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GESPRÄCHE

Thorsten Hanisch im Gespräch mit Jeff Burr

Jeff Burr

Jeff Burr dürfte den meisten wohl als Regisseur des umstrittenen LEATHERFACE: TEXAS CHAINSAW MASSACRE III ein Begriff sein, doch der sehr zugängliche und nette Mann hat noch andere Genre-Perlen im Oeuvre: Sein, im zarten Alter von 24 Jahren gedrehter, Debütfilm DIE NACHT DER SCHREIE wartet mit der Genre-Legende Vincent Price in einer seiner letzten Rolle auf und mit den allseits bekannten und beliebten Horrorhits STEPFATHER II, PUMPKINHEAD II : BLOOD WINGS und NIGHT OF THE SCARECROW – DIE NACHT DER KRÄHE hat sich der im Interview – welches im Sommer 2006 geführt wurde - äußerst zugängliche und mitteilungsfreudige Regisseur wohl auf alle Zeiten einen Platz im Herzen der Fans gesichert.

Das Gespräch.

Wie entdeckten Sie, dass Sie Regisseur werden wollten?
    Ich gehöre zu den Glücklichen, die schon früh wussten was sie mit ihrem Leben machen wollen. Bei meinem Großvater fand ich eine 8mm-Kamera (eine kleine Kodak Brownie) und begann, kleine Filme zu drehen. Meine Mutter und mein Vater standen in einem kleinen Theater in der Kleinstadt in Georgia wo ich aufwuchs auf der Bühne, was man wohl auch als Einfluss werten könnte. Ich begann, mehr und mehr ambitionierte kleine Produktionen anzugehen und ich denke, das Hobby wurde fast zur Besessenheit.

Was Ihre Filmographie angeht nehme ich an, Sie haben eine enge Beziehung zum Horror-Genre? Habe ich Recht oder sind Sie lediglich durch Zufall in dieses Genre geraten?
    Ich habe Horror- und Science Fiction-Filme von Anfang an geliebt. Ich sah 2001 - ODYSEE IM WELTRAUM als kleines Kind und der Film begleitet mich bis heute. Außerdem sah ich die Universal-Horrorfilme im Fernsehen und liebte deren Atmosphäre und Ideenreichtum. Natürlich mochte ich alle möglichen Arten von Film (und mag sie immer noch), aber aus welchen Gründen auch immer haben mich die dunkleren Inhalte zeitlebens besonders angezogen. Ich erinnere mich, DER HEXENJÄGER im TV gesehen zu haben und die Woche darauf IM BANNE DES DR. MONSERRAT. Ich erkannte, dass sie von derselben Person gemacht worden waren und beide einen trostlosen Standpunkt vertraten. Das war also der Moment, an dem ich den Regisseur mit der Stimmung des Films gleichsetzte und das schließlich über mehrere Filme hinweg...

Vielleicht ist das eine merkwürdige Annahme, aber gibt es eine Verbindung zwischen DIVIDED WE FALL und STRAIGHT INTO DARKNESS, den beiden einzigen Einträgen mit Kriegsbezug in Ihrer bisherigen Filmographie? Straight Into Farkness
    Nein, ich habe auch andere Filme gemacht, die sich teilweise mit dem Thema Krieg auseinandersetzen. Eine Episode von DIE NACHT DER SCHREIE dreht sich um Krieg und ist somit in mancher Hinsicht ein Vorbote von STRAIGHT INTO DARKNESS, als dass es dabei um Kinder geht. Außerdem habe ich einen Super 8- einen sehr simplen Kurzfilm namens CHILD'S PLAY gedreht, der sich ebenfalls mit dem Thema auseinandersetzt und der in Amerika ebenfalls auf DVD rauskommen wird. Mein Großvater war im 1. und 2. Weltkrieg und auch mein Vater war beim Militär, diente im 2. Weltkrieg und wurde für Korea eingezogen. Ich war also immer mit dem Thema konfrontiert – in Form von Bildern an der Wand oder in Geschichten die mir mein Großvater erzählte wenn er ein paar getrunken hatte. Auch mein Onkel war als Fallschirmspringer im 2. Weltkrieg.
Aber ja, ich glaube, DIVIDED... und ...DARKNESS schlagen in dieselbe Kerbe und waren sicherlich auch in Hinblick auf die Produktion ähnlich. Will Huston, einer der Produzenten von ...DARKNESS, hatte als Student auch an DIVIDED... mitgewirkt und sagte in Rumänien eines Tages zu mir Ah, jetzt versteh' ich's... wir machen DIVIDED WE FALL noch mal. Das brachte mich zum Lachen und ist kommt der Wahrheit vielleicht sogar ziemlich nahe.

