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DAS OMEN (USA 2006)

von Hasko Baumann

Original Titel. THE OMEN
Laufzeit in Minuten. 108

Regie. JOHN MOORE
Drehbuch. DAVID SELTZER
Musik. MARCO BELTRAMI . JERRY GOLDSMITH
Kamera. JONATHAN SELA
Schnitt. DAN ZIMMERMAN
Darsteller. LIEV SCHREIBER . JULIA STILES . MIA FARROW . DAVID THEWLIS u.a.

Review Datum. 2006-05-22
Kinostart Deutschland. 2006-06-06

Wieso ein Remake von DAS OMEN - monetäre Motivationen mal beiseite gestellt?
In der Rezeption des Originals gibt es Unterschiede, in seinem Herkunftsland hat man nicht unbedingt das Gefühl, das mit der Neuverfilmung Sakrileg begangen wird. Während DAS OMEN in Europa als Horrorklassiker gilt, grandios inszeniert von einem jungen Richard Donner, wird der Film in den USA gemeinhin als Käsefest für Edeltrashgourmets abgetan. Während wir hier die Hände überm Haupt zusammenschlagen, geht man dort davon aus: Mieser kann's ja nicht werden.

Betrachten wir also das neue OMEN als Coverversion. Derselbe Song: Wohlhabendem Botschafter wird fremder Sohn zugeschanzt, nach und nach mehren sich die Hinweise, daß es sich dabei um den Sproß des Leibhaftigen handelt. Als Bandleader fungiert der nicht gänzlich talentfreie Routinier John Moore, der zuletzt mit seiner Inszenierung des FLUG DES PHÖNIX eine Bruchlandung erlitt. Mit Liev Schreiber und Julia Stiles hat man sich eine Stufe über dem üblichen Horror-Kanonenfutter orientiert. In der zweiten Reihe wurde punktgenau besetzt: Pete Postlethwaite als warnender Priester, David Thewlis in der David Warner-Rolle als investigativer Fotograf und ausgerechnet Mia Farrow als Satans Super-Nanny. Brillant.

Schnell begreift man aber, daß David Seltzers Drehbuch von 1976 in weiten Teilen Wort für Wort übernommen wurde, die wenigen Modernisierungen oder Änderungen fallen enttäuschend (die Gewalt wurde stark zurückgenommen) oder schlicht albern aus ("the rise of the Roman Empire" ist hier die Gründung der EU?!). Die Elemente sind alle dieselben wie einst, insgesamt ist Moores Popversion des alten Hits nur etwas glatter, teils etwas lauter - wie neuerdings üblich, ersetzt Getöse auf der Tonspur die Dramatik im Bild - und dank fehlender Intensität auch leider nicht lange im Ohr.

Das Kind ist bei weitem nicht so unheimlich wie der fiese mopsige Fratz von einst, und der Horror wirkt abgemildert, wenn auch diverse Traumsequenzen der Aufmotzung dienlich sein sollen. Die Affensequenz ist schlapp, und Julia Stiles wird ein weniger spektakuläres Schicksal zuteil als Lee Remick. Was der Film allerdings nachdrücklicher zeigt als das Original, ist die wachsende Furcht der Mutter vor dem eigenen Kinde - eine Urangst, die auch hier für den einen oder anderen Schauer sorgt.

Für den Filmfreund, der das Original gut kennt, gibt es keine einzige Überraschung. Bleibt also die große Frage nach der Glasplatte. Wenn Thewlis wie David Warner nach den Dolchen greift, sitzt man aufrecht und ist gespannt, wie dieser große brutale Moment des Horrorkinos ins Heute transportiert wurde. Doch der Moment ist schwach, fast cartoonesk und damit eigentlich enttäuschend.

Auch für Zuschauer, denen die Geschichte der Thornes neu ist, wird sich nichts an diesem Film sensationell anfühlen. Moores OMEN ist nicht schlecht, aber er ist auch nicht gut - er ist so schrecklich durchschnittlich. Letzten Endes ist es wohl nur der funky Starttermin (6.6.06), der diesen Film wirklich zu rechtfertigen hat.











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