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GLORY TO THE FILMMAKER (Japan 2007)

von Björn Eichstädt

Original Titel. KANTOKU BANZAI!
Laufzeit in Minuten. 104

Regie. TAKESHI KITANO
Drehbuch. TAKESHI KITANO
Musik. SHINICHIRO IKEBE
Kamera. KATSUMI YANAGISHIMA
Schnitt. TAKESHI KITANO . YOSHINORI OOTA
Darsteller. TAKESHI KITANO . TORU EMORI . KAYOKO KISHIMOTO . ANNE SUZUKI u.a.

Review Datum. 2007-11-17
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

Ein Spielfilm kostet eine ganze Stange Geld - davon kann einem so mancher Produzent ein Liedchen singen. Doch was genau sollte man mit dem Geld machen, wenn man es einmal zusammen hat, aber keine Lust mehr, einen Film zu machen? Da gibt es natürlich Möglichkeiten: Bäume pflanzen, etwas für Tiere tun, eine Schule in Afrika unterstützen - man kann allerdings auch zum zweiten Mal einen Film darüber machen, dass man keine Lust mehr hat, Filme zu machen. So wie das Takeshi Kitano nach TAKESHIS' nun mit GLORY TO THE FILMMAKER getan hat.

Die Handlung ist keine: Takeshi Kitano und seine Stellvertretermetallpuppe, eine stilisierte Variante von Kitano, die aussieht wie eine überdimensionierte Tipp-Kick-Spielfigur, sind frustriert: Das mit dem Filmemachen ist gar nicht so einfach, alle haben Erwartungen, aber ob die wirklich zu erfüllen sind, das ist unklar. Der Kult um Gangsterfilme nervt ebenso, wie die Anlehnung an die japanische Filmtradition. Also probiert der Regisseur verschiedene Ansätze: CGI-Science-Fiction, 50er-Jahre Sozialdrama, J-Horror, einen Arthouse-Schwarzweißfilm über den Ruhestand.

GLORY TO THE FILMMAKER ist also vor allem eine Nummernrevue über das Film-Business, eine Aneinanderreihung von kleinen Experimenten, die mal wirklich lustig, mal langweilig, mal einfach nur dämlich sind, und die vor allem aus dem unerschöpflich großen Universum des Takeshi Kitano zitieren. Über die gesamte Laufzeit ist das recht zäh, auch wenn es für Fans immer wieder etwas zu entdecken gibt: Ob in dem Ninja-Film die ZATOICHI-Blutfontänen spritzen, ob BROTHER oder HANA-BI sich durch die Szenen schleichen oder im Minihorrorfilm NOH THEATER die traditionellen Puppen der Eingangssequenz von DOLLS als Michael Myers fröhliche Rückkehr feiern: Takeshi Kitano bleibt stets bei sich, seiner eigenen Welt, seiner Unlust auf Neues.

Natürlich kann man GLORY TO THE FILMMAKER als Fortsetzung von Kitanos Psychoanalysesitzungen, den Prozess des Kunstmachens als Prozess des Künstlers an sich verstehen. Und für Kenner des japanischen Kinos ist die ein oder andere Geschichte ja auch ganz lustig. Doch vielleicht sollte man als rezipierender Ersatzpsychologe auch einfach nur einen guten Rat an Takeshi Kitano aussprechen: Mit Geld kann man auch anderes machen. Filme sind nicht alles. Da draußen gibt es viel Not. Nehmen Sie sich ein Beispiel an Brad Pitt. Bitte!











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