Esoterik-Georgel Marke Biosauna ruiniert aber viel. An den unpassendsten Stellen soll lautes Gedröhn Spannung suggerieren, die sich einfach nicht einstellen will. Gleich beim ersten Mal erwartet man dadurch unwillkürlich den Einsatz der Anfangs-Credits bis einem einfällt, dass diese längst gezeigt wurden. Nicht, dass der Film frei von gelungenen Momenten wäre, eine Szene, in der Jiney einen Akt malt und diesen mit einer Blutspur verfremdet, ist ungemein gut gefilmt und montiert. Im Allgemeinen scheint es jedoch, Pang habe sich mit der Schwere eines solchen Themas übernommen. Vor allem aus der morbiden Faszination Jineys wird eigentlich erschreckend wenig gemacht, sie wirkt dadurch auch nicht abnormaler als sagen wir mal Laura Mars. Wenn's dann endlich in der Folterkammer rund gehen soll bleibt auch nicht viel mehr als ein papierdünnes Raten, wer denn der Mörderknilch sei, übrig. So belanglos ist die Auflösung, dass sie mittels Rückblende nochmal erklärt wird, dabei gab's eigentlich ohnehin nur einen ernsthaften Kandidaten. Mittlerweile haben sich die Pangs in erster Linie den JIAN GUI-Fortsetzungen gewidmet und selbst in Unkenntnis dieser Werke ist man geneigt dazu zu sagen: gut so.

DVD.
Gelegentliche Aussetzer der Tonspur beim Kapitelwechsel (insbesondere, aber nicht ausschließlich, in der deutschen Fassung) fallen nicht wirklich störend ins Gewicht, währen aber das Einzige, was man bei dieser Veröffentlichung auf der technischen Seite bemängeln könnte.

An Extras gibt's ein recht lakonisches Making of, das ohnedies nicht sonderlich viel Informatives enthält. Die Hauptdarstellerin erklärt etwa, dass der Regisseur ihr erklärt hat, wie sie ihre Rolle angehen soll. Nicht möglich... Die Laufzeit dieses PR-Spots beträgt nur ganz knapp über 10 Minuten rechnet man den abschließenden Trailer nicht mit ein, der sich in besserer Qualität auch extra auf der Scheibe befindet. Seltsam: bei beiden Extras kriegt man auch kurz eine Szene mit jemandem, der einen Plastiksack über den Kopf gestülpt hat, zu sehen, die sowohl im eigentlichen Film, als auch bei der dritten Beigabe, den Deleted Scenes fehlt. Generell darf man sich auch hier keine zusätzlichen Goreeinlagen erwarten. Wohl aber teils etwas abenteuerliche Begründungen Pangs, warum sie entfernt wurden. Eine Tanzeinlage der beiden Hauptdarstellerinnen soll da zu lesbisch gewirkt und damit dem Sauberimage ihrer Gesangskarriere entgegen gewirkt haben??? Abgesehen davon, dass die beiden im wirklichem Leben Schwestern sind ist die lesbische Thematik im restlichen Film nur zu offensichtlich. In Wahrheit dürfte es sich einfach um Straffungsmaßnahmen dieses ohnedies nicht gerade temporeichen Film handeln, auch wenn etwa die Streichungen der Tanzszene oder auch die von "technischen" Aufnahmen der Fotoentwicklung eigentlich recht schade sind.








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