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UNTIL DEATH (USA 2007)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. UNTIL DEATH
Laufzeit in Minuten. 101

Regie. SIMON FELLOWS
Drehbuch. DAN HARRIS . JAMES PORTOLESE
Musik. MARK SAYFRITZ
Kamera. DOUGLAS MILSOME
Schnitt. MATTHEW BOOTH
Darsteller. JEAN-CLAUDE VAN DAMME . STEPHEN REA . GARY BEADLE . SELINA GILES u.a.

Review Datum. 2007-04-24
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Anthony Lowe ist ein Cop und ein richtig böser noch dazu: Total fertig mit der Welt und heroinsüchtig. Sein größter Feind ist sein Ex-Partner Anthony Callahan, ein ebenso großer Drecksack und Anwärter auf den obersten Rang in Sachen organisiertes Verbrechen. Als Lowe eines Tages bei einer Auseinandersetzung mit Callahan von dessen Handlanger eine Kugel verpasst bekommt, scheint der Ofen aus zu sein. Doch Lowe überlebt und will klar Schiff mit seinem bisherigen Leben machen. Da wird seine schwangere Frau von Callahans Schergen entführt...

Was auf dem Papier recht banal klingt, entpuppt sich auch in der filmischen Realität als nicht allzu komplex.
Was aber Hauptdarsteller Jean-Claude Van Damme und Regisseur Simon Fellows aus dieser Cop-Mär machen ist einfach nur zum Niederknien.

Wie schrieb ich einst im Review zu WAKE OF DEATH: "Sicher, Van Damme ist und wird nie der nächste DeNiro, aber er strengt sich sichtbar an…". Es mag sein, dass die Nennung der beiden Schauspieler in einem Satz nach wie vor leicht blasphemisch anmutet, Fakt ist aber, dass sich der Taxi Driver durch miese Rollenauswahl (oder einfach nur Unlust) seit einigen Jahren immer mehr in Richtung Knallcharge entwickelt, der einstige Haudrauf-Proll mit den letzten Filmen eine wundersame Entwicklung durchmachte und spätestens jetzt unter Beweis stellt, dass mit ihm künftig auch als Schauspieler zu rechnen ist. Und zwar als ein wirklich Guter.
In einer andere, besseren Welt wäre Van Damme mit seiner Performance für den Oscar nominiert worden…übertrieben? Vielleicht, aber es gibt zu denken, wenn selbst ein schauspielerisches Schwergewicht wie Stephen Rea merkwürdig blass in Relation zu unserem Belgier bleibt.
Und unser Belgier gibt wirklich alles: Wie er schmerbäuchig, mit dicken Tränensacken und gläsernem Blick durch die erste Hälfte des Films läuft, ist ein absoluter Knaller und für die Fanfraktion wahrscheinlich ein Grund zum kollektiven Herzinfarkt. Als seine Frau ihm eröffnet, dass das zu erwartenden Baby nicht von ihm ist, wird klar, wie gut Jean-Claude im mimischen Bereich mittlerweile geworden ist. Ein Gänsehaut-Moment. Selbst die einstige selbstverliebte Ader scheint verflogen zu sein, so wartet UNTIL DEATH mit einer der jämmerlichsten Sexszenen überhaupt auf. Bravourös auch die schauspielerische Akzentverlagerung nach dem Erwachen aus dem Koma: Wankend und sprachlich schwerfällig bleibt Herr Van Varenberg glaubhaft bis in die - und das kann man hier wirklich wörtlich nehmen - Haarspitzen.

Doch auch Regisseur Fellows wird von Film zu Film besser: UNTIL DEATH ist stilsicher in Szene gesetzt und trumpft mit originellen, aber nie aufgesetzt wirkenden Bildeinfällen auf. Lediglich bei den wuchtigen Actionszenen findet Fellows vereinzelt nicht unbedingt den optimalen Kamerawinkel, aber das sind Peanuts. Womit wir auch bei einem Punkt wären, denn man bei der Besprechung eines Van Damme-Films schwer vernachlässigen kann: Die Action. Quantativ sieht's mau aus, dafür setzen die Shoot-Outs unheimlich brutale Höhepunkte und hier liegt auch ein wenig die Crux des Films: UNTIL DEATH hat kein wirkliches Zielpublikum. Die Fans wollen ihren Helden nonstop Gegner vermöbeln und nicht schauspielern sehen - und Freunde konventioneller Hollywood-Kost werden über die eisenharten Gewaltszenen stolpern.
Hoffentlich findet sich dort draußen noch eine dritte Gruppe, die UNTIL DEATH als das zu würdigen weiß, was er ist: Ein Spitzenfilm und der bisherige Höhepunkt in Van Dammes Karriere.











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