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22 JUMP STREET (USA 2014)

von André Becker

Original Titel. 22 JUMP STREET
Laufzeit in Minuten. 112

Regie. PHIL LORD . CHRISTOPHER MILLER
Drehbuch. MICHAEL BACALL . OREN UZIEL . RODNEY ROTHMAN
Musik. MARK MOTHERSBAUGH
Kamera. BARRY PETERSON
Schnitt. KEITH BRACHMANN . DAVID RENNIE
Darsteller. JONAH HILL . CHANNING TATUM . ICE CUBE . PETER STORMARE u.a.

Review Datum. 2014-08-03
Kinostart Deutschland. 2014-07-31

21 JUMP STREET war durchaus eine kleine Überraschung. Das Kino-Update der gleichnamigen Erfolgsserie aus den achtziger Jahren überraschte mit zahlreichen absurd-witzigen Ideen, locker aus dem Ärmel geschüttelten Meta-Gags und zwei bestens aufgelegten Darstellern. An den naiven Charme der Originalserie konnte der Film zwar nicht anknüpfen, als rasant und schnittig in Szene gesetzte Buddy-Komödie funktionierte die Kinoadaption aber erstaunlich gut.

Da die Besucherzahlen die Kasse klingeln ließen, war eine Fortsetzung schnell beschlossene Sache. 22 JUMP STREET versammelt dabei das gleiche Team vor und hinter der Kamera. Die Regie teilen sich ein weiteres Mal Phil Lord und Christopher Miller und als Hauptdarsteller blödeln erneut Jonah Hill und Channing Tatum um die Wette. Auch darüber hinaus bleibt alles beim Alten. Ein bisschen Action, jede Menge derbe Witze, zahlreiche Schimpfwörter und ein paar kleine Gastauftritte von Personen, die mal irgendwann, irgendwas mit der Serie zu tun hatten.

Zur Story: Die Chaos-Cops Jenko (Channing Tatum) und Schmidt (Jonah Hill) verschlägt es diesmal an ein College. Dort wird fleißig mit einer neuen synthetischen Wunderdroge gedealt, die bereits erste Todesopfer gefordert hat. Getarnt als Studenten sollen die beiden Freunde die Verantwortlichen ausfindig machen und das Drogennetzwerk zerschlagen. Der Undercover-Auftrag führt das ungleiche Ermittler-Duo dabei nicht nur an die Grenzen ihrer beruflichen Fähigkeiten, sondern stellt auch ihre Freundschaft auf eine harte Probe.

Leider fehlt dem Sequel der unverbrauchte und beinahe archaische Esprit des Vorgängers. Lord und Miller wiederholen auf äußerst dreiste Weise fast 1:1 die Gags des ersten Teils. Hill gibt den treudoofen, tollpatschigen und halbwegs cleveren Cop Schmidt. Tatum steht als Jenko dagegen für geballte Manneskraft, mangelnde Intelligenz und einen grenzdebilen Charakter. Diese Kombination führt wiederum zu zahlreichen überkandidelten Kalauern, die an Einfallslosigkeit und Einfältigkeit kaum zu überbieten sind.

Besonders ärgerlich ist, dass 22 JUMP STREET noch nicht einmal versucht seine Jokes geschickter aufzubauen. Abgesehen von wenigen Ausnahmen sind die dutzenden Slapstick-Szenen und Albernheiten äußerst vorhersehbar angelegt. Hinzu kommt, dass die Regisseure ihren Meta-Gags keine wirklich neuen Themen oder frische Ideen zuweisen. Die Folge ist, dass die entsprechenden Szenen schnell sehr uninspiriert wirken und auf die Dauer einfach nur langweilen. Zugute halten muss man dem Film, dass Tatum und Hill wieder sehr gut miteinander harmonieren und ihre Rollen mit sichtbarer Spielfreude ausfüllen. Auch die eine oder andere Actionszene macht Laune und sorgt dafür, dass der zweite Ausflug in die Jump Street nicht vollkommen unbrauchbar ist.

22 JUMP STREET ist im direkten Vergleich mit dem überraschend sehenswerten Vorgänger eine herbe Enttäuschung. Lord und Miller setzen auf eine anstrengend berechenbare Endlosschleife der immer gleichen Späße und Slapstick-Einlagen. Die überzeugenden Darsteller und einige routiniert inszenierte Verfolgungsjagden/Schießereien retten das Sequel zwar vor dem Totalausfall, von einer guten Actionkomödie ist die Fortsetzung aber dennoch kilometerweit entfernt. Und dass der Abspann lustiger als der gesamte Film ist, sagt eigentlich schon alles.











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