In Ihrem ersten Spielfilm DIE NACHT DER SCHREIE haben Sie mit dem legendären Vincent Price zusammengearbeitet. Diese Kooperation ist allein von daher schon sehr interessant, dass Sie am Beginn Ihrer Karriere waren und er am Ende der seinen. Wie war es, mit ihm zu abreiten? Haben Sie viel von ihm gelernt?
    Mit Vincent Price zu arbeiten war unglaublich und bis heute zählt diese Erfahrung zu meinen Karriere-Highlights. Er war nur zwei Tage lang anwesend, aber er war absolut engagiert und lieferte in dieser Zeit alles was nötig war. Er nahm die Rolle sehr ernst, aber es war zunächst schwierig, ihn davon zu überzeugen, den Film zu machen. Straight Into Farkness Letztlich hat er den Dreh genossen, aber ich denke, der Film und sein Inhalt waren für seinen Geschmack (graphisch) zu brutal und primitiv, was bestimmt auch zutrifft. Ich wollte so ein spezifisch südliches, Treibhaus-mäßiges Gruselgefühl, konnte meine Vorstellungen aber nur teilweise verwirklichen. Gemessen an unserem Budget war das ein riesiges Vorhaben und natürlich war ich ein unerfahrener Regisseur. Meine größte Freude an dem Film war, mit so großartigen Schauspielern wie Mr. Price, Cameron Mitchell, Clu Gulager, Terry Kiser, Harry Caesar und Martine Beswick zusammenzuarbeiten. Mit Schauspielern, die ich als Kind bewundert habe, arbeiten zu können war und ist immer noch unglaublich für mich. Und wenn man einander dann noch sympathisch ist, ist das der Himmel! So ist bzw. war es mit Clu, Cameron, Terry O'Quinn etc. Aber Vincent brachte mir ein paar Dinge bei – eines davon ist, dass nein in Bezug auf einen Schauspieler und eine Rolle nicht unbedingt nein heißen muss. Man muss fest entschlossen sein! Und wenn man glaubt, es gäbe nur einen Typen für diese Rolle, dann muss man versuchen, ihn auch zu kriegen – koste es, was es wolle. Wenn das nicht funktioniert braucht man natürlich trotzdem einen Plan B! Aber was Vincent mich mit seinem Beispiel ebenfalls gelehrt hat ist höchste Professionalität. Ich möchte bei allem was ich tue die selbe Professionalität an den Tag legen – mit Herz und Seele hinter deiner Arbeit zu stehen, ganz gleich, wie viel Geld du dafür bekommst oder wie die Umstände aussehen. Du musst alles geben, dann kommt (möglicherweise) der Geldregen... aber zuerst musst du einfach alles geben. Das ist vielleicht eine Lektion! Und ich habe sie von einem über siebzigjährigen berühmten Schauspieler gelernt, der die Schauspielerei selbst unter suboptimalen Bedingungen nie länger als zwei Tage am Stück aufgegeben hatte.

