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THE WARLORDS (China/Hong Kong 2007)

von Andreas Neuenkirchen

Original Titel. TAU MING CHONG
Laufzeit in Minuten. 126

Regie. PETER CHAN
Drehbuch. TIN NAM CHUN . JUNLI GUO . JIPING HE
Musik. KWONG WING CHAN . PETER KAM . LEON KO
Kamera. ARTHUR WONG
Schnitt. WENDERS LI
Darsteller. JET LI . ANDY LAU. TAKESHI KANESHIRO . JINGLEI XU u.a.

Review Datum. 2008-11-18
Kinostart Deutschland. 2009-01-08

Als Produzent sind Peter Chans Verdienste unbestritten, unter anderem war er für das famose Dealer-und-Gendarm-Drama PROTÉGÉ und die herrlich inkonsistente THE EYE-Serie mitverantwortlich. Seine Regiearbeiten hingegen sorgten international bislang für wenig Aufsehen. Das hat sich mit THE WARLORDS schlagartig geändert. Fragt sich nur warum.

Im China des 19. Jahrhunderts scharen ein diskreditierter General (Jet Li) und zwei Banditen (Andy Lau und Takeshi Kaneshiro) eine Bauernarmee um sich, um Arbeitsplätze in schweren Zeiten zu schaffen und christlichen Rebellentruppen in den Hintern zu treten. Dabei sind sie so erfolgreich, dass sie bald von Staatswegen Unterstützung bekommen. Sie feiern einen militärischen Triumph nach dem anderen, aber ach, die Egos, die Frauen und externe Intrigen kommen ihnen schnell in die Quere.

So oder so ähnlich. Jedenfalls interessiert einen die Handlung nicht groß. Und auch sonst nichts. Die drei Hauptdarsteller haben keinerlei Chemie, und auch ihre individuellen Leistungen sind unter aller Kanone, springen lediglich ohne Zwischentöne von Apathie zu Hysterie und zurück. Der Fairness halber sei gesagt, dass das Drehbuch ihnen keine Stütze ist. Das Fundament der anfänglichen Freundschaft der Figuren ist schwer auszumachen, ihre späteren Konflikte platzen unmotiviert in die Handlung hinein. Als Regisseur interessiert sich Peter Chan offenbar weniger für Schauspieler als für Schauwerte, aber auch die lassen einen kalt. Der üblichen Schützengrabenromantik aus Blut, Staub und Tränen eine Antikriegsbotschaft zu unterstellen, wie es Macher und Volksfeuilletonisten bisweilen tun, ist purer Zynismus. Der Film zelebriert seine Gewalt und heroisiert seine Gefallenen, gründlich eingeschmiert von einer Soundtrack-Schmiere, die keinen Millimeter Film auslässt.

THE WARLORDS ist ein Film von der Stange, ein ödes Getöse, das beweist, dass der aktuelle Trend zu Grimmigkeit und vorgeblichen Realismus (war jemand dabei? haben die Macher gedient?) im chinesischen Kriegsfilm genauso formelhaft sein kann und als reiner Selbstzweck genauso ausgelutscht ist wie die Musical-Fechtkämpfe von früher.











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