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THE SIGNAL (USA 2007)

von Sebastian Selig

Original Titel. THE SIGNAL
Laufzeit in Minuten. 100

Regie. DAVID BRUCKNER . DAN BUSH . JACOB GENTRY
Drehbuch. DAVID BRUCKNER . DAN BUSH . JACOB GENTRY
Musik. nicht bekannt
Kamera. NICK HILTGEN
Schnitt. DAVID BRUCKNER . DAN BUSH . JACOB GENTRY
Darsteller. AJ BOWEN . JUSTIN WELBORN . SCOTT POYTRESS . ANESSA RAMSEY u.a.

Review Datum. 2007-09-10
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

Auf seine Weise ist THE SIGNAL der Film, auf den man in den vergangenen Jahren mit Spannung gewartete hat. Jetzt, wo die hochwertigen DV-Kameras nicht nur billig zu bekommen sind, sondern auch noch verdammt gute Farben und neue Freiheiten, was das Licht angeht, bieten, wurde es echt an der Zeit, dass sich ein neues Guerilla-Kino ausbildet, dass mit ungezähmter Energie und Kreativität nach vorne prescht. Was David Bruckner, Dan Bush und Jacob Gentry hier in Co-Regie abbrennen hat in dieser Hinsicht wirklich einmal Signal-Wirkung.
Die Bezüge zu Romero in seinen besten DAWN OF THE DEAD/THE CRAZIES-Zeiten oder auch die apokalyptischen Untergangsszenarien eines J.G. Ballard sind zwar noch zu erkennen, jedoch ist THE SIGNAL alles andere als Fanboy-Kino. Ausgehend von der Idee eines TV/Audio-Signals, welches plötzlich alle Kanäle belegt und bei seinen Konsumenten die Mordlust freilegt, wird hier visuell gekonnt und überaus intelligent ein Untergangspanorama aufgefahren, bei dem einem echt die Spucke wegbleiben kann.
Untergliedert in drei Kapitel bleibt der Film dabei immer ganz nah dran an seinen Figuren und deren Überlebenskampf, respektive Amoklauf. Bruckner, Bush und Gentry haben dabei eine erstklassige Riege von zumeist Theaterschauspielern zur Hand, die sich hier aber auf einem mindestens ebenso thightem, wie erstklassigen Skript beweisen dürfen.
Auch wenn jeder der drei Regisseure schwerpunktmäßig eines der drei Kapitel des Films inszeniert hat, so ist hier am Ende doch alles andere als ein Episodenfilm entstanden. Zwar differieren die einzelnen Teile leicht stimmungsmäßig von blankem Terror über schonungslosen Zynismus bis hinein in die Ausweglosigkeit, jedoch läuft der Film dabei nicht eine Minute Gefahr auseinander zubrechen.
THE SIGNAL legt bereits in den ersten Minuten, mit einer seltsam verstörenden Backwood-Horror-Fantasie los. Ein Gefühl von blankem Terror zieht sich unerbittlich von Anfang an durch diesen Film und toppt damit in seiner apokalyptischen Größe sogar noch die durchaus schon sehr intensive erste Viertelstunde von Zack Snyders gelungenem DAWN OF THE DEAD-Remake. Selten hat man Chaos und Gewalt mit größerer Wucht lostreten gesehen.
Als Anna (Cheri Christian) morgens um 3 von ihrem Geliebten nach Hause aufbricht, liegt der Wahnsinn bereits in der Luft. Nachbarn und Mitbewohner betrachten ihre Baseballschläger, Gartenscheren, Küchenmesser und Vorschlaghämmer mit liebevoll verträumten Blick. Die Gewalt bricht derart omnipräsent aus, dass es nicht lange dauert bis die Grenzen zwischen dem Wahnsinn verfallenen Angreifern und den von all der Gewalt um sie herum traumatisierten Überlebenden zu verschwimmen beginnt. Gerade im zweiten Teil findet der Film hier großartige, absurd groteske Momente für das Wegblenden von Realität in Situationen extremer Gewalterfahrung. Geschliffene Dialoge, bösester schwarzer Humor kippt hier in nur dann umso heftiger an die Nieren gehende Momente brutalst, realer Gewalt, die wirklich keine Rücksicht mehr zu kennen scheint. Auch wenn sich das daran anschließende Ende einen Tick zu viel Zeit lässt. Die Party im Mittelteil gehört sicher zu den stärksten und mitreißendsten Sachen, die man seit ganz langer Zeit gesehen hat.
Auf dem Fantasy Fimfest (wie auch in Sundance) hatte man die einmalige Chance einen von jeglichem verleiherischem Einfluss verschonten Rohschnitt sehen zu können, der nun für die kommerzielle Auswertung noch ein klein wenig gezähmt werden wird. Das ist natürlich schade, doch kann man sicher sein, dass dieses schwarze Meisterwerk selbst dann noch für Begeisterung in Mitternachtsvorstellungen sorgen wird, wenn dieser Cut längst Legende geworden ist.











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