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FRIGHT NIGHT (USA 2011)

von Sebastian Moitzheim

Original Titel. FRIGHT NIGHT
Laufzeit in Minuten. 106

Regie. CRAIG GILLESPIE
Drehbuch. MARTI NOXON
Musik. RAMIN DJAWADI
Kamera. JAVIER AGUIRRESAROBE
Schnitt. TATIANA S. RIEGEL
Darsteller. ANTON YELCHIN . COLIN FARRELL . CHRISTOPHER MINTZ-PLASSE . IMOGEN POOTS u.a.

Review Datum. 2011-10-04
Kinostart Deutschland. 2011-10-06

Vampire sehen wir in Filmen und Serien ja derzeit vor allem in - wenn auch gelegentlich ambivalenten - Heldenrollen. Craig Gillespies FRIGHT NIGHT ist daher allein deshalb erfrischend, weil die Vampire im Film vor allem eins sind: Klassische Monster. Wie so viele Filme zur Zeit ist auch FRIGHT NIGHT ein Remake (natürlich in 3D) - aber eines, das dem eher schlecht gealterten 1985er-Original trotz einiger Schwächen klar überlegen ist.

Teenager Charley Brewster (Anton Yelchin) lebt mit seiner Mutter (Toni Collette) in einer Vorstadt von Las Vegas, mitten in der Wüste, in dem viele Bewohner nachts arbeiten und tagsüber schlafen. Der ideale Ort für einen Vampir, unerkannt unter Menschen zu leben - findet zumindest Charleys ehemals bester Freund Ed (Christopher Mintz-Plasse), der, als immer mehr Mitschüler der beiden vermisst werden, in Charleys neuem Nachbar Jerry (Colin Farrell), einen solchen vermutet. Seine Versuche, Charley von dieser Theorie zu überzeugen, scheitern, denn der hat mittlerweile nur noch Augen für seine Freundin Amy (Imogen Poots). Erst, als auch Ed nicht mehr in der Schule auftaucht, beginnt auch Charley, seinen neuen Nachbarn zu verdächtigen.

Drehbuchautorin Marti Noxon, Autorin und in den letzten beiden Staffeln Executive Producer von BUFFY THE VAMPIRE SLAYER, kehrt mit FRIGHT NIGHT sozusagen zu ihren Wurzeln zurück: Wie BUFFY (an einer Stelle sogar direkt zitiert) ist auch FRIGHT NIGHT selbstironischer, cleverer Highschool-Vampir-Horror, der geschickt mit der Mythologie des Genres spielt. Musste man nach ICH BIN NUMMER VIER ein wenig an Noxons Fähigkeiten zweifeln, beweist sie hier wieder ein Gespür für pointierte Dialoge und runde Charaktere - gerade die Beziehung zwischen Charley und Ed funktioniert hier deutlich besser als im Original. Lediglich David Tennants Charakter, ein abgehalfterter Show-Magier, der Charley im Kampf gegen den Vampir unterstützen soll, wirkt etwas lieblos eingeführt, wird doch bestenfalls angedeutet, warum genau Charley sich eigentlich an ihn wendet.

Regisseur Craig Gillespie (LARS UND DIE FRAUEN) beweist in einigen äußerst effektiven Schock-Momenten und vor allem einer großartigen Auto-Verfolgung, dass er durchaus Horror- und Action-Szenen inszenieren kann. Das Pacing allerdings lässt zu wünschen übrig - gerade das Finale könnte deutlich mehr Tempo vertragen.

Highlight des Films ist allerdings Colin Farrells fantastische Performance als Vampir Jerry. Er ist sexy und verführerisch, lässt aber nie Zweifel daran, dass er ein skrupelloses Monster ist. Die Spannung liegt nicht in ambivalenter Charakterzeichnung, sondern in dem permanenten Gefühl, dass Jerry jederzeit angreifen könnte - wie Ed es im Film selbst treffend festhält: "He's not brooding, or lovesick, he's the fucking shark from Jaws." Auch die anderen Darsteller überzeugen - David Tennant, obwohl er mit der undankbarsten Rolle arbeiten muss, macht Spaß als versoffener, fluchender Magier, Mintz-Plasse darf sich gegen Ende ein wenig von seinem McLovin-Image freispielen und Yelchin gelingt es als Hauptdarsteller, den Zuschauer stets auf seiner Seite zu halten, obwohl seine Figur durchaus Fehler macht und nicht ausschließlich sympathische Züge hat.

FRIGHT NIGHT ist eine positive Überraschung und der Beweis, dass auch Remakes kreativ sein und neue Ideen bieten können. Als reinem Horrorfilm würde ihm etwas die Substanz fehlen, doch die Selbstironie und Komik des Films gleichen das aus. Wie so oft gilt es, wenn möglich, die 3D-Version zu meiden (zu dunkel und nur in wenigen Momenten wirklich auffällig), doch abseits davon sei der Film jedem Genre- (und BUFFY-) Fan mit Sinn für Humor empfohlen.











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