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ICH WEISS, WER MICH GETÖTET HAT (USA 2007)

von Martin Eberle

Original Titel. I KNOW WHO KILLED ME
Laufzeit in Minuten. 105

Regie. CHRIS SIVERTSON
Drehbuch. JEFF HAMMOND
Musik. JOEL MCNEELY
Kamera. JOHN R. LEONETTI
Schnitt. LAWRENCE JORDAN
Darsteller. LINDSAY LOHAN . JULIA ORMOND . NEAL MCDONOUGH . BRIAN GERAGHTY u.a.

Review Datum. 2007-12-08
Kinostart Deutschland. 2008-01-03

Ausstand in Hollywood. Die Schreiber streiken, die Late Shows fahren die Witzchen nur mit halber Kraft. Kann es sein, dass Drehbuchautor Jeffrey Hammond in der Gewerkschaft ist und auch den Griffel niedergelegt hat? Nach der Hälfte des Buches? So sieht es wenigstens aus. Die erste Hälfte ist perfekt. Ein Serienmörder hat die talentierte, gut aussehende Bürgerstochter Aubrey (Lindsay Lohan) entführt und macht sich an ihr mit chirurgischen Instrumenten zu schaffen. Sie wird mit schweren Verletzungen gefunden. Aber Aubrey ist nicht mehr Aubrey, zumindest nennt sie sich nach den schrecklichen Erlebnissen Dakota.

Nicht nur, dass der Plot clever aufgerollt wird, Regie, Kamera und Schnitt choreografieren sich zu einem spannenden, geheimnisvollen Thriller zusammen, der eine schön düstere Stimmung erzeugt. In den Folterszenen ist I KNOW WHO KILLED ME ein Gegenentwurf zum zynischen SAW-Gezappel. Hier wird es auch beim Zuschauer körperlich unangenehm.

Und auch die Schauspieler bringen es, allen voran Lindsay Lohan, die sowohl das liebe Mädchen Aubrey mit genügend Tiefe ausstattet, um es nicht als doofen Stereotyp enden zu lassen, als auch ihr ruppiges alter ego Dakota mit angemessener Drastik agieren lässt. Die Frau hat es drauf. Und wird doch schon bald im Regen stehen gelassen. Nicht nur, dass die Kamera immer wieder einige Augenblicke zu lange über ihren Körper wandert, auch der Film verliert den rechten Fokus und gleitet ab in eine leicht mystisch-fantastische Szenerie, die sich so komplett vom smarten, fast schon an David Lynch erinnernden Stil der ersten Hälfte verabschiedet. Das würde sicherlich noch schmerzhafter sein, wenn nicht gleichzeitig auch noch eine beruhigende Langeweile einkehren würde. Was ist passiert? Kein Bock mehr? Budget gestrichen? Oder doch nur das alte LOST-Phänomen, viel verspreche, ohne es dann zu halten zu können? Hoffentlich war es doch der Autorenstreik, denn dann können wir diesen Film, nun gut, den ersten Teil, als vorzügliche Visitenkarte für größere Produktionen mit diesem Team ansehen. Ich freu mich drauf.











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