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JOHN DIES AT THE END (USA 2012)

von Sebastian Moitzheim

Original Titel. JOHN DIES AT THE END
Laufzeit in Minuten. 99

Regie. DON COSCARELLI
Drehbuch. DON COSCARELLI
Musik. BRIAN TYLER
Kamera. MIKE GIOULAKIS
Schnitt. DON COSCARELLI . DONALD MILNE
Darsteller. CHASE WILLIAMSON . ROB MAYES . PAUL GIAMATTI . CLANCY BROWN u.a.

Review Datum. 2013-07-08
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

Hätten mein alter Stoner-Mitbewohner und ich nach 12 Bier und einem EVIL DEAD-Marathon einen Film geschrieben, wäre das Ergebnis wohl ziemlich nahe an JOHN DIES AT THE END gewesen. Mit dem Unterschied, dass JOHN DIES AT THE END tatsächlich gut ist - wenn man bereit ist, sich auf seinen wirren, nahezu strukturlosen Mix aus Horror, pubertärer Comedy und Kiffer-Philosophie einzulassen und in Kauf nimmt, dass man über weite Teile des Films eigentlich keine Ahnung hat, was gerade passiert.

Entsprechend wenig Sinn macht es, ausführlich die Handlung des Films zu beschreiben. David Wong (Chase Williamson) erzählt dem Reporter Arnie Blondestone (Paul Giamatti) seine Geschichte, in deren Zentrum die mysteriöse Droge Soy Sauce steht, die lebendig scheint und dem Konsumenten übernatürliche Fähigkeiten verleiht. Es geht um uralte Götter, Paralleluniversen und Tote, die durch Hot Dogs kommunizieren und in den ersten 10 Minuten sieht man ein Monster, dass aus verschiedenen Fleischprodukten zusammengesetzt ist sowie einen Türknauf, der sich in einen Penis verwandelt. Wer dies für gute Ideen hält, kann eigentlich hier aufhören zu lesen und die DVD bestellen.

Um jedoch keinen falschen Eindruck zu erwecken: JOHN DIES AT THE END ist durchaus mehr als eine Aneinanderreihung von grotesken Nerd-Einfällen. Regisseur Don Coscarelli verbindet hier die großartige Durchgeknalltheit seines BUBBA HO-TEP mit dem ganz eigenen, albtraumhaften Grusel seiner PHANTASM-Reihe. JOHN DIES AT THE END schockiert weniger durch Jump-Scares und Gore (obwohl er davor nicht zurückschreckt) als dass er durch seine surreale Atmosphäre, dieses beständige Gefühl, dass hier etwas off ist, leise, aber nachhaltig verstört.

Anders als die PHANTASM-Filme legt JOHN DIES AT THE END jedoch ein enormes Tempo vor und verlangt vom Zuschauer, sich auf eine ganze Menge Absurditäten und einen verworrenen Plot mit unzähligen Wendungen und eigenartigen Einfällen einzulassen, von denen so manche auch ins Leere führen. Der Film scheint so prädestiniert zum Kult, der eine bestimmte Sorte Filmfans begeistern, bei anderen, auch Genre-Freunden, aber in erster Linie Ratlosigkeit hervorrufen dürfte. Das ist okay, denn diejenigen, deren Wellenlänge der Film trifft, wird er wohl noch über Jahre begleiten und zum Immer-wieder-anschauen einladen. Tatsächlich hat man den Eindruck, dass der Film, so abgedreht er schon jetzt ist, nur an der Oberfläche seines eigenwilligen Universums kratzt, und so ist JOHN DIES AT THE END einer der ganz, ganz wenigen Filme, bei denen ein Sequel tatsächlich sinnvoll erscheint. Ein Glück also, dass David Wong mit dem Nachfolger THIS BOOK IS FULL OF SPIDERS bereits Stoff für eine mögliche Filmfortsetzung geschaffen hat.

JOHN DIES AT THE END ist seit dem 23.04.2013 von Ascot Elite/Pandastorm Pictures als DVD, Blu-ray oder Mediabook erhältlich











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