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MEINE FRAU, DIE SPARTANER UND ICH (USA 2007)

von Claudia Siefen

Original Titel. MEET THE SPARTANS
Laufzeit in Minuten. 84

Regie. JASON FRIEDBERG . AARON SELTZER
Drehbuch. JASON FRIEDBERG . AARON SELTZER
Musik. CHRISTOPHER LENNERTZ
Kamera. SHAWN MAURER
Schnitt. PECK PRIOR
Darsteller. SEAN MAGUIRE . CARMEN ELECTRA . KEN DAVITIAN . KEVIN SORBO u.a.

Review Datum. 2008-01-29
Kinostart Deutschland. 2008-02-28

"Wanderer, kommst du nach Sparta, so sage, du habest uns liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl."

Wie man es sich bei einer Komödie eigentlich wünscht, nämlich vor Lachen nieder zu liegen, das kann man hier vergessen. Es sei denn, man wartet bis zum Abspann, dann kommt so etwas wie gute Laune und Witz auf, den man aber den ganzen Film über leider kläglich vermisst.
Soviel weiss man: das Ganze soll eine Persiflage auf 300 sein. Eine "Persiflage" ist also ein Etwas, dass sich kritisch, spöttisch und intelligent mit einem Genre oder gleich einer ganzen Geisteshaltung auseinander setzt. Spöttisch und intelligent: das muss ich irgendwie verpasst haben. Grinsen kann man kurz darüber, dass Leonidas sich mit 13 Kriegern auf den Weg macht, um die anrückenden Perser zu bekämpfen. Es gibt viele aufgemalte Waschbrettbäuche zu sehen, über die sich eh nur jene lustig machen, die einen solchen nicht besitzen. Monty Python-alike hüpft also dies entzückende Heer in Lederhöschen und roten Umhängen, die auch schon mal sorgfältig gebügelt werden, seiner Bestimmung entgegen und trällert "I will survive!", oh, man macht sich immer noch erfolgreich über homosexuelle Männer lustig, wem's gefällt. Höchstens interessant als Sozialstudie, dass dies immer noch eine ganze 90 Minuten-Komödie tragen soll. Alike ist hier eine ganze Menge, von den sich ständig wiederholenden Gags mit Promi-Doubles ausgehend. Das ganze ist eigentlich ein Biss in den eigenen Schwanz: es werden hier genau jene Leute des öffentlichen Pop-Lebens durch den Kakao gezogen, deren Pseudo-Geschichtchen in der Klatschpresse für das Klientel von MEINE FRAU, DIE SPARTANER UND ICH immer wieder aufbereitet werden. Tragische Figuren, wie B. Spears oder L. Lohan sind mittlerweile nur noch Kanonenfutter, bei deren Anblick man eigentlich vor Scham den Blick senken sollte. Ich gehe, was Spears angeht, da einmal völlig konform mit dem mittlerweile glattgebügelten Journalismus-Oberhemd "Spiegel", der im Jahresrückblick Spears neues Album als "neuartig und sensationell" empfiehlt: eben nur Pech, dass solch eiskalter elektrischer Plastikpop von der derzeit falschen Interpretin kommt. Wenn man also die Augen offen hält, und sich sämtliche Doppelgänger genau anschaut und auch erkennt, so ergibt sich ein spannendes Bild dessen, warum und auf welche Art dort jemand verballhornt wird. Wir sehen Casting-Shows und Schönheitswahn und vor allem Menschen, die vor noch gar nicht langer Zeit als Helden der populären Industrie galten.

In dem Durcheinander hält sich einzig gut unser aller Carmen Electra! Sie steckt im Film, weil sie da sein will. Sie macht sich ordentlich über ihr Image lustig und liefert wie allzeit einen sexy-sympatischen gesunden Eindruck. Der Film: vielleicht irgendwann mal auf DVD schauen, dabei viel mit Freunden herum albern, Guinness trinken und zwischendurch auf die Toilette rennen. Aber im Kino? Zu teuer.











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