Kannten Sie STEPFATHER, bevor Sie bei Teil 2 Regie führten? Hatten Sie bei der Umsetzung freie Hand oder bekamen sie irgendwelche Auflagen? Straight Into Farkness
    Ja, ich hatte STEPFATHER gesehen als er in L.A. rauskam. Ich sah ihn in einem Kino in Westwood, in dem mein Sequel drei Jahre später auch gezeigt wurde! Ich war und bin ein Fan von Joseph Ruben und bin der Meinung, der erste STEPFATHER ist ein sehr guter Thriller. Wegen dieses Films war ich auch Fan von Terry O'Quinn. Als mir STEPFATHER 2 anvertraut wurde, holte ich mir vom Produzenten Bruce Cohn Curtis (DREAMSCAPE) Rubens Telefonnummer und rief ihn an. Ich stellte mich vor als "der Typ, der bei STEPFATHER 2 Regie führen wird" und er meinte Wie kannst Du ein Sequel machen, der Hurensohn ist doch tot! Ich fragte ihn, ob er einen zweiten Favoriten für die Rolle hätte, weil zu dem Zeitpunkt noch nicht sicher war, dass Terry mitmachen würde. Er meinte nur wenn wir O'Quinn nicht bekämen sollten wir den Film erst gar nicht machen. Und glaubt mir: Ich stimme ihm völlig zu!
Terry O'Quinn ist einer der erstaunlichsten Schauspieler mit denen ich arbeiten durfte. Er war mir gegenüber sehr großzügig und wir hatten ein paar Tage für Proben, wobei wir einen guten Umgangston fanden. Man muss bedenken, dass der Film viel niedriger budgetiert war als das Original, wir hatten damals 1,3 Millionen $. Es war eine direct-to-video -Fortsetzung und führte bei unserer Produktionsfirma ITC zur Gründung einer Abteilung für DTV-Sequels. ITC wurde damals von Jerry Leider geführt und nahm viel Einfluss auf den Film. Es war also bestimmt keine Umgebung kreativer Freiheit, im Gegenteil, und das begann bereits beim Casting der anderen Hauptrolle. Ich wollte Kay Lenz, die großartig gewesen wäre, aber ITC dachten, Kay wäre nicht stilvoll genug, da sie gerade erst STRIPPED TO KILL gedreht hatte. Also suchten sie nach einem "nobleren" Namen. Eine Weile lang hatten wir Season Hubley, aber sie fiel aus. Dann beschlossen sie, mehr Geld springen zu lassen als ursprünglich geplant und so kamen wir zu Meg Foster, einer verdammt feinen Schauspielerin. Allerdings wurde sie in letzter Minute gecastet und ist nicht unbedingt die erste, die einem als typische All-American- Hausfrau aus der Vorstadt in den Sinn kommt. Ich schätze Meg wirklich sehr, aber dadurch dass sie erst im letzten Moment reingeworfen wurde konnten wir für diesen Film keinen Draht zueinander finden, um bestmöglich zusammenzuarbeiten. Jedenfalls arbeitete ich bei SPOILER wieder mit ihr und liebte es. Ich würde mich geehrt fühlen, wenn ich noch einmal mit ihr arbeiten könnte und denke, sie ist ein Talent im Filmbusiness auf das viel zu selten zurückgegriffen wird. Wie auch immer: Wir stellten den Film für ITC fertig und dann sagten sie Hey, der ist nicht schlecht – versuchen wir doch, ihn auch in die Kinos zu bringen. So kam Miramax ins Spiel.

STEPFATHER 2 wurde also von Miramax vertrieben. Was waren Ihre Erfahrungen mit dieser Major-Firma? Beeinflussten sie den Film in irgendeiner Form oder kümmerten sie sich nur um die geschäftlichen Aspekte des Vertriebs?
    Miramax kauften den Film nachdem er bereits komplett fertiggestellt war, schnitten ihn um und drehten einige blutige Pickup-Szenen. Mit diesen Nachdrehs hatte ich nichts zu tun und auch Terry nicht, wofür ich ihn sehr bewundere. Mein einziges Treffen mit Harvey und Bob [Weinstein, Miramax-Gründer – Anm.d.Ü.] war nach einem Test-Screening der ersten Version des Films, wo sie mir nachher Löcher in den Bauch fragten, wo denn das ganze Blut sei... es sei ein scheiß Horrorfilm und es gäbe nicht genug Blut. Ich war und bin immer noch der Meinung, dass sie Tyrannen sind und wenn ich etwas mehr Verstand gehabt hätte, hätte ich die fetten Kotzbrocken aufgehalten. Mit Miramax hatte ich also nichts zu tun. Jedenfalls brachten sie den Film heraus, er machte sich ganz gut und ich schätze, kurzfristig half er meiner Karriere. Denn ohne diesen Film in der Tasche hätte ich den Job für LEATHERFACE [TCM 3 - Anm.] wohl kaum bekommen, aber das ist eine andere Geschichte. (Man beachte: Auf der US-DVD von STEPFATHER 2 kann man alle umgeschnittenen Szenen und so weiter sehen und meinen Kommentar hören, obwohl sie von den Weinsteins herausgegeben wurde.)

