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DRAGON SQUAD (Hong Kong 2005)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. MAAN LONE
Laufzeit in Minuten. 110

Regie. DANIEL LEE
Drehbuch. HO LEUNG LAU . DANIEL LEE
Musik. nicht bekannt
Kamera. nicht bekannt
Schnitt. nicht bekannt
Darsteller. MICHAEL BIEHN . SAMMO HUNG . SIMON YAM . LAWRENCE CHOU u.a.

Review Datum. 2006-01-23
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Wenn schon in den ersten zehn Minuten eines Films gefühlte 500 Charaktere via Texttafeln (!!!) vorgestellt werden, weiß Du, da ist was faul.
Und wenn - endlich - geballert wird, man aber viel Mühe hat überhaupt was zu erkennen, da Regisseur und Cutter im Schneideraum wohl so einige wilde Nächte verbracht haben müssen, weißt Du, das werden zwei sehr, sehr lange Stunden.
Was aber nicht nur an den anstrengenden Optik-Extravaganzen des Regisseurs liegt, sondern auch am ebenso anstrengenden, aber eher konventionellen Drehbuch:

Gangsterboss Panther Duen soll vor Gericht gestellt werden (bei der Frisur kein Wunder). Zur Bewachung und zum Transport vor's Gericht stellt Polizeichef Hon Sun eine Truppe aus erfahrenen Interpol-Agenten zusammen. Die "Dragon Squad" (der Name wird im Film selber übrigens nie genannt) ist total schööön, voll coool, posiert gerne und hat ein Durchschnittsalter ca. 24 Jahren.
Kurz vor ihrem Einsatz kommt die Gruppe drauf, dass sie nur als Ablenkung dienen soll. Panther wird von einem weiteren Trupp transportiert, der auch prompt von Petros Davinci (!) samt Anhang, dem nordkoreanischen Ex-Söldner Ko und der vietnamesischen Sniper-Fee Song, gekillt wird. Petros will Rache für seinen Bruder, der von Panther und dessen Bruderherz Tiger getötet wurde, und Ko hat noch ein Hühnchen mit dem ehemaligen Polizeichef Kong Long zu rupfen, der wiederum ein Problem mit Hon Sun hat. Oder Hon Sun mit ihm. Und Petros Davinci verliebt sich in die Ex-Freundin von Panther. Oder Tiger. Oder verliebt sich Panther in Tiger? Na ja, wäre wahrscheinlich interessanter als dieser unglaubliche Murks, denn der eigentlich mal talentierte Daniel Lee hier abliefert. Wohlgemerkt, die Story bietet noch ca. 347 weitere Verstrickungen und Randepisödchen, welche ich hier wohlweislich ausgelassen habe, denn nichts, aber auch gar nichts funktioniert oder wirkt auch nur ansatzweise glaubwürdig. Die Protagonisten werden nicht charakterisiert, Gefühle sollen mit Dialogen zwischen Satzbaukasten und Glückskeks-Weisheiten vermittelt werden, die ganze Geschichte ist extrem umständlich angelegt und völlig überfüllt. Die einzig gute Szene gehört Sammo Hung, der mit einer dicken Zigarre im Mund joggen geht. Witzig und fast schon als SPL-Ankündigung zu sehen.
Das alles könnte man eventuell noch verschmerzen, wenn in dieser von Steven Seagal co-finanzierten Produktion wenigstens lang und breit die Fetzen fliegen würden, aber nein, auch hier verbockt Lee alles. Zwar geht's angenehm brutal zur Sache, doch leider viel zu wenig und wenn, wird einem sofort schlecht, da alles irrsinnig schnell, aber nicht rhythmisch geschnitten und zudem noch mit diversen Gimmicks wie Wackelkamera oder Standbildern zerfasert wird.

Ich würde es wirklich sehr begrüßen, wenn Lee seine Filmographie mal wieder mit einem Höhepunkt anreichern könnte, aber DRAGON SQUAD ist - wie Kollege Baumann es immer so schön ausdrückt - total affige Poser-Scheiße, die wir so aus Hong Kong eigentlich nicht mehr sehen wollen.











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