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THE MECHANIK (USA 2005)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. THE MECHANIK
Laufzeit in Minuten. 94

Regie. DOLPH LUNDGREN
Drehbuch. BRYAN EDWARD HILL . DOLPH LUNDGREN
Musik. ELIA CMIRAL
Kamera. ROSS W. CLARKSON
Schnitt. JOE PLENYS
Darsteller. DOLPH LUNDGREN . BEN CROSS . IVAN PETRUSHINOV u.a.

Review Datum. 2006-01-23
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Nick Cherenko ist ein ehemaliger Soldat der Spetznaz, der in Afghanistan gedient und sich jetzt mit Frau und Kind als Mechaniker in Russland zur Ruhe gesetzt hat.
Als während eines außer Kontrolle geratenen Drogendeals Cherenkos Familie zufälligerweise ins Kreuzfeuer der Gangster gerät und von Gangleader Sasha getötet wird, schreit Cherenko nach Rache. Zusammen mit seiner Truppe wird zur Gegenattacke geblasen, Sasha bleibt mit einem Einschussloch im Gesicht zurück.
7 Jahre später: Nick lebt mittlerweile illegal in den USA und arbeitet erneut als Mechaniker. Eines Tages bietet ihm eine reiche Geschäftfrau an, für eine halbe Millionen $ ihre entführte Tochter zurückzuholen. Cherenko hat zuerst kein Interesse, doch dann erkennt er auf einem Foto der Entführung Sasha...

Zu meinem großen Bedauern muss ich feststellen, dass die Ankündigung "Directed By Lundgren" fast ausschließlich für Hohn und Spott sorgt. Ein Jammer, denn Lundgren setzt mit THE MECHANIK noch einen drauf und beweißt, dass sein gelungener Erstling THE DEFENDER kein Zufallstreffer war.
"I felt more secure as a director. Enjoyed Bulgaria." meint der Herr Regisseur auf seiner Homepage und ja, man merkt beides: Während der Erstling hauptsächlich auf Action setzt, leistet sich Lundgren hier auch schon mal den Luxus das Tempo merklich runter zufahren, was gerade im B-Bereich schnell in Langweile ausartet, nicht so hier: Die Pausen zwischen den - extrem brutalen, es gibt fast keinen Schuss ohne blutigste Konsequenzen - Actionszenen werden genutzt, um mit einem darstellerisch sehr überzeugenden Dolph emotionale Fallhöhen aufzubauen, die sich dann um so eruptiver entladen. Hier macht THE MECHANIK auch einen ausgereifteren Ausdruck als THE DEFENDER, der - in bester B-Action-Tradition - fast ausschließlich auf Action setzt und wenig Platz für Zwischenräume lässt.
Die Story bleibt simpel, aber stets zielgerichtet und atmet - ebenso wie die Kamera, die den Film einen ausgewaschenen, erdigen Look gibt - tief den Geist der 70er Jahre. Genauso gut könnte man sich auch Bronson in der Titelrolle vorstellen.

Daß Lundgren von Bulgarien angetan war, merkt man, denn er bezieht vor allem die ländliche Seite stark in seinen Film ein, so spielt der saftige Showdown zum Teil auf einen Bauernhof (inklusive Kuhglockengebimmel im Hintergrund), was dem Film, ebenso wie der geschickte Schachzug fast alle nichtamerikanischen Darsteller in ihren Muttersprachen auftreten zu lassen, atmosphärisch sehr zuträglich ist.
War THE DEFENDER ein gelungenes Debüt, hat Lundgren schon mit dem zweiten Film die Meisterprüfung abgelegt. THE MECHANIK ist ein kleines Juwel und hat für mich persönlich jetzt schon einen sicheren Platz in der diesjährigen Top 10.
Lasst euch nicht vom typischen Vorverurteilungen abschrecken, sondern gebt dem sympathischen Schweden eine Chance, er hat's mehr als verdient!











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