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SUBLIME (USA 2007)

von Hasko Baumann

Original Titel. SUBLIME
Laufzeit in Minuten. 110

Regie. TONY KRANTZ
Drehbuch. ERIK JENDRESEN
Musik. PETER GOLUB . ANTHONY MARINELLI
Kamera. DERMOTT DOWNS
Schnitt. ROBERT FLORIO
Darsteller. THOMAS CAVANAGH . CAS ANVAR . KATHERINE CUNNINGHAM-EVES . PAGET BREWSTER u.a.

Review Datum. 2007-05-12
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Entweder Warner sind doch risikiofreudiger, als man erwartet hätte, oder nicht ganz so clever, wie ich dachte. Mit dem zweiten Film ihres Horror-Sublabels "Raw Feed" entfernen sie sich weit, sehr weit von der gewinnenden Einfachheit ihres zufriedenstellenden Roadslashers REST STOP. Zu weit?

Der Film von Tony Krantz begibt sich ins Paranoia-Fahrwasser von Filmen wie JACOB'S LADDER. Ein Mann in den besten Jahren begibt sich für einen Routineeingriff ins Krankenhaus. Als er erwacht, ist er Opfer einer Verwechslung geworden und sieht sich erkennt an sich die Spuren einer schwerwiegenden Operation. Nicht in der Lage, das Hospital zu verlassen, hat er genug Zeit, sein Mißtrauen zu Angst und schließlich zu alptraumhafter Verzweiflung anwachsen zu sehen. Der Fernseher zeigt ausschließlich einen Verkaufssender, in dem Moderatoren ohne Gesichter nutzlose Dinge anpreisen; die Ärzteschaft ist undurchsichtig, Familie und Freunde hilflos oder gar untreu und in einem verlassenen Trakt geschehen abscheuliche Dinge. Nur eine bildhübsche Krankenschwester hält zu ihm und verhält sich in jeder Beziehung so, wie ein Mann es sich in feuchten Träumen ersehnt.

Spätestens hier wird auch der naivste Zuseher stutzig und reimt sich die Lösung des Rätsels zusammen. Die anderen reiben sich jetzt noch den Schädel, weil ihnen schon zu Beginn des Films die Hinweise mit dem Holzhammer um die Ohren gehauen wurden: Ein überdeutlicher plant and pay-off-Grundstein findet sich im Traum, der den Film einleitet; ein Bild vom Inkubus hängt im Badezimmer, und nachhaltig demonstrierte Xenophobie prägt die Hauptfigur. Wenn dann die große Schlußeröffnung nach langen, viel zu langen 110 Minuten (!) vorüber ist, kann man nur enttäuscht von dannen ziehen.

Enttäuscht vor allem deshalb, weil SUBLIME sehr um eine beunruhigende Atmosphäre bemüht ist und trotz überdeutlicher Anleihen beim bereits erwähnten JACOB'S LADDER eine Stunde lang die Spannung hält. Gut gespielt, gut besetzt und gut gedreht – statt im Horror so modischem Getöse und Geflashe geht es langsam, geradezu traumähnlich schleichend voran. Die wenigen blutrünstigen Momente wirken so aufgesetzt und unnötig, als wären sie nur in den Film geschrieben worden, um die Anforderungen von „Raw Feed“ zu erfüllen. So unzufrieden man letztlich aus dem Film kommt: SUBLIME hat mit seiner Grundidee eine ernsthafte These zu einem elementaren Themenkomplex des menschlichen Daseins zu bieten. Und was er uns da erzählt, läßt einen so schnell nicht los.











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