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EXIT SPEED (USA 2008)

von Stefan Mader

Original Titel. EXIT SPEED
Laufzeit in Minuten. 91

Regie. SCOTT ZIEHL
Drehbuch. MICHAEL STOKES
Musik. DOUG BESTERMAN
Kamera. THOMAS L. CALLAWAY
Schnitt. MARSHALL HARVEY
Darsteller. JULIE MOND . FRED WARD . DESMOND HARRINGTON . ALICE GRECZYN u.a.

Review Datum. 2009-06-08
Kinostart Deutschland. direct-to-video

"Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!" sprach schon weiland Colonel Hannibal Smith, wenn sein A-TEAM unschuldige, rechtschaffene US-Bürger mit unkonventionellen Mitteln vor den üblen Machenschaften archetypisch boshafter Schergen schützte.
Wem die Wartezeit auf die in (angeblich) absehbarer Zeit anstehende Kinoversion von Faceman und Co zu lang ist, dem sei EXIT SPEED ans Herz gelegt. In diesem B-Actioner präsentiert Regisseur Scott Ziehl nämlich eine dezent feminisierte Version der klassischen Jungs-Serie aus den 80ern. Und das geht so:

Merideth Cole (Mond), ehemals im Irak (dem Vietnam der 00er Jahre) stationiert, ist aus der US Army desertiert und wird deshalb von Sergeant Sparks (Ward) verfolgt. Um ihn abzuschütteln steigt sie an Heiligabend in einen Greyhoundbus Richtung El Paso. Irgendwo in der Südstaateneinöde begegnet die Reisegruppe allerdings einer Horde böser, böser, ja sogar ultimativ böser Biker – richtig harte Knochen, die den ganzen Tag Crackpfeife rauchen, Leute ermorden und ganz gemeine Krawallmusik hören. Diese Rocker also machen während der Busfahrt Ärger und es kommt wie es kommen muss: bei einem Ausweichmanöver plättet der Busfahrer einen der Biker und den friedlichen Weihnachtsabend dürfen sich nun wirklich alle abschminken.
Es gelingt den Reisenden, den Bus auf einen verlassenen Schrottplatz zu lenken, wo sie sich vor den rachsüchtigen Unholden verbarrikadieren. Nun müssen sich so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Ex-Soldatin Cole, ein Redneck mit Alkoholproblem, eine veganische LARPerin (Greczyn), ein chronischer Versager (Harrington) und andere zusammenraufen. Dass sich in der illustren Runde auch ein mexikanischer Bastler befindet bringt dann auch die eingangs erwähnte Parallele zu Col. Smiths Mannen in den Fokus des Films.

Wie bereits aus der Charakterisierung der Antagonisten – die Rocker sprechen in der Tat kein einziges (!) Wort – und der Zusammensetzung der Reisegruppe aus beinah schon archetypisch anmutenden wandelnden Klischees ersichtlich wird, ist EXIT SPEED ein absoluter no-brainer und dabei noch durch und durch reaktionär, quasi ein Kasperltheater für Erwachsene. Nimmt man EXIT SPEED allerdings als solches wahr, kann man dem Film einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen. Ja, einige der Dialoge sind doof und manche sichtlich aufgeklebten Gedärmeffekte machen beinah der berüchtigten Horta aus der STAR TREK-Originalserie Konkurrenz, dafür gibt's allerdings auch eine nette Explosion zu sehen und man kann sein Hirn zwischenzeitlich ganz meditativ abschalten. EXIT SPEED ist wahrlich kein guter Film, aber manchmal, wenn das Krokodil Ärger macht, will man einfach den Kasperl sehen, der ihm eins mit der Holzlatte aufs Maul haut. Zack, peng, aus. Manchmal will man einfach nur hören "Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!"
Aber nur manchmal.











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