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96 HOURS - TAKEN 3 (Frankreich 2014)

von André Becker

Original Titel. TAKEN 3
Laufzeit in Minuten. 103

Regie. OLIVIER MEGATON
Drehbuch. LUC BESSON . ROBERT MARK KAMEN
Musik. NATHANIEL MÉCHALY
Kamera. ERIC KRESS
Schnitt. SÉBASTIEN INIZAN
Darsteller. LIAM NEESON . FOREST WHITAKER . MAGGIE GRACE . FAMKE JANSSEN u.a.

Review Datum. 2015-01-07
Kinostart Deutschland. 2015-01-08

Der nach wie vor allgegenwärtige Fortsetzungswahn der großen Filmstudios erreicht mit 96 HOURS - TAKEN 3 einen neuen Tiefpunkt. Da hilft es auch nicht, dass der dritte Teil des Taken-Franchise neue Story-Pfade einschlägt und der Hauptprotagonist selbst zum Gejagten wird.

Bryan Mills (ungewohnt gelangweilt: Liam Neeson), ehemaliger Top-Agent und geschiedener Vater einer mittlerweile erwachsenen Tochter (Maggie Grace) gerät diesmal unter Mordverdacht. Während die halbe Polizei der Stadt, u.a. der erfahrene Kommissar Franck Dotzler (ebenfalls eher unmotiviert: Forest Whitaker), fieberhaft nach Mills sucht, setzt dieser alles daran die wahren Schuldigen ausfindig zu machen. Eine halsbrecherische Hetzjagd beginnt, die den Ex-CIA-Agent erneut mit seiner Vergangenheit konfrontiert.

Regisseur Olivier Megaton (96 HOURS - TAKEN 2, COLOMBIANA) bleibt der Tradition der Reihe treu (obwohl es tatsächlich keine Entführung gibt) und schert sich nicht groß darum eine halbwegs plausibel aufgebaute Story zu präsentieren. Im Vergleich zu den Vorgängern fällt die Geschichte allerdings noch ein Stück zerfahrener aus. Die zahlreichen Logiklöcher sind diesbezüglich noch nicht einmal das Schlimmste. Viel negativer wirkt sich aus, dass kein wirklicher Erzählfluss entsteht und der gesamte Handlungsverlauf mehrfach ins Stocken gerät und durch wirre Plot-Twists zusätzlich ausgebremst wird. Dramaturgisch gesehen erzielt der Film durchweg mangelhafte Ergebnisse, was durch mehrere langatmige Passagen noch untermauert wird.

Selbst die Action enttäuscht maßlos und entschädigt kaum für die dargebotenen Mängel. Einen traurigen Höhepunkt markiert eine furchtbar chaotisch geschnittene und mit schlechten CGI versehene Verfolgungsjagd, die bereits früh die offenkundigen inszenatorischen Defizite des Regisseurs aufzeigt. Von der fiebrigen Intensität der Schusswechsel und Kämpfe der ersten beiden Teile ist jedenfalls nicht mehr viel übrig geblieben. Das im Finale zumindest zeitweise der Adrenalinpegel ein wenig nach oben geschraubt wird und sich der Film temporär als harter Reißer gibt kann da auch nichts mehr rausreißen.

Hinzu kommt, dass die Settings diesmal wesentlich uninteressanter ausfallen. Während Neeson im ersten Teil in Paris wüten konnte und im Sequel das exotisch anmutende Istanbul als Schauplatz gewählt wurde, greift Megaton im dritten Part auf die austauschbare Kulisse einer amerikanischen Großstadt zurück. Dies ist natürlich nicht per se schlecht. 96 HOURS - TAKEN 3 gelingt es jedoch nicht die zweifellos vielschichtigen urbanen Kontexte wirkungsvoll als Schauplätze einzubinden. Bezeichnend ist das der Showdown in einem x-beliebigen Luxusapartment stattfindet, das auf denkbar öde Weise zum Austragungsort für Neesons letzte Vendetta wird.

Als Zuseher darf man sich außerdem über einige äußerst schnulzige Gefühlsduseleien ärgern, die das unausgereifte Drehbuch (aus der Feder von Luc Besson) wohl für unvermeidbar hielt. Der dritte Teil ist somit im Gesamtergebnis eine ziemlich dürftige und unterm Strich einfach ungemein langweilige Angelegenheit, die trotz prominenter Besetzung wie ein vollkommen beliebiger, lieblos abgefilmter B-Film von der Stange daherkommt. 96 HOURS - TAKEN 3 bildet insofern hoffentlich tatsächlich den Abschluss der Reihe. Ein weiterer Teil ist dem Publikum und der Karriere aller Beteiligten definitiv nicht zuzumuten.











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