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JUAN OF THE DEAD (SPANIEN/KUBA 2011)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. JUAN DE LOS MUERTOS
Laufzeit in Minuten. 100

Regie. ALEJANDRO BRUGUÉS
Drehbuch. ALEJANDRO BRUGUÉS
Musik. nicht bekannt
Kamera. CARLES GUSI
Schnitt. MERCEDES CANTERO
Darsteller. BLANCO ROSA BLANCO . ELSA CAMP . ALEXIS DÍAZ DE VILLEGAS . ANTNIO DECHENT u.a.

Review Datum. 2012-02-24
Kinostart Deutschland. 2012-04-12

JA. WOHL. Nach Lichtjahren mit gefühlten Quadriotrilliarden an hundserbärmlichen Zombiefilmen und deren humorige Verwurstungen, meist Debütfilme von jungen Nerds, die hier und da vielleicht Ambitionen zeigen, aber dann doch in der ewigen Romero-Zeitschleife hängenbleiben, kommt jetzt tatsächlich mal fresh blood und zwar aus Kuba.
Vorerst: Es handelt es sich um einen Vertreter der meist wenig erquicklichen Horror-/Humorbastarde und ja, wahrscheinlich hätte es JUAN ohne die bisher noch erträglichste Parodie SHAUN OF THE DEAD nie gegeben. Regisseur Alejandro Brugués orientiert sich in den ersten Minuten sichtlich am britischen Vorbild, während dieses aber in der zweiten Hälfte dann doch hörig das Untoten-Gebetsbuch singt, zieht Brugués seinen Stoff mit aller lässigen Konsequenz durch.

Der Plot ist dabei eigentlich eher Nebensache: Taugenichts Juan und sein mopsiger Kumpel Lazaro schummeln sich durch den Tag. Als man realisiert, dass Kuba von lauter verwesenden Gestalten unterwandert wurde, tritt man die Flucht nach vorne an und gründet zusammen mit ein paar liebenswerten Verpeilos eine Art Ghostbuster-Truppe, die Untote kostenpflichtig beseitigt: Thirty a piece, fifty if we clean the place and get rid of the bodies. Discounts for old people and children unter twelve.To foreigners and those with relatives abroad we'll charge double.

Im Folgen metzelt sich die Chaotentruppe quer durch Kuba und nahezu jeder Zombiefilm-Standard (z.B. das Umbringen des gebissenen besten Freundes…) wird genüsslich auf mal pubertäre, mal hintersinnig-witzige, mal bitterböse Art in sämtliche Einzelteile zerlegt, angezündet und in die Luft gesprengt, wobei der Humor oft eher an Kaurismäki als an Wright erinnert. Der größte Verdienst von Brugués ist aber, dass er es tatsächlich schafft, seine Figuren bei aller Skurrilität dem Zuschauer auch Nahe zu bringen. JUAN OF THE DEAD ist alles in allem eher ein slacker movie, indem zufälligerweise Zombies rumrennen und so kriegen die Charaktere einen heutzutage eher unüblich großen Platz eingräumt - wobei der Fokus natürlich auf Juan liegt und mit ihm hält der Film auch den größten Trumpf in der Hand: der grandiose Alexis Díaz de Villegas rüttelt mit seiner Darstellung heftig am Bruce Campbell-Thron. Mit einer jederzeit glaubwürdigen Mischung aus Buster Keaton-mäßigen, physischer Komik und furztrockener Coolness schließt man den nahezu ständig in abgerissene Jeans und Schmuddel-T-Shirt gekleideten Hallodri schon nach kürzester Zeit ins Herz und spätestens wenn Juan im grandiosen Finale mutterseelenallein einer Übermacht an Untoten gegenübersteht, Sid Vicous auf der Tonspur "My Way" gröhlt und... seht selbst, weiß man, dass man soeben der Geburt einer neuen Genre-Ikone beigewohnt hat.











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