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BREATH (Korea 2007)

von Björn Eichstädt

Original Titel. SOOM
Laufzeit in Minuten. 84

Regie. KIM KI-DUK
Drehbuch. KIM KI-DUK
Musik. -
Kamera. JONG-MOO SUNG
Schnitt. SU-AN WAN
Darsteller. CHANG CHENG . ZIA . HA JUNG-WOO . PARK JI-A u.a.

Review Datum. 2007-12-03
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

Kim Ki-Duk, der Vierzehnte. Und wieder jubelt die Kritikerschar, diesmal über eine angeblich vorhandene subtile Kritik an der Todesstrafe, die in Südkorea zwar noch existiert, lauf Amnesty International aber schon seit Jahren nicht mehr wirklich bis zum Ende durchexerziert wurde. Allerdings: So wie TIME, der Vorgängerstreifen, kein Film über Schönheitsoperationen war, so handelt es sich auch hier nicht wirklich um eine Kritik an den Zuständen in koreanischen Gefängnissen sondern vielmehr um eine Abhandlung über "die Luft zum Atmen" und den "letzten Atem" - wie der Titel BREATH ja auch recht deutlich signalisiert. Aber vordergründige Handlung war ja schon immer leichter wiederzugeben als die Metaebene des Gesehenen.

Das zeigt den Mörder Jang Jin (nicht ganz zufällig der Name eines anderen koreanischen Regisseurs), der sich in der Todeszelle das Leben mit einer angespitzten Zahnbürste zu nehmen versucht. Die unglückliche und von ihrem Ehemann betrogene Yeon erfährt andernorts über ihren überdimensionierten Flachbildfernseher von dem Fall. Der nächste Schritt geht Richtung Taxi, mit dem die Gehörnte ins Gefängnis fährt, um den Todeskandidaten zu besuchen. Eine subtile Beziehung entwickelt sich, in deren Folge Yeon Jang Jin mit immer neuen, den Jahreszeiten entsprechenden und knallbunten Dekorationen der Besucherzelle überrascht. Yeons Ehemann folgt seiner Frau und erkennt spät, dass er die Beziehung nur dann retten kann, wenn er seiner Frau den Raum gibt, sich selber zu finden.

BREATH ist mal wieder eine große Metapher geworden. Das Leben als Analogie zu FRÜHLING, SOMMER, HERBST, WINTER UND FRÜHLING hat Kim Ki-Duk bereits in der Vergangenheit beschrieben. In seinem neuen Film ist der zweite Frühling nur der weiblichen Protagonistin vergönnt, die die Freiheit des Atmens dadurch zurückgewinnt, dass sie dem Gefängnisinsassen hilft, den letzten Atemzug zu tun. So findet der eine Frieden, die andere einen Neuanfang. In wunderbaren Bilder illustriert der südkoreanische Regiestar seine tiefgründige Geschichte, die schon jetzt große Vorfreude auf das nächste Werk macht. Einfach exzellent.











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