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JAMES CAMERON'S SANCTUM (USA/AU 2011)

von Sebastian Moitzheim

Original Titel. SANCTUM
Laufzeit in Minuten. 108

Regie. ALISTER GRIERSON
Drehbuch. JOHN GARVIN . ANDREW WIGHT
Musik. DAVID HIRSCHFELDER
Kamera. JULES O'LOUGHLIN
Schnitt. MARK WARNER
Darsteller. RICHARD ROXBURGH . RHYS WAKEFIELD . ALICE PARKINSON . DAN WYLLIE u.a.

Review Datum. 2011-04-17
Kinostart Deutschland. 2011-04-21

JAMES CAMERON'S SANCTUM ist, anders als sein deutscher Titel nahelegt, kein neuer Film unter Regie des AVATAR-Regisseurs. Cameron agierte lediglich als Executive Producer, außerdem wurde der Film mit der für AVATAR entwickelten Technik gedreht. Obwohl hier jedoch kein zweites Pandora entworfen wird, hat JAMES CAMERON'S SANCTUM mehr mit Cameron's Film gemein als nur die Technik - vor allem haben beide Filme sehr ähnliche Schwächen.

JAMES CAMERON'S SANCTUM erzählt, inspiriert von Erfahrungen des Drehbuchautors und Höhlenforschers Andrew Wight, eine angeblich realistische Geschichte um ein Höhlentaucher-Team, geleitet von Frank McGuire (Richard Roxburgh). Beim Erforschen einer der größten Höhlen der Erde werden sie nach einem Unwetter in der Höhle eingeschlossen und versuchen nun, über einen unterirdischen Fluss, der ins Meer mündet, den Weg aus der Höhle zu finden. Im Fokus des Films steht dabei Franks Sohn Josh (Rhys Wakefield), der widerwillig ebenfalls Teil des Expeditionsteams wurde, und seine mehr als problematische Beziehung zu seinem Vater.

Warum Josh seinem Vater so ablehnend gegenüber steht, lässt sich leicht nachvollziehen: Frank ist ein egozentrisches Ekel und liefert den ganzen Film über nicht einen Grund, warum man ihn mögen sollte. Das ist deswegen so problematisch, da der Film den Großteil seiner Laufzeit darauf verwendet, Frank zum Helden zu stilisieren - einen Mann, der schwer verletzte Teammitglieder ohne lange zu zögern (oder wenigstens Emotionen zu zeigen) ertränkt. Ob das notwendig ist, mag man nicht beurteilen, eine Heldentat ist es sicher nicht - doch als genau die verkauft JAMES CAMERON'S SANCTUM solche Taten.

Generell gibt es nicht wenige dieser und ähnlicher Momente, die schwer anzuschauen sind, in denen Figuren auf grausame (und durchaus realistische Weise) sterben. Dagegen wäre nichts einzuwenden, würde JAMES CAMERON'S SANCTUM uns dreidimensionale, glaubhafte und eigenständige Figuren bieten, Figuren, die man vermisst, wenn sie sterben, doch wir bekommen lediglich platte, charakterlose Klischees, die nie wirklich lebendig wirken und eigentlich nur dafür da sind, Josh hin und wieder etwas (vermeintlich) positives über Frank zu erzählen. Die brutalen Todesszenen wirken so eher billig als wirklich ergreifend.

Und genau das ist es, das JAMES CAMERON'S SANCTUM mit AVATAR verbindet: Der Film gibt vor, mehr zu sein, als er ist. Nach einer Exposition, die genauso gut ein trashiges Made-For-TV-Movie einleiten könnte, mit Dialogen, die wirken wie Platzhalter für spätere Rewrites ("Was kann in einer Unterwasserhöhle schon schlimmes passieren?"), nimmt sich der Film ab dem Moment des Unwetters plötzlich extrem ernst, gibt Tiefgang vor, den es nicht gibt und verhindert so auch jeden Spaß an Trash und B-Movie-Atmosphäre.

Da hilft es auch nicht, dass die 3D-Technik im Film absolut state-of-the-art ist. 3D kann technisch noch so perfekt sein, in einer engen, dunklen Höhle gibt es nunmal nichts spektakuläres zu sehen, sodass JAMES CAMERON'S SANCTUM auch nicht mit Schauwerten überzeugen kann. Der Film will gleichzeitig unterhaltsamer Action-Trash und realistisches Charakterdrama sein und bietet am Ende weder das eine noch das andere.











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