Kannten Sie die TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Filme schon als Ihnen die Regie für Teil 3 angeboten wurde?
    Ja, ich war ein Riesenfan des ersten Films als ich das Angebot für den dritten CHAINSAW-Film bekam. Ich glaube Teil 1 ist einer der wichtigsten amerikanischen Independent-Horrorfilme überhaupt und änderte die Horrorfilm-Landschaft für immer. Er stellt eine Art wilder primitiver Kunst dar und ist auf fast jeder Ebene wundervoll gemacht. Die Atmosphäre ist großartig, das Sounddesign, die Kameraarbeit, etc.
Tobe Hooper und George Romero sind die Pioniere des Indie-Horror und die besten Horrorfilme scheinen die regionalen Indies zu sein. Ich hatte das Sequel gesehen und mochte es, weil es anders war und die Besetzung Spaß machte. Caroline Williams war da mit dabei, die ich für STEPFATHER 2 holte und die auch in LEATHERFACE einmal durchs Bild huscht. Ich bekam den Auftrag im Zuge eines Interview-Prozesses und erst später fand ich heraus, dass bereits eine Menge Regisseure den Film abgelehnt hatten. Ich war also bei weitem nicht erste Wahl für den Film, sondern viel eher zehnte Wahl oder so! Nicht unbedingt die beste Ausgangssituation...

