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SUKIYAKI WESTERN DJANGO (Japan 2007)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. SUKIYAKI UESUTAN : JANGO
Laufzeit in Minuten. 121

Regie. TAKASHI MIIKE
Drehbuch. TAKASHI MIIKE . MASA NAKAMURA
Musik. KÔJI ENDÔ
Kamera. TOYOMICHI KURITA
Schnitt. YASUSHI SHIMAMURA
Darsteller. HIDEAKI ITO . MASANOBU . KOICHI SATO . QUENTIN TARANTINO u.a.

Review Datum. 2008-03-04
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

Um's gleich vorwegzunehmen: Wer bei den Schlagwörtern "Miike", "Django" und "Western" genauso viel Freudensabber am Kinn hängen hat wie ich, wird hier nach spätestens 30 Minuten zum Tempo greifen, um sich die Kummertränen von der Backe zu wischen.

Man kann es fast schon als schlechtes Vorzeichen werten, dass Geek-Guru Quentin Tarantino mit einer unterirdischen Vorstellung sich gleich am Anfang des Films die Ehre gibt, denn auf gewisse Weise liefert Miike hier den japanischen DEATH PROOF ab und so wird auch hier in der ersten Hälfte geredet, geredet und nochmals geredet.

Umständlich, zäh und ohne spürbare Leidenschaft für seine Figuren wird der Plot um einen Fremden, der in ein heruntergekommenes Bergdorf kommt und dort zwischen die Fronten zweier Banden gerät ausgebreitet und ähnlich wie beim Tarantino-Film findet man einfach keine Linie: Man dreht keinen Western, aber auch keine Parodie, sondern vielmehr einen Fan-Film, der sporadisch Zitate einwirft um die Credibility beim Zielpublikum zu untermauern. Verstanden hat man die Mechanismen der offensichtlichen Vorbilder aber eher weniger bis gar nicht.

Ein großes Problem ergibt sich auch aus der Idee, die japanischen Darsteller durchgehend Englisch sprechen zu lassen: Mag sein, dass das für japanische Ohren lustig klingt, aber in den westlichen Ländern dieser Welt wird man dank des extrem strapaziösen Japanglisch schon nach kurzer Zeit - in der Hoffnung auf schnelle Bewusstlosigkeit - gegen die nächste Betonwand rennen. Spaß macht das keinen, man wähnt sich vielmehr des Öfteren eher beim Vorspiel der örtlichen Laienschauspieltruppe als bei einem großen Kinofilm

In der zweiten Hälfte kommt Miikes Film dann langsam etwas in Schwung, es gibt ein paar groteske Szenen und etwas Action, aber auch dieser leichte Aufschwung kann, ebenso wie die gelungene audiovisuelle Seite des Films, nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Regisseur mit SUKIYAKI WESTERN DJANGO einen verwässerten Bauchklatscher erster Kajüte hingelegt hat, der - zum ersten Mal bei Miike - in der internationalen Auswertung auch eine Straffung von 25 Minuten hinnehmen muss und das leider nicht ganz zu Unrecht.

Es ist schon seltsam, dass Miike ausgerechnet bei diesem viel versprechenden Projekt so kläglich in die Knie geht und das Endresultat sich mehr wie Tarantino als wie Miike anfühlt. Man kann hier wohl mit Recht den Spruch "Schuster bleib bei deinem Leisten" aus Großmutters Weisheiten-Truhe holen und hoffen, dass der japanische Regie-Derwisch künftig auf Schützenhilfe aus den USA verzichtet.











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