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KAPITELWAHL

KALTER SCHWEISS (Italien/Frankreich/Belgien 1970)

von Hasko Baumann

Original Titel. DE LA PART DES COPAINS
Laufzeit in Minuten. 88/93

Regie. TERENCE YOUNG
Drehbuch. DOROTHEA BENNETT . JO EISINGER . ALBERT SIMONIN
Musik. MICHEL MAGNE
Kamera. JEAN RABIER
Schnitt. JOHNNY DWYRE
Darsteller. CHARLES BRONSON . LIV ULLMANN . JAMES MASON . JILL IRELAND u.a.

Review Datum. 2006-02-04
Erscheinungsdatum. 2005-11-17
Vertrieb. EUROVIDEO

Bildformat. 1.85:1
Tonformat. DEUTSCH (DD 1.0) . ENGLISCH (DD 1.0)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
KALTER SCHWEISS habe ich mir im Alter von ca. 13 Jahren im Zweiten Deutschen Fernsehen zugeführt. Damals sah man noch mit beiden Augen besser, und ich erinnere mich an gefühlten kalten Schweiß vor Spannung sowie eine ultrabrutale Schlägereiszene in einem Fahrstuhl.

Interessant, wie sehr das Hirn in Sachen Erinnerung zur Übertreibung neigt. In besagter Szene haut Charles Bronson einer Dunstkiepe sage und schreibe einmal aufs zugewachsene Haupt. Bronson, fraglos voll im Saft und auf der Höhe, gibt den friedfertigen Bootsverleiher Joe, der sich mit Frau und Stieftochter einen hübschen Lenz im ebenso hübschen Südfrankreich macht. Die Gattin wird gespielt von der schwer bergmanesken Liv Ullman - eine Paarung also aus Rüpelkino und Kunstfilm, wie man sie selten sieht! Die gemütvollen Szenen einer Ehe werden jäh gestört durch die Geister aus Joes Vergangenheit.

Ein gewisser Captain Ross - der edle James Mason bringt die Melasse in den Europudding - und seine Schergen haben allen Grund, sauer auf ihren Ex-Komplizen Joe zu sein. Nun wollen die Knackis sein Boot und bringen zu diesem Zweck Frau und Kind in ihre Gewalt. Fast, als wäre der Film ein entfernter Urahn von COMMANDO, nutzt Joe die Zeit gegen die Unholde und fängt an zu taktieren. Mit im Spiel auch noch die bei Charlie fast schon obligatorische Jill Ireland als Hippiegirl Moira.

Die Hände bleiben trocken. Regisseur Terence Young durfte sein Leben lang den Titel "James Bond-Macher" mit sich tragen, enttäuscht aber wie viele seiner 007-Kollegen außerhalb des Geheimdienstes mit schlapper Routine. KALTER SCHWEISS wäre eher was für Michael Winner gewesen. Der Film nimmt lange Zeit keine Fahrt auf und rekrutiert seine Spannung leider irgendwann ernsthaft daraus, ob James Mason seine Knarre noch halten kann oder nicht. Entschädigung bringt eine Autojagd, für die selbstverständlich der begnadete Stuntfahrer und -koordinator Rémy Julienne verantwortlich zeichnet.

Am Ende ein etwas zu schlapper Reißer mit einem Star in guter Form. Kuriosität am Rande: Michel Constantin wurde nachsynchronisiert von David "Krug" Hess!

DVD.
An dem enttäuschten Gesamteindruck hat definitiv die respektlose Präsentation des Films durch den Anbieter eine Mitschuld zu tragen. Ein nicht ansatzweise ausreichendes Format entlarvt sich schon beim Filmtitel, der es gerade mal als "alter Schweiß" ins Bild geschafft hat. Kalter Scheiß lag wiederum als Master zugrunde, denn flimmrige Dropouts lassen erkennen: Hier wurde eine olle VHS abgetastet! Zu allem Überfluß schlägt einem kurz vor Schluß in der Leuchtpistolenszene ein lausig gemachter Kürzungsschnitt voll in die Fresse. Das gilt allerdings nur für die deutsche Version - wählt man die englische, bekommt man den Film ungekürzt zu sehen. Dies im Menü zu erwähnen, hielt man bei Eurovideo aber nicht für nötig.

Wirklich kein Ruhmesblatt, diese Veröffentlichung!








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