Fühlten Sie sich unter Druck, da es sich um die zweite Fortsetzung eines so berühmten Kultfilms handelte? Und warum wurde LEATHERFACE: TEXTAS CHAINSAW MASSACRE III nicht in Texas gedreht? Texas Chainsaw Massacre III
    Ja, ich denke ich fühlte mich unter Druck. Aber eher weil ich einen Regisseur (Jonathan Beutel) während der Vorbereitungszeit ersetzte und nur zwei Wochen und ein paar Tage Zeit hatte, mich auf die Dreharbeiten vorzubereiten. Das schloss das Casting ebenso mit ein wie die Überwachung von Sets, die gebaut wurde, ehe ich an Bord gekommen war. Der Grund warum nicht in Texas gedreht wurde ist, dass es ein low budget-Film war, mit noch geringerem Budget als das erste Sequel, und New Line dachten, es sei zu teuer, dort zu drehen. Natürlich hätte ich lieber vor Ort gefilmt, besonders da ich in Georgia aufgewachsen bin und dort meinen ersten Film gedreht habe. Ich kenne die Schönheit und Seltsamkeit des ländlichen Amerika. Und ich glaube, das war der Anfang einiger falscher Entscheidungen bei dem Film. Der Line Producer hatte größere Filme gemacht und hatte nicht wirklich diese Guerilla-Einstellung zum Filmemachen, wie ich sie habe. Und es war das erste Mal, dass ich als Regisseur an einem Film arbeitete ohne meinen Bruder und meinen Freund als Produzenten. William Burr und Darin Scott waren eine große Unterstützung bei meinem ersten Film und halfen mir bei meinem zweiten, einige Kämpfe auszutragen. Ich schätze, ich habe mich bei LEATHERFACE etwas allein gefühlt und mit sehr wenig Vorbereitungszeit möchte man, dass seinen Entscheidungen schnell und mit möglichst geringer Einmischung entsprochen wird. Bei diesem Film gab es allerdings von Tag 1 an haufenweise Einmischungen.
Und so liegt es nahe, dass eine Firma einen Regisseur im Nachhinein anzweifelt, vor allem wenn sie von dem Regisseur von Anfang an nicht wirklich überzeugt war. Das Veröffentlichungsdatum war mit 3. November festgesetzt worden und wir begannen Mitte/Ende Juli mit den Dreharbeiten. Es war also eine sehr "schnelle Erfahrung" für mich, aber ich genoss die Arbeit mit der Besetzung und denke, dass sie ihr Bestes gegeben haben. Viggo Mortensen war damals noch kein großer Star, aber er hatte schon einiges gemacht und stürzte sich mit Begeisterung und totaler Kooperationsbereitschaft in die Sache. Mit Kate Hodge zu arbeiten war grandios und es war mehr oder weniger ihr erster Film. R.A. Mihailoff war bereits in meinem Studentenfilm gewesen und ich fand ihn großartig. Eine Menge seines Materials wurde wegen der Altersfreigabe geschnitten.
Texas Chainsaw Massacre III Auf jeden Fall waren die Dreharbeiten schwierig und ich wurde während der letzten Woche sogar gefeuert, tags darauf aber wieder angeheuert. Das tatsächliche Ende des Films wurde allerdings nicht von mir gedreht, sondern von Mike Kanew, einem Cutter, der Regie führen wollte. Meiner Meinung nach machte es dramatisch zwar keinen Sinn, war aber nicht all zu übel gemacht. Der Film litt schwer unter den Händen der für die Altersfreigabe zuständigen Behörde, aber sogar davor wurden von den Verantwortlichen bei New Line etliche Garstigkeiten herausgeschnitten. Sie hatten Angst, der Film würde in vielen Ländern verboten werden. Aber ihr wisst schon, es war das texanische Kettensägenmassaker, nicht die texanische Holzfällermeisterschaft. Ich verstehe nicht, warum sie so besorgt waren, die anderen beiden Filme waren in England und anderen Ländern schließlich auch sofort verboten worden. Trotzdem kann ich New Line nicht an allem die Schuld geben... Ich war unerfahren im Umgang mit Firmenpolitik und traf auch selber einige dumme Entscheidungen. Aber nachdem die MPAA mit dem Film fertig war, wollte ich wirklich meinen Namen nicht mehr in Verbindung mit dem Projekt sehen. Das war aber unmöglich, da Rolle 1 mit den Credits die einzige Filmrolle ohne Änderungen war und somit bereits die Kopien gezogen worden waren! Der Veröffentlichungstermin wurde versäumt und der Film kam schließlich im Januar 1990 heraus. Damals wusste ich noch nicht, dass dies mein bis heute (2006) letzter großer Kinofilm werden sollte. Holt euch die US-DVD, die in Form einer guten Dokumentation etc. eine Menge Informationen zu den Einzelheiten beinhaltet.
Kürzlich habe ich Mark Ordesky getroffen, der an dem Film beteiligt war, und wir hatten eine nette Unterhaltung über unsere diesbezüglichen Erfahrungen. Er hat in der Zwischenzeit ja mit LORD OF THE RINGS hoch gepokert und gewonnen. Er liebt das Medium Film und ich wünschte, es gäbe mehr ausführende Produzenten wie ihn. Das selbe kann auch über Mike Deluca gesagt werden, der mit mir zwar nicht zurecht kam, aber zumindest ist er ein weiterer Ausführender, der Film liebt – eine aussterbende Spezies, fürchte ich. Na ja, ich habe viele Fehler gemacht bei diesem Film, aber auch ein paar coole Sachen. Ich habe mich mit der Erfahrung ebenso arrangiert wie mit der Tatsache, dass dieser als Flop wahrgenommene Film (langfristig hat er sogar Gewinn gemacht) meine Karriere bis zum heutigen Tag verändert hat.

