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DIE FRAU IN SCHWARZ 2: ENGEL DES TODES (Großbritannien/Kanada 2014)

von Lutz Granert

Original Titel. THE WOMAN IN BLACK 2: ANGEL OF DEATH
Laufzeit in Minuten. 98

Regie. TOM HARPER
Drehbuch. JON CROKER
Musik. MARCO BELTRAMI . BRANDON ROBERTS . MARCUS TRUMPP
Kamera. GEORGE STEEL
Schnitt. MARK ECKERSLEY
Darsteller. PHOEBE FOX . HELEN McCRORY . OAKLEE PENDERGAST . JEREMY IRVINE u.a.

Review Datum. 2015-02-17
Kinostart Deutschland. 2015-02-19

Dem windigen niederländischen Produzenten John De Mol gelang 2007 mal ausnahmsweise etwas wirklich kulturell Bedeutendes: Er erweckte die Gruselfilmschmiede der sagenumwobenen britischen Hammer-Studios wieder zum Leben. Dass Zauberlehrling Daniel Radcliffe mit seinem Part in DIE FRAU IN SCHWARZ 2012 seine erste Rolle nach den HARRY POTTER-Filmen antrat, dürfte dem Erfolg des herrlich altmodischen Gothic-Horrors nicht abträglich gewesen sein.

Doch leider, wie das immer so ist, wenn die Kinokassen klingeln, musste eine Fortsetzung her, die nun leider nur noch wenig mit der eigentlichen Romanvorlage von Susan Hill zu tun hat. Ok, das finstere Herrenhaus mitten im Schwemmland ist als Schauplatz derselbe geblieben - nur eben rund 40 Jahre später. Und die Mutti, der ihr Kind entrissen wurde, welches dann verstarb, geistert immer noch durch die inzwischen reichlich morschen und durchgefaulten Dielen.

Und exakt hierhin verschlägt es 1941 während des deutschen Luftkrieges die Klasse von Direktorin Jean Hogg (Helen McCrory) und der jungen Lehrerin Eve Parkins (Phoebe Fox). Warum man in der baufälligen Einsamkeit, die bei Flut von Wasser umschlossen ist, soviel sicherer sein soll als direkt im Londoner Luftschutzbunker, bleibt eines von zahlreichen Geheimnissen des zunehmend erwartbar konstruierten Drehbuchs von Jon Croker, der am ersten Teil schon als "Story Editor" mitarbeitete, also eher für Koordination im Rahmen der Handlungsabfolge als fürs Drehbuchschreiben selbst verantwortlich war. Das merkt man seinem überfrachteten Skript an, in das er eine Romanze zwischen der schreckhaften Eve und den traumatisierten Piloten Harry (Jeremy Irvine), einem Klischee in Royal Air Force-Uniform, hineinschrieb.

Doch bis es soweit ist, dass Eve ihrem gefährdeten Schützling Edward (im bedeutungsschwanger starrenden Haley Joel Osment-Gedächtnismodus: Oaklee Pendergast) beim großen Finale dann noch die Botschaft mitgeben kann, dass gegen böse Träume "gute Gedanken" doch am besten helfen würden - welch Ausgeburt der Phrasendrescher-Hölle - gelingt dem erst 34-jährigen Tom Harper in seiner erst zweiten Kinoregie bis zum Mittelteil ein stimmungsvoller Genre-Beitrag. Das hat er zwar größtenteils dem hervorragenden Szenenbild und der suggestiven Kameraarbeit von George Steel zu verdanken, der auch hellem Tageslicht in seinen strengen Kompositionen etwas Bedrohliches abgewinnen kann, aber was soll's.

Bis zu besagtem Mittelteil funktioniert DIE FRAU IN SCHWARZ 2: ENGEL DES TODES als herrlich altmodischer Gothic-Horror im typischen Hammer-Style mit wabernden Nebeln und knarzenden Türen. Doch dann gehen die Klischee-Pferde mit Harper und Croker durch, Geld für durchschnittliche CGI-Effekte war schließlich noch über und warum das Horror-Rad mit Retro-Zutaten neu erfinden? Hätten sie sich einmal unter die Erfinder begeben, denn so kommt diese letztlich enttäuschende Fortsetzung nicht übers Genre-Mittelmaß hinaus.

Wir - Das Manifest - und die 2-monatlich erscheinende Zeitschrift Multimania sind seit Januar 2015 Kooperationspartner. Regelmäßig werden bei uns Texte aus dem Heft zu finden sein, wir sind in jeder Ausgabe mit einer Kolumne im Heft vertreten.











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