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DOGHOUSE (Großbritannien 2009)

von Marc Zeller

Original Titel. DOGHOUSE
Laufzeit in Minuten. 89

Regie. JAKE WEST
Drehbuch. DAN SCHAFFER
Musik. RICHARD WELLS
Kamera. ALI ASAD
Schnitt. JAKE WEST
Darsteller. DANNY DYER . STEPHEN GRAHAM . NOEL CLARKE . TERRY STONE u.a.

Review Datum. 2009-09-09
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

Im doghouse ist, so drückt es der Brite aus, wer mächtig Zoff mit seiner Freundin hat. Davon können die Kumpels um Neil (Danny Dyer) und Vince (Stephen Graham) ein Liedchen trällern, denn der Haussegen hängt bei so ziemlich allen kräftig schief. Ob das nur oder mit an dem anstehenden Männerwochenende liegt, kann nur erahnt werden. Abhalten lässt sich die Truppe davon freilich nicht – schließlich freuen sich die Jungs auf reichlich Alkohol und Spaß in einem kleinen Städtchen namens Moodley, tief im englischen Hinterland, fernab von nervigen Freundinnen.

Die Gaudi geht gleich zweifach in die Hose: Erst stellt sich heraus, dass der Ort Moodley wirklich, wie von der Busfahrerin angekündigt, am Allerwertesten der Welt liegt. Viel schlimmer ist jedoch die zweite Entdeckung des Tages: Dass dort mit den Frauen etwas ganz und gar nicht stimmt. Die sind allesamt aus irgendeinem Grund zu mordlüsternen Zombies mutiert, die vor allem auf eine Sorte Fleisch riesigen Appetit haben – auf Männerfleisch ...

Für ihren ganz eigenen, markant schwarzgefärbten und oft knochentrockenen Humor sind die Briten weithin bekannt. Komödiantische Exportware wird europaweit gern genommen, was der Erfolg zahlreicher TV-Serien und Filme zu belegen weiß. Dass sich selbiger Humor auch gut mit einer Zombiethematik verquirlen lässt, bewies Edgar Wright mit seinem Publikumsliebling SHAUN OF THE DEAD aufs Deutlichste. Weniger überzeugende Fahrwassersurfer wie der dürftige BOY EATS GIRL folgten, doch nun darf aufgeatmet werden: Mit DOGHOUSE tritt Jake West das Erbe an.

Übel zugerichtete Zombieweiber hetzen und prügeln von der Frauenwelt frustrierte Kindsköpfe durch ein beschauliches englisches Dörfchen – was da so lautstark nach ins Extrem getriebenem Geschlechterkampf schreit, ist von Regisseur West und Autor Schaffer auch genau so intendiert. In DOGHOUSE hagelt es pointierte Anspielungen auf die alltäglichen Problemchen im Zusammenleben von Männern und Frauen, die Grenzen der political correctness bewusst überschreitend auf die Spitze gebracht, mit voller Wucht in einen Rieseneimer voll Kunstblut und widerlichem Gekröse geschmissen – auf dass die ganze Soße ordentlich gegen die Leinwand klatschen möge.

Wenngleich der ironische Subtext gelegentlich im Gerenne untertaucht und im Splatstick absinkt, so macht doch gerade diese Facette den besonderen Reiz des Films aus. Und allein schon für die Szenen, in denen die Jungs ihre männlich-vorpubertären Freuden ausleben – beispielweise ein ferngesteuertes Spielzeugauto durch die Zombiehorden brettern lassen und sich über deren Verhalten kaputtlachen – möchte man West und seiner Besetzung einen Orden verleihen.

DOGHOUSE ist ein triefend blutiger Brüller, der mit Tellscher Genauigkeit den Apfel vom Kopf ins Zwerchfell zimmert und mit schrulligen Charakteren und denkwürdigen Onelinern im Gedächtnis bleibt. Wer mehr von einer Horrorkomödie erwartet, muss schon ein überaus anspruchsvoller Zeitgenosse sein. Oder ein Mitglied des Clubs zombifizierter Hausfrauen e.V., falls es so etwas gibt.











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