Texas Chainsaw Massacre III Würden Sie die Unrated-Version von LEATHERFACE: TEXAS CHAINSAW MASSACRE III Ihren Director's Cut nennen?
    Es gibt keinen richtigen Director's Cut. Es wurde auf Film geschnitten und der Schnitt des Negativs erfolgte kurz nach Drehschluss. Als jedenfalls mit dem Schnitt begonnen wurde (zuerst von New Line, dann von der MPAA) wurde auch das Negativ geschnitten, ohne dass es eine Sicherungskopie davon gegeben hätte.
Viele der tatsächlich wirkungsvollen Aufnahmen existieren also gar nicht mehr. Ich habe den Film für die DVD auch nicht noch einmal umgeschnitten, das stand nie zur Diskussion. Und glaubt mir, kein Director's Cut dieses Films hätte das Ende, das der Film jetzt hat! Um die Frage zu beantworten: Nein, ich habe versucht, die Bezeichnung "Director's Cut" zu verhindern... ich denke, die Version heißt nun "Unrated Edition". Aber die US-DVD und die amerikanische Laserdisc (mit zwei nicht auf der DVD enthaltenen Kommentaren) sagen so ziemlich alles zu dem Thema.
Ein Grund warum ich nie wieder mit einem großen Studio gearbeitet habe ist, dass ich zwei Jahre lang mit dem Indie-Film EDDIE PRESLEY beschäftigt war, um mich daran zu erinnern, warum ich ursprünglich überhaupt Filme machen wollte. Kommerziell war das Projekt aber ein totaler Reinfall und sogar auf Festivals wollte ihn kaum jemand sehen. Am Ende kam er in einer Special Edition auf DVD heraus und ist nach wie vor einer meiner eigenen Filme, die ich selber mag. Aufgrund unglaublicher Naivität verließ ich als LEATHERFACE anstand William Morris, eine große Agentur – es war also ein Zusammentreffen verschiedener Vorfälle (d.h. dummer Entscheidungen meinerseits), die mich während der 90er Jahre meinen Lebensweg entlang stolpern ließen. Ich möchte auch niemanden außer mir selbst für meine bisherige Karriere verantwortlich machen. Ich habe eine Menge gelernt, bin heute definitiv ein talentierterer und konzentrierterer Regisseur als je zuvor und meine Liebe und mein Enthusiasmus für das Kino sind bedingungslos. Aber Produzenten sehen wohl auf meinen Lebenslauf und denken sich Okay, er hat viele Filme gemacht, aber von den meisten habe ich nie gehört und ich bin sicher, dass aus ihm nie der neue Scorsese wird, drum such ich lieber jemand anderen. Aber gerade weil ich bei so vielen Filmen so viel gelernt habe bin ich heute bereit, mich an richtigen Filmen zu versuchen und das Gelernte anzuwenden! Und damit meine ich inhaltlich ambitionierte, herausfordernde und unterhaltsame Filme; das hat nichts mit dem Budget zu tun, nur mit Potenzial. Um die Sache auf den Punkt zu bringen: Ich wollte nie der neue Spielberg oder Scorsese sein, sondern der erste Jeff Burr.

Texas Chainsaw Massacre III Haben Sie als Regisseur irgendwelche Vorbilder oder spezielle Einflüsse?
    Klar, ich habe viele Vorbilder und Filmemacher, die ich liebe. Allen voran Kerle wie John Cassavettes, weil er auf Biegen und Brechen seine eigenen Filme gemacht hat. Das gleiche gilt für Orson Welles – das waren absolut hingebungsvolle Filmemacher, die ihren eigenen Weg gegangen sind. Aus diesem Grund möchte ich auch Quentin Tarantino erwähnen. Auch er machte sein eigenes Ding und war aus diesem Grund eine große Inspiration. Besonders in der geschäftsorientierten Umgebung des heutigen Hollywood ist das umso bewundernswerter. Natürlich gibt es noch andere... David Fincher, Soderbergh und so weiter, die ich alle bewundere, auch wenn mir nicht alle ihrer Filme zusagen. Ein weiteres riesiges Vorbild und ein Mann, der als Macher von Independentfilmen nicht ansatzweise genug Anerkennung bekommt, ist George Romero. Vergesst, dass er vornehmlich Horrorfilme macht – er ist einer der bahnbrechendsten Indie-Filmemacher der amerikanischen Geschichte. Und er folgt seiner Muse immer noch. Ich schätze ihn besonders hoch und bin von ihm inspiriert.
Es gibt so viele Filmemacher aus der Vergangenheit und der Gegenwart, die ich bewundere. Spontan in den Sinn kommen mir dabei Sam Peckinpah, Robert Aldrich, David Cronenberg, Stanley Kubrick, Michael Reeves, Roger Corman, Jerry Lewis, Clint Eastwood, Sergio Leone, Tarkovsky, Kurosawa, Nic Roeg und noch so viele andere... Ich liebe so viele Sparten des Kinos und würde gern Filme aus viele verschiedenen Genres drehen.

