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KAPITELWAHL

DER AUS DEM REGEN KAM (Italien/Frankreich 1969)

von Hasko Baumann

Original Titel. LE PASSAGER DE LA PLUIE
Laufzeit in Minuten. 112

Regie. RENÉ CLÉMENT
Drehbuch. SÉBASTIEN JAPRISOT . LORENZO VENTAVOLI
Musik. FRANCIS LAI
Kamera. ANDRÉAS WINDING
Schnitt. FRANCOISE JAVET
Darsteller. CHARLES BRONSON . MARLÈNE JOBERT . ANNIE CORDY . JILL IRELAND u.a.

Review Datum. 2006-03-01
Erscheinungsdatum. 2005-11-17
Vertrieb. EUROVIDEO

Bildformat. 1.66:1
Tonformat. DEUTSCH (DD 1.0)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Mellie (Marlène Jobert) ist allein in ihrem Haus an der Côte d' Azur. Ihr Mann Tony (Gabriele Tinti), ein Pilot, befindet sich auf Reisen. Ein Fremder, der Mellie schon nachmittags auffiel, als er im Regen aus dem Bus stieg, dringt in das Haus ein, überfällt Mellie und vergewaltigt sie brutal. Als sie zu sich kommt, befindet sich der Mann immer noch im Haus, und es gelingt Mellie, ihn zu erschießen und die Leiche zu beseitigen. Damit ist ihr Leidensweg jedoch nicht beendet. Als wäre die Ignoranz ihres untreuen Gatten nicht genug, stellt ihr auch noch der US-Geheimagent Harry Dobbs (Charles Bronson) nach. Dobbs war auf dem nächtlichen Eindringling auf der Spur und ahnt, was in Mellies Haus vorgefallen ist. Mellie vertraut sich weder ihm noch Tony an und verstrickt sich immer mehr, während Dobbs sich zwischen die Stühle setzt.

Regisseur René Clément ist am Bekanntesten dafür, Alain Delon zum talentierten Mr. Ripley (in PLEIN SOLEIL) gemacht zu haben. Auch DER AUS DEM REGEN KAM hat sich den Status eines kleinen Klassikers erspielt. Es war offensichtlich Cléments Wunsch, sich vor Alfred Hitchcock zu verneigen: Nicht nur die Figur der schuldlos schuldigen Frau erinnert an den Meister, es gibt sogar eine (der Begrifflichkeit entsprechend letztlich unwichtigen) Figur namens MacGuffin.

Doch ist sein Film zu sonnendurchflutet offensichtlich und im Humor zu platt (eine Konfrontation von Marlène Jobert und Jill Ireland als Tintis Geliebter wird sogar mit fröhlicher Musik zum Catfight veralbert), um Hitchcock auch nur auf die Schuhsohle zu spucken. Dobbs bemüht sich um Wahrheitsfindung durch gnadenlose Zermürbung Mellies, er tritt auf wie eine Art Sado-Columbo und wirkt auch auf den Betracher zunehmend erschöpfend.

Aus heutiger Sicht aber die dickste Pille ist das merkwürdige Frauenbild Cléments und der Umgang mit der sexuellen Gewalt. Es ist ein Film aus einer Zeit, in der der harte Mann noch eine Vergewaltigung akzeptiert, ohne Mitgefühl zu zeigen (fast bewundernd stellt Dobbs die Schändung nach, inklusive dem "rechten Uppercut", der Mellie niederstreckt) und in der Blessuren an einem Frauenkörper noch zufriedenstellend mit dem Zorn des Ehemanns erklärt werden können. Man möchte kotzen. Dabei ist auch die Zeichnung Mellies als naives, ab und an keckes Ding nicht hilfreich, von Jobert überraschend verhuscht auf die Eins gespielt. Auch eine Emanzipierung findet nicht wirklich statt.

Nur die zärtliche, sehr versteckte Annäherung zwischen Dobbs und Mellie macht den Film letztlich interessant, gerade wegen der Besetzung der Rolle mit Charles Bronson. Wenn er ihr beibringen will, daß man Nüsse knacken kann, indem man sie ans Fenster wirft, und daß man verliebt ist, wenn die Scheibe zerbricht, dann ist das anrührend, und man hofft, daß sie auch bei ihm am Ende zerbrechen wird.

Würde ich sie werfen, gingen ganze Fensterfronten zu Bruch.

DVD.
Ein Originalton wird nicht angeboten, was besonders angesichts Bronsons Synchronisierung schade ist: Hier spricht jemand deutsch mit amerikanischem Akzent. Soll authentisch sein, wirkt aber eher harzig. Das Bildformat wird mit 1.78:1 angegeben, bringt's aber gerade mal auf 1.66:1 und entspricht in keinster Weise dem Originalformat. Die zugrundeliegende Kopie kam ebenfalls aus dem Regen, fällt aber erheblich besser aus als KALTER SCHWEISS vom selben Anbieter.








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