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END GAME (USA 2006)

von Hasko Baumann

Original Titel. END GAME
Laufzeit in Minuten. 93

Regie. ANDY CHENG
Drehbuch. J.C. POLLOCK . ANDY CHENG
Musik. KENNETH BURGOMASTER
Kamera. CHUCK COHEN
Schnitt. JULIA WONG
Darsteller. CUBA GOODING JR. . ANGIE HARMON . JAMES WOODS . BURT REYNOLDS u.a.

Review Datum. 2006-07-13
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Dieser Film sollte 2005 von MGM ins Kino gebracht werden, aber mit der Übernahme durch Sony zerschlugen sich diese Pläne, und schon ist der DTV-Markt um eine Perle reicher. Nee. Stimmt nich. Das heißt, ja, stimmt schon alles, nur "Perle" stimmt nich.

Cuba Gooding Jr. hat sich offenbar (siehe auch DIRTY) vorgenommen, in Zukunft stoisch die harte Sau zu mimen. Mit Leichenbittermiene malmt er die Wangenknochen, als hätte ihm gerade jemand Kritiken und Einspielergebnisse von BOAT TRIP und RAT RACE gezeigt. Als Secret Service Agent Alex Thomas muß er mit ansehen, wie sein schutzbefohlener US-Präsident (Jack Scalia - im Ernst!) erschossen wird. Zähneknirschend läßt er sich abends volllaufen, die Hose in die Kniekehle rutschen und sich selbst auf den Grund eines Sees treiben - eine Szene, deren Peinlichkeit Cuba einst noch mehr martern wird als die Kritiken und Einspielergebnisse von BOAT TRIP und RAT RACE.

Mit der augenrollenden Angie Harmon taucht eines der beliebtesten Klischees des amerikanischen Kinos auf: Die superclevere blutjunge Top-Reporterin, unabhängige Freelancerin, immer auf der Jagd nach "der Story" und dem Pulitzer, dazu hohe Hacken und immer Bargeld dabei, um den Suffkopp zu schmieren, der zwar alles gesehen, aber den Bullen nichts gesagt hat.

Gemeinsam mit Cuba kommt sie einer unglaublichen Verschwörung auf die Spur. Natürlich! Bis dahin kracht es dank Regisseur Andy Cheng, der hier nach Jahren der Stuntkoordination mal auf dem großen Stuhl Platz nehmen durfte, zweimal recht laut. Die Handlung von END GAME ist trotz der leidlich süffisanten Plotpointe unterdurchschnittlich, hat aber eine bemerkenswerte Besetzung vorzuweisen, die bemerkenswert unterfordert das Geschehen eher verfolgt als vorantreibt.

Burt Reynolds knarzt mal in Uniform vorbei und unterstreicht deutlich, daß sich alte Männer nicht die Haare färben sollten. Anne Archer macht auf Petra Schürmann, Peter Greene auf Peter Greene. Schade ist es nur um den unvergleichlichen James Woods, der nicht weiß, wohin und schneeweiß alt aussieht, aber nicht klingt.

END GAME ist nichts Halbes und nichts Ganzes, weil Andy Cheng keinen Polit-, sondern einen Actionthriller machen wollte. Dafür hat er aber neben den besagten zwei hübschen Sequenzen zu wenig Action. In den Dialogszenen ist er viel zu nah dran an seinen Protagonisten, weil er so tun will, als wären die auch Actionszenen. Das ist anstrengend. Kein Spaß.











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