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96 HOURS (Frankreich 2008)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. TAKEN
Laufzeit in Minuten. 93

Regie. PIERRE MOREL
Drehbuch. LUC BESSON . ROBERT MARK KAMEN
Musik. NATHANIEL MECHALY
Kamera. MICHEL ABRAMOWICZ
Schnitt. FRÉDÉRIC THORAVAL
Darsteller. LIAM NEESON . MAGGIE GRACE . FAMKE JANSSEN . XANDER BERKELEY u.a.

Review Datum. 2008-11-20
Kinostart Deutschland. 2009-02-19

Wenn in 96 HOURS die Kamera ihren Fokus voll und ganz auf Bryan Mills richtet, der den Entführer seiner geliebten Tochter am Telefon hat, spiegelt sich in seinem Gesicht Angst und vor allem grenzenlose, mühsam unterdrückte Wut wieder, die einzig und allein durch sein antrainiertes Verhalten in Extremsituationen im Zaum gehalten wird: "I don't know who you are. I don't know what you want. If you are looking for ransom, I can tell you I don't have money. But what I do have are a very particular set of skills; skills I have acquired over a very long career. Skills that make me a nightmare for people like you. If you let my daughter go now, that'll be the end of it. I will not look for you, I will not pursue you. But if you don't, I will look for you, I will find you, and I will kill you.” Spätestens jetzt wird deutlich, dass der sympathische, etwas unbeholfen wirkende Bryan, den wir am Anfang des Films kennen gelernt haben, nicht mehr da ist und die kurz zuvor erfolgte Rettung einer Sängerin bei einem Bodyguard-Einsatz nur ansatzweise erahnen ließ, über was für ein ganz spezielle Reihe an Fähigkeiten dieser Mann verfügt. Und es wird auch deutlich, was das große Kapital des Films ist: Liam Neeson! Der 56jährige Schauspieler legt hier knapp zwei Jahre nach SERAPHIM FALLS einen weiteren Bomben-Auftritt hin und empfiehlt sich darüber hinaus als zukünftiger Actionfilmstar.

Mit der Wucht eines Tsunamis und einer im Actionkino seltenen Kaltschnäuzigkeit und Härte schießt, prügelt und foltert sich Neeson durch die Pariser Unterwelt und lässt den etwas arg gradlinigen Plot (im Grunde genommen handelt es sich hier um nichts anderes als um eine modernisierte, völlig humorlose Neuverfilmung des Schwarzenegger-Action-Klassikers PHANTOM KOMMANDO) schnell in den Hintergrund treten.

I'll tear down the Eiffel Tower if I have to! – Solche Ansagen nimmt man Neeson jederzeit ab, der Mann steht tierisch unter Strom und hat – wie in einer wunderbaren Szene am Anfang klar gemacht wird – nichts mehr zu verlieren. Es ist genau diese permanente Anspannung Neesons, die, gepaart mit der knalligen, aber nie überkandidelten Inszenierung Morels, fortwährend mitreißt, Bryans Mission zu unserer macht.

Da merken wir dann auch gar nicht mehr, dass 96 HOURS eigentlich unglaublich reaktionär und ganz schön brutal ist. Denn, mal ganz ehrlich: Stellt auch vor, euch würde das gleich passieren und auch ihr würdet über eine ganz spezielle Reihe an Fähigkeiten verfügen: Wer würde noch groß verhandeln?











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