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FEARLESS (USA/Hong Kong 2006)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. HUO YUAN JIA
Laufzeit in Minuten. 100

Regie. RONNY YU
Drehbuch. nicht bekannt
Musik. SHIGERU UMEBAYASHI
Kamera. HANG-SANG POO
Schnitt. VIRGINIA KATZ . RICHARD LEAROYD
Darsteller. JET LI . JON T. BENN . COLLIN CHOU . ANTHONY DE LONGIS u.a.

Review Datum. 2006-04-14
Kinostart Deutschland. 2006-10-12

FEARLESS erzählt die Geschichte von Huo Yuanjia, chinesische Kampfsportlegende und Gründer der Jin Wu Sports Federation, einer Martial Arts - Schule die auch heute noch existiert.
Von Kindesbeinen hat Hua nur eins im Kopf: Er will kämpfen können und der Beste sein! Jahre später ist aus dem kleinen Hua ein Großer geworden und sein Wunsch hat sich erfüllt: Hua ist der beste Fighter in der ganzen Umgebung, bisher ungeschlagen, doch er ist auch arrogant und überheblich geworden. Zudem trinkt er gerne einen über den Durst und umgibt sich mit falschen Freunden. Als er im Erstreben die endgültige Nummer eins zu werden seinen Opponenten in einem brutalen Kampf tötet hat dies fatale Folgen.

Nachdem Ronny Yu in den USA wie so viele seiner asiatischen Kollegen mehr schlechte als rechte Erfahrungen machen musste, ging's wieder zurück nach Hong Kong und man könnte meinen FEARLESS ist eine Entschuldigung für all den US-Kram:

Ein wunderschöner, bewegender Film, nahe vor dem "Perfekt"-Status: Die Geschichte ist klassisch, einfach, aber klug und transportiert eine friedfertige Message, die ein angenehmes Gegenwicht zur derzeitigen Welle an immer brutaler und perverseren Schockern darstellt.
Die große Überraschung ist aber Jet Li, dessen in UNLEASHED zum Vorschein gekommenes Schauspieltalent hier in seiner ganzen Pracht aufblüht:
So gut war er noch nie! Egal ob als trinkfreudiger Gockel und als gereifter Mann, Li überzeugt auf ganzer Linie, was man von den Kämpfen (courtesy of Yuen Woo-Ping) leider nicht mit hundert Protzentiger Überzeugung sagen kann: Sicher, die Action ist spektakulär und dank unterschiedlicher Gegner (2.12m-Mann Nathan Jones ist übrigens auch am Start) und Waffen sehr abwechslungsreich, aber leider wurde an einigen, zum Glück recht wenigen, Stellen CGI eingesetzt, was -vor allem im realistischen Kontext des Geschehens- etwas merkwürdig aussieht.

Das größte Manko an FEARLESS ist aber die bröselige Erzählstruktur, die wohl darauf zurückzuführen ist, dass Yu aus kommerziellen Gründen (kürzer = mehr Vorstellungen) den Film um saftige 40min schneiden musste: Die Beziehung zur Bäuerin Yueci bleibt unterentwickelt, die Motivation zur Rückkehr nach Shanghai kaum ersichtlich, überhaupt: Im letzten Drittel geht's Schlag auf Schlag, er werden nur noch Story-Elemente verbunden, die Kohärenz bleibt auf der Strecke. Etwas seltsam mutet auch die Entscheidung an, den größten Teil des finalen Turniers an den Anfang zu legen.

Man kann nur hoffen, dass der Director's Cut bald nachgereicht wird, aber auch so heißt das Fazit dennoch: TOP! Yu und Li in Höchstform!











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