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FEAST (USA 2005)

von Hasko Baumann

Original Titel. FEAST
Laufzeit in Minuten. 95

Regie. JOHN GULGAR
Drehbuch. MARCUS DUNSTAN . PATRICK MELTON
Musik. STEPHEN EDWARDS . TOM ERBA
Kamera. THOMAS L. CALLAWAY
Schnitt. KIRK M. MORRI
Darsteller. DUANE WHITAKER . BALTHAZAR GETTY . CHAUNTAE DAVIES . DIANE GOLDNER u.a.

Review Datum. 2006-12-20
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Was in Deutschland "Germany's Next Top-Model" heißt, heißt in den USA "Project Runway". Es gibt aber auch eine Show namens "Project Greenlight", initiiert von Matt Damon und Ben Affleck. Dabei wird kein Model oder Sänger oder Tänzer gesucht, sondern derjenige mit der besten, erfolgsversprechendsten Filmidee. In der dritten Staffel von "Project Greenlight" ging es um das Horror-Genre, und Wes Craven war der Mentor der Projekte. Gewonnen haben Marcus Dunston und Patrick Melton mit ihrem Stoff FEAST. Und nach einigen Querelen haben Damon, Affleck und Craven das Buch produziert, mit den Weinstein-Brüdern am Ruder.

FEAST ist ein Monsterheuler, der sich in angenehmster Weise auf das Wesentliche konzentriert. Eine Kneipe im Nirgendwo, ein Haufen unterschiedlichster ausgelaugter Charaktere - die alte Säuferin, der alte Barkeeper, die sexy Kellnerin, das Großmaul, die alleinerziehende Prostituierte, ein glückloser Schauspieler namens Jason Mewes, ein Biedermann, der aussieht wie Henry Rollins und und und - und ein Haufen hungriger Monster, die nur fressen wollen, und zwar Menschenfleisch. Man muß sich also zusammenraufen, belagert von gnadenlosen Ungetümen, und einen Weg finden, diese Nacht zu überleben.

Das erinnert natürlich an moderne Klassiker wie ASSAULT ON PRECINCT 13 und besonders FROM DUSK TILL DAWN, aber tatsächlich spielt FEAST in der Liga von TALES FROM THE CRYPT - DEMON KNIGHT. Das meine ich als Kompliment. Vom ersten Augenblick an geht FEAST in die Vollen, nach der gerade mal ausreichenden Vorstellung der Charaktere kreist die Blutwurst. Und zwar richtig. Wer sich mal wieder so richtig an rückhaltlosem Gesplatter und Geschmadder erfreuen will, bekommt jede Menge spritzendes Blut, ein rausgerissenes Auge, allerlei Amputationen, matschige Monsterleichen und Menschenkadaver und was es sonst noch so zu zerfetzen gibt, sowie schlussendlich einen Kopfplatzer, der sich gewaschen hat.

Auf der gegenwärtig wohl unumgänglichen Suche nach immer extremeren Gore- und Gewaltszenen muß man aber auch mit ansehen, wie ein Monsterzwerg einer gefesselten Frau sein Geschlechtsorgan in den Mund drückt; heftige Vor- und Zurückbewegungen des nackten Monsterarsches suggerieren die orale Vergewaltigung, bis die Frau auch noch weiße, dickliche Flüssigkeit erbricht. Wahrscheinlich soll das lustig sein.

Überhaupt krankt FEAST daran, auch noch witzig sein zu wollen. Die Figuren werden eingeführt mit Standbildern und Eigenschaften wie beim Autoquartett: Name, Bestimmung ("Hero"), Fun Fact und Lebenserwartung ("probably already exceeded expectations"). Das ist überraschend gelungen und clever, aber hält den Zuschauer auf Distanz. So richtig ernstnehmen will der Film seine Figuren nicht, und damit können auch wir es nicht. Und das geht auf Kosten der Spannung.

Unterm Strich bleibt aber ein kompetent gemachter, knüppelharter Reißer, der eine gute Besetzung vorweisen kann, hier und da einen unerwarteten Todesfall und ein saftiges Finale. Warum Henry Rollins so viel Spaß daran hat, sich zum Horst zu machen, weiß ich nicht; als menschlicher Rammbock hat er aber auf jeden Fall mehr Druck als die meisten anderen Betonköppe.











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