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MISSIONARY MAN (USA 2007)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. MISSIONARY MAN
Laufzeit in Minuten. 93

Regie. DOLPH LUNDGREN
Drehbuch. DOLPH LUNDGREN . FRANK VALDEZ
Musik. ELIA CMIRAL
Kamera. XIAOBING RAO
Schnitt. MICHAEL KUGE
Darsteller. DOLPH LUNDGREN . JOHN ENOS III . AUGUST SCHELLENBERG . MATTHEW TOMKINS u.a.

Review Datum. 2008-03-01
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Es ist wirklich schade, dass der kühle und bei MISSIONARY MAN etwas zu grell Blondierte aus dem hohen Norden erst so spät in seiner Karriere die Möglichkeit kriegt, eigene Filme zu drehen, denn wenn man sich anschaut wie Lundgren jetzt schon zum dritten Mal (DIAMOND DOGS wird dank widriger Produktionsumstände und auch nur teilweiser Beteiligung Lundgrens jetzt mal ausgeklammert) souverän mit Mikro-Budgets jongliert und kleine Perlen zusammenbastelt, die die wesentlich teureren Produkte von z.B. Kollege Seagal blass aussehen lassen, würde man dem symphatischen Hünen wünschen, dass jemand mal den ganz dicken Geldbeutel aufmacht und Lundgren so richtig loslegen kann.

Was den ansonsten überaus gelungenen PALE RIDER-Verschnitt MISSIONARY MAN jedenfalls spürbar bremst, ist der teilweise etwas geschwätzige Standardplot: Lundgren spielt einen Tequila (natürlich pur) trinkenden, bibellesenden, sonnenbebrillten Biker, der in ein kleines texanisches Dorf kommt und sich dort mit dem Dorftyrannen und einer Rockerbande anlegt, die die überwiegend indianischen Einwohner terrorisieren. Die gradlinige und ohne große Überraschungen durchgezogene Geschichte wirkt wie eine Konzession an die (noch) wichtige Action-Klientel, denn ansonsten lehnt sich Lundgren dieses Mal recht weit aus dem Nischen-Fenster, was sich insbesondere in der Art der Inszenierung manifestiert:
Der auf Super 16 gedrehte Film sieht aus, als ob man ihm die Farben nahezu entzogen bzw. ausgebleicht und über das Ergebnis dann einen sehr dominanten Braunfilter gelegt hätte. Diese karg-künstliche und stellenweise auch recht grobkörnige Optik unterstützt die Western-Thematik des - übrigens tatsächlich in Texas gedrehten - Films auf eine gewisse Weise, zumal Lundgren nicht mit gelungenen Bild-Ideen geizt (vor allem im Finale findet sich das ein oder andere Motiv, welches man sich gerne an die Zimmerwand hängen würde), auf Genre-Puristen dürfte die Experimentierfreudigkeit des Regisseurs aber eher befremdlich wirken.
Überhaupt: THE MECHANIK ist hier weit entfernt, Action gibt's verhältnismäßig wenig und selbst das brettige Pumpgun-Finale gerät zur stilisierten Arthouse-Version von einem brettigen Pumpgun-Finale (man beachte die Pose, wenn Dolph dem Oberbaddie ins Gesicht schießt).

MISSIONARY MAN zieht - der gelungene Soundtrack von Elia Cmiral tut sein Übriges - seine artifizielle, an manchen Stellen nahezu traumähnliche Version eines B-Actioners jedenfalls von A-Z durch. Das ist sehenswert, wohin der Regisseur mit einen solchen Film allerdings will, ist mir schleierhaft.

Vielleicht gibt's den nächsten Lundgren ja im Kommunalen Kino zu sehen?

Wer weiß?











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