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THE SPIRIT (USA 2008)

von Martin Eberle

Original Titel. THE SPIRIT
Laufzeit in Minuten. 103

Regie. FRANK MILLER
Drehbuch. FRANK MILLER . WILL EISNER
Musik. DAVID NEWMAN
Kamera. BILL POPE
Schnitt. GREGORY NUSSBAUM
Darsteller. GABRIEL MACHT . SCARLETT JOHANSSON . SAMUEL L. JACKSON . EVA MENDES u.a.

Review Datum. 2009-01-05
Kinostart Deutschland. 2009-02-05

Jahrzehnte bevor Will Eisner die graphic novel erfunden hatte, erweiterte er den Comic-Horizont um einen Heldencharakter, der weniger auf Superkräfte ausgerichtet war sondern eher den Blick auf die Sorgen und Nöte des kleinen Mann auf der Strasse richtete. The Spirit, ein maskierter Rächer, stromerte von 1940 bis 1952 durch die finstren Gassen der rauen und feindseligen Stadt Central City. Eisner nahm es mit dem Genre recht locker, er legte sich nicht fest sondern ließ die Geschichten mal in Richtung Romanze, mal in Richtung Krimi, mal als Komödie laufen.

Auch Frank Miller ist Comic-Freunden kein Unbekannter. Seine düstere Variation von Batman (BATMAN: THE DARK KNIGHT, DC Comics 1986) war stilprägend und hat sich auf die diversen Verfilmungen ausgewirkt.
Nicht sonderlich optimistischer ist Millers SIN CITY von 1991/92, ganz in schwarz-weiß und ebenfalls in einer tristen Umwelt angesiedelt, das comic noir schlechthin. Zusammen mit Robert Rodriguez brachte er 2005 SIN CITY auf die Leinwand. Mit einem eindrucksvollem Ergebnis: der komplett digital hergestellte Film transferiert den Stil der Comicvorlage ziemlich werksgetreu in die Filmwelt. Diesen Stil übernimmt Miller nun wieder und trimmt ihn für die nächste Comic-Verfilmung, eben Eisners THE SPIRIT. Ein für tot gehaltener Cop (Gabriel Macht) geht als The Spirit auf Verbrecherjagd und trifft auf seine alte Jugendliebe Sand Saref (Eva Mendes), die sich sublimativ mit Diamanten beschäftigt und seinen Erzfeind Octopus (Samuel L. Jackson), der sich um Unsterblichkeit bemüht, um die Welt noch schlimmer zu machen, als sie bereits ist.

Miller schert sich nicht sonderlich um seine Story, er ist von der Figur des Spirit fasziniert, von seiner Coolness, seinem trockenen Humor, seinen one-linern. Und von der Darstellung der Stadt, die er in einer Mischung aus Moderne und 50er Jahre Tristesse hinwirft. Vor allem auf den Stil fokussiert, spult Miller ein Feuerwerk von rasanten Fights und grotesken Situationen ab (Höhepunkt für Fetischisten: Samuel Jackson und Scarlett Johansson in SS-Uniformen!!), die sich anekdotisch aneinander reihen. Function follows style, der Look ist perfekt. Wie mit SIN CITY ist ein Comic zum Film geworden. Aber anders als SIN CITY ist THE SPIRIT ein bunter, überkandidelter, eher putziger Streifen geworden, in der Melange aus Düsternis und Albernheit eine Mischung aus BATMAN und ROGER RABBIT, unterhaltsam und unrelevant. Ein dufter Spaß also ohne Tiefsinn, nicht weniger, sicher auch nicht mehr.











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