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TAKERS (USA 2010)

von Sebastian Moitzheim

Original Titel. TAKERS
Laufzeit in Minuten. 107

Regie. JOHN LUESSENHOP
Drehbuch. JOHN LUESSENHOP . PETER ALLEN . GABRIEL CASSEUS . AVERY DUFF
Musik. PAUL HASLINGER
Kamera. MICHAEL BARRETT
Schnitt. ARMEN MINASIAN
Darsteller. DILLON . IDRIS ELBA . HAYDEN CHRISTENSEN . T.I. u.a.

Review Datum. 2010-10-22
Kinostart Deutschland. 2010-11-04

Heist-Movies gibt es nicht erst seit OCEAN'S ELEVEN wie Sand am Meer. THE ITALIAN JOB und THE BANK JOB sind nur zwei (immerhin halbwegs gelungene) Beispiele für die Flut an Bankräuber-Filmen, die in den letzten Jahren in die Kinos kamen. Die Menge an Konkurrenz erleichtert es Regisseuren natürlich nicht gerade, sich mit ihrem Film von der Masse abzuheben. Der recht unbekannte Regisseur John Luessenhop startet mit TAKERS einen weiteren - zu Recht verhältnismäßig wenig beachteten - Versuch:

Gordon Cozier (Idris Elba) ist Anführer einer Gruppe junger Bankräuber, die durch perfekt geplante Überfälle immer wieder der Polizei entwischen. Als jedoch Ghost (T.I.), ein ehemaliges Mitglied der Gang, nach einem Aufenthalt von 5 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird, überzeugt er die Gruppe kurz nach ihrem letzten Coup von einem Überfall auf einen Geldtransporter, obwohl sie für gewöhnlich mindestens ein Jahr zwischen ihren Verbrechen verstreichen lassen. Der Überfall verläuft nicht wie geplant, was Detective Jack Welles (Matt Dillon) nutzen will, um die Gangster zu fassen.

Wenn Ende des Jahres allerorten die Highlights und Ausfälle des Kinojahres aufgelistet werden, wird TAKERS sicher in keiner einzigen Liste auftauchen. Er gehört zu den Filmen, die man schon während des Abspanns vergisst: Nichts ist wirklich schlecht, doch es gibt auch nichts, was den Film im Vergleich mit anderen Genrevertretern besonders hervorhebt. Alle Schauspieler leisten solide Arbeit, doch keiner setzt wirklich Akzente - wenn Hayden Christensen und Matt Dillon auf dem selben Niveau agieren, lässt sich das wohl nur mit fehlender Motivation von letzterem erklären. Die durchgestylte Modekatalog-Optik des Films ist sicher nicht jedermanns Geschmack, doch handwerklich ist Regisseur Luessenhop wenig vorzuwerfen: Die Actionszenen sind ordentlich inszeniert, Luessenhop behält trotz dem - wie es sich für moderne Actionfilme leider gehört - etwas überstrapazierten Einsatz der Hand- bzw. Wackelkamera, meist den Überblick. Dass sich dabei das ein oder andere Mal an berühmten Vorbildern bedient wird, könnte man sogar noch als Zitate durchgehen lassen, wenn TAKERS an anderer Stelle Eigenständigkeit beweisen würde.

Doch genau da liegt das Problem des Films: Was auch immer die vier(!) Autoren des Drehbuchs getan haben, originelle Ideen hat jedenfalls keiner von ihnen eingebracht. Der Plot wartet immer wieder mit netten Twists auf - aber eben nur mit solchen, die schon viele Male dagewesen sind. Die Charaktere sind nie wirklich unsympathisch, aber letztlich doch zu austauschbar, um den Zuschauer wirklich für ihr Schicksal zu interessieren, was sowohl für die Gangster als auch Dillons Jack Welles und seinen Partner (Jay Hernandez) gilt. Nie entscheiden sich die Autoren wirklich für eine Seite, es wird stets versucht, den Film gleichzeitig aus der Perspektive von Cops und Gangstern zu erzählen, was dazu führt, das auch der Zuschauer TAKERS in erster Linie Gleichgültigkeit entgegenbringt.

Auch nach Verlassen des Kinos wird diese Gleichgültigkeit vorherrschen: Man wollte ein Heist-Movie sehen und hat ein Heist-Movie bekommen. Selbst die größten Freunde des Genres werden keinen zwingenden Grund finden, TAKERS anzusehen, so sehr wirkt er wie ein Gerüst, eine Skizze, die niemand zu einem fertigen, eigenständigen Film ausgearbeitet hat. Bei so wenig eigenem Charakter fehlt es aber auch an Angriffsfläche, sodass der Film nicht einmal das Potential hat, den Zuschauer zu enttäuschen - einen wirklich schlechten Film würde der ein oder andere wohl sogar vorziehen.











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