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SMALL TOWN FOLK (Großbritannien 2007)

von Stefan Mader

Original Titel. SMALL TOWN FOLK
Laufzeit in Minuten. 86

Regie. PETER STANLEY WARD
Drehbuch. NATALIE CONWAY . PETER STANLEY WARD
Musik. DAVID JAMES NIELSEN
Kamera. PETER STANLEY WARD
Schnitt. PETER STANLEY WARD
Darsteller. CHRIS R. WRIGHT . WARWICK DAVIS . GREG MARTIN . HANNAH FLINT u.a.

Review Datum. 2008-12-14
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Und wieder mal ein Slasher, in dem böswillige Hinterwäldler die sinsitre Hauptrolle spielen. Auch die Ausgangssituation kommt bekannt vor:
Das Pärchen Jon (Martin) und Susan (Flint) brettert mit seinem Jeep durch die trotz Hillbilly-Soundtrack offenkundig britische Botanik. Da Jon, wie sich das für einen echten Kerl gehört, partout nicht nach dem Weg fragen will, verirren die beiden sich alsbald und gelangen in das Kaff Grockleton, das augenscheinlich nur von Produkten generationenlanger Inzucht bevölkert wird. Im einzigen Haus Grockletons das diese Bezeichnung auch verdient gewährt der Landlord (Wright) Susan und Jon auch bereitwillig Unterschlupf für die Nacht. Die beiden wissen natürlich noch nicht, was dem Publikum bis dahin schon eindrucksvoll bewiesen wurde, nämlich dass Gastfreundschaft für die Hinterwäldler immer mörderischen Spaß bedeutet. Für die Gäste eher weniger...

Nach den ziemlich albernen, aber nicht gänzlich unlustigen ersten zehn Minuten ist ganz plötzlich die Luft raus aus Peter Stanley Wards Regiedebüt. Erst nach etwa einer halben Stunde, als das Pärchen merkt, woher der Wind weht und zu fliehen versucht, nimmt SMALL TOWN FOLK wieder etwas an Fahrt auf und kann diese dann auch bis zum Ende hin halten.
Leider bleiben dem Publikum diverse Versuche, "witzige" Sprüche oder slapstickartige Einlagen einzubauen, dennoch nicht erspart und schaffen so eine ironische Distanz zum Geschehen, die eine ernsthafte Identifikation mit den Protagonisten verhindert. Dies wiegt umso schwerer, als dass uns auch die Möglichkeit verwehrt bleibt, das Protagonistenpaar zu Beginn besser kennen zu lernen.
Ebenfalls erwähnenswert ist der augenscheinlich massive CGI-Einsatz. So ist das Haus des Landlords von außen nur als Computergrafik zu sehen und in vielen Szenen scheint die Waldkulisse einfach per Blue Screen eingefügt – quasi ein Wetterbericht mit Blut. Dieses fließt vor allem in "von Hand" gestalteten Gore-Effekten übrigens reichlich. So ziehen eine Verletzung am Ohr und eine Impressionsfraktur des Schädels jeweils richtige Kunstblutfontänen nach sich, während aus dem Halsstumpf eines kopflosen Bösewichts nur ein klein wenig CGI-Blut sprüht – es ist fast schon absurd.

Dennoch hat SMALL TOWN FOLK seine Momente, wie zum Beispiel den Auftritt der maskierten Hinterwäldler. Der eine sieht aus wie BATMANs Nemesis Scarecrow mit blauen Latzhosen, der andere wie Slipknot-Sänger Corey Taylor.
Genre-Freunde die sich nicht daran stören, dass der Film zwischendurch immer wieder versucht, die Witzkeule auszupacken, könnten ihren Spaß dran haben – Leute, bei denen Horror wirklich gruslig sein oder schmerzen muss, wohl weniger.

SMALL TOWN FOLK erscheint am 22.01.2009 bei Atomik-Films.











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