Wie stehen Sie zu Gewalt in Filmen? Wie weit würden Sie gehen und gibt es eine Grenze die Sie nicht überschreiten würden? Oder ist es für Sie alles nur Unterhaltung?
    Das ist eine komplexe Frage für die es keine allgemeingültige Antwort gibt... Ich denke, jeder Regisseur würde das von Fall zu Fall, oder eher von Geschichte zu Geschichte, beurteilen. Ich glaube nicht, dass Gewalt auf der Leinwand Gewalt im wirklichen Leben erzeugt, aber Dinge auf der großen Leinwand zu sehen kann einen Adrenalinschub verursachen. Wenn also jemand einen Hang zu irgendwas hat kann das ein Faktor sein, wenn auch nicht der entscheidende. Texas Chainsaw Massacre III Ich weiß von Fällen, wo Filmgewalt nachgeahmt wurde, aber man kann sich in dieser Hinsicht nicht selbst zensieren. Wer weiß schon, was ein abnormes Gehirn sonst noch zum Überschnappen bringen kann? Es könnte genauso gut der Geschmack einer Eissorte sein, die er im Supermarkt gekauft hat. Aber es ist leicht zu sagen, Filme hätten gar keinen Einfluss auf die Leute und das ist das andere Extrem. Auch auf der Seite des Filmemachers gibt es Verantwortung, auch wenn diese eher dahin geht, eine Geschichte aus dem deiner Meinung nach besten Blickwinkel zu erzählen und vor allem eine Story zu haben, die er wert ist, erzählt zu werden, was an sich wieder subjektiv ist. Alles was ich weiß ist, dass man sich als Regisseur nicht zensieren kann. Ob es ein Szenario gäbe das man nicht filmen würde ist eine provokante Frage. Wenn ich drüber nachdenke kommt natürlich sofort eine Menge der üblichen vorhersehbaren Antworten heraus: Pädophilie, Morde an Kindern etc. pp. (Fritz Lang drehte mit M einen tollen, vielschichtigen Film zu dem Thema)... Ich werde es euch eines Tages sagen, obwohl ich mit der Frage im Grunde schon einmal konfrontiert war. Ich drehte gerade eine Szene für LEATHERFACE, in der Toni Hudson die Kettensäge in den Bauch kriegt. Wir drehten verschiedene Einstellungen und im Laufe der Nacht wurde Toni immer nervöser und schwieriger. Sie war bis dorthin ausschließlich kooperativ gewesen, also fragte ich sie, ob etwas nicht in Ordnung sei. Da sagte sie mir, sie sei schwanger und hätte es aus Angst, die Rolle deswegen nicht zu bekommen, niemandem gesagt. Und da war sie also, Blut spritzte in ihr Gesicht und sie wurde mitten durch den Bauch gesägt. Natürlich konnte ich nur noch daran denken, was in ihrem Bauch drin war und fragte mich was zum Teufel ich eigentlich mit meinem Leben und mit meiner Möchtegernkunst anstellte? In dieser Nacht dachte ich viel nach, Bilder von Sharon Tate wurden heraufbeschworen und so weiter. Diese Nacht war nicht gerade angenehm, das könnt ihr mir glauben.

Was würden Sie heute machen wenn Sie kein Filmregisseur geworden wären?
    Vielleicht wäre ich Journalist oder irgendeine Art von Schriftsteller. Irgendwas Kreatives, das es mir erlauben würde, zu reisen und Menschen zu treffen. Weiß der Teufel... Vielleicht wäre ich in der Werbung?

PUPPET MASTER IV war ihre erste Zusammenarbeit mit Charles Bands "Full Moon Entertainment". Was mögen Sie besonders an der Arbeit mit Full Moon Entertainment? Gaben sie Ihnen künstlerisch freie Hand?
    Charlie Band hatte 1986 meinen ersten Film gesehen und engagierte mich zu Empire-Zeiten [Vorgänger-Firma von Full Moon – Anm.d.Ü.], ein paar Filme für ihn zu machen. THE VAULT und GHOSTTOWN waren zwei davon. Obwohl ich das Geld bekam wurden die Filme nie gedreht, weil die Firma pleite ging. Jahre später traf ich Charlie am American Film Market und ein paar Wochen später rief er mich an und bestellte mich zu einem Treffen in sein Büro. Das war am Superbowl-Sonntag 1993 und wenige Wochen später führte ich bei PUPPET MASTER 4-5 Regie. Eigentlich wären diese Streifen als ein Kinofilm für Paramount unter Charlies Regie geplant gewesen. Als sie sich allerdings über das Budget nicht einigen konnten beschloss Charlie, die Filme schnell und billig zu machen und mein Name wurde als schnell und billig genannt. Es war ein Riesenspaß, diese Filme zu drehen... die Drehbücher waren ein einziges Durcheinander, da so viele Autoren daran gearbeitet hatten und das Projekt an sich bereits in so vielen Inkarnationen existiert hatte. Fast die gesamte Belegschaft war bei Full Moon, sodass es fast wie beim Fernsehen zuging, aber der Regisseur hatte mehr Freiheiten als beim TV. Geld und Terminpläne waren knapp bemessen, aber es war eine Ehre, mit Dave Allen zu arbeiten. Ich war ein großer Fan seines Filmes EQUINOX. Ein guter, sehr talentierter Mann – schade, dass er nicht mehr lebt. Bei diesen Filmen arbeitete ich mit vielen guten Schauspielern: Ian Ogilvy, Willard Pugh, Nick Guest, Duane Whitaker, Ron O'Neal, Jason Adams, Gordon Currie, Chandra West und vielen mehr. Angesichts der Umstände bin ich auf diesen Job stolz, da ich bei diesen beiden Filmen erst im letzten Moment ins Spiel gekommen war. Ich weiß, sie machen nicht viel Sinn, sind aber hoffentlich unterhaltsam. Charlie rief ab und zu einmal an und ich machte einfach die Filme für ihn. Die Bücher waren ausgearbeitet worden bevor ich an Bord kam – überhaupt wurde man in der Regel in einem sehr späten Planungsstadium angeheuert und so kam man mit schlechten Büchern nach Rumänien und musste versuchen, das Beste draus zu machen. Bei vielen Filmen war auch noch die Kushner-Locke Company beteiligt, weshalb man sich mit den selben verdammten Abstimmungen und Einmischungen ärgern musste wie bei einem Film mit größerem Budget. So ungefähr von allem die Nachteile: Kreative Einmischung und zuwenig Geld für einen ordentlichen Zeitplan. Ich hatte das Gefühl, Hühnchensalat aus Hühnchenkacke machen zu müssen, wie man hierzulande sagt. The Devil's Den Ich gab mein Bestes und strengte mich an, um die Filme so gut als möglich zu machen – manchmal war halt die Realität im Weg! Aber er war eine großartige Erfahrung, 1996-97 meine ersten Filme in Rumänien zu drehen, denn wenn man nach Amerika zurückkam, fühlte man, dass man mit allem fertig werden konnte.

Wurden PUPPET MASTER IV und V direkt nacheinander gedreht?
    Ja, PUPPET MASTER IV und V wurden in einem Aufwasch gedreht, allerdings simultan. Mit anderen Worten: In jedem Set wurde das Material für Teil 4 gefilmt, dann die Kostüme gewechselt und die Szenen für Teil 5 gedreht, bevor es zum nächsten Set weiterging. Es war eine Herausforderung, da