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TOM YUM GOONG (Thailand 2006)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. TOM YUM GOONG
Laufzeit in Minuten. 109

Regie. PRACHYA PINKAEW
Drehbuch. KONGDEJ JATURANRASAMEE . PRACHYA PINKAEW
Musik. nicht bekannt
Kamera. nicht bekannt
Schnitt. nicht bekannt
Darsteller. TONY JAA . PETCHTAI WONGKAMLAO . XING JING u.a.

Review Datum. 2006-02-02
Kinostart Deutschland. 2006-07-06

Erstmal: Jep, TOM YUM GOONG setzt noch einen drauf. Allerdings nicht nur in positiver Hinsicht. War schon das Drehbuch zu ONG-BAK nicht gerade ein Anwärter auf den Literaturnobelpreis, schießen einem bei TOM YUM GOONG förmlich die Tränen in die Augen. Dabei war's offensichtlich gut gemeint:
Tonys Papa ist ein traditioneller Wächter der königlichen Elefanten. Wollten Aufrührer den König stürzen, musste man zuerst die Rüsselträger killen. Die alten Zeiten sind vorbei, aber der faltige Herr und sein Sohnemann passen immer noch auf die Tiere auf, wobei besonders der kleine Bub ein inniges Verhältnis zu den grauen Riesen aufgebaut hat.
Als bei einer ärztlichen Untersuchung Jaas Erzeuger angeschossen und die Viecher geklaut werden, macht sich der mittlerweile groß und kräftig gewordene Tony auf, um mittels exzessiven Knochenbrüchen seine Lieblinge wieder zurück auf den heimischen Hof zu holen.
Kommt bekannt vor? Ist bekannt. Buddhakopf wurde gegen Elefanten ausgetauscht, nur leider bliebt man nicht bei der herzigen Simplizität des Vorgängers und fertigte ein inhaltliches Chaos an, dass schnell zum Gähnen und noch schneller zum Vorspulen verleitet. Es ist fast schon Mitleid erregend, wie sehr sich die beiden Verantwortlichen in dem Bemühen, eine etwas komplexere Geschichte als beim Vorgänger zu erzählen, verzetteln:
Viel zu viele Nebenfiguren werden eingeführt, stimmungsmäßig wird zwischen - oftmals rührseliger - Ernsthaftigkeit und schierem Geblödel (natürlich ist dafür wieder der Dicke aus ONG-BAK verantwortlich) munter hin- und hergeschwenkt, die Charaktere bestehen aus Pappe. Das Ganze ist nicht spannend, für die meisten westlichen Zuschauer schätzungsweise auch nicht witzig und Anteilnahme gibt's allerhöchstens für die armen Stuntmen, denn die kriegen mal wieder derbste Keile, womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären: ÄKSCHN!
Hier drehen Jaa und sein Lehrmeister/Choreograph Panna Rittikrai voll auf und schieben die Grenzen des Machbaren noch ein ganzes Stück weiter nach oben.
Mit einer unglaublichen artistischen Virtuosität und gegenüber dem Vorgänger um einiges gesteigerten Brutalität drischt Jaa menschliche Körper zu Brei und zeigt dabei wo im Martial Arts momentan der Hammer hängt und wohl noch 'ne Weile hängen bleiben wird.
Wobei gerade der Härtegrad in Bezug auf den ansonsten eher leichtfüßig angelegten Film für leichte Irritation sorgt: Spätestens dann, wenn Jaa minutenlang heranstürmenden Heerscharen von bösen Jungs die Knochen in die unmöglichsten Richtungen verdreht oder gleich bricht, dürften sanfte Gemüter wohl mehr als nur einmal zusammenzucken. Definitv kein Film für's erste Date!

Auch wenn jetzt mindestens 5€ ins Phrasenschwein fällig sind: Man muss TOM YUM GOONG einfach sehen, um's zu glauben! Für das momentane Dreamteam der Martial Arts scheint es einfach keine Grenzen zu geben…doch, eine Steigerung wüsste ich:
Eine halbwegs vernünftiges Drehbuch! Und laut Ankündigungen im Netz hat auch Jaas Produktionsfirma endlich ein Einsehen, und beim nächsten Projekt SWORD darf jemand Neues in die Tasten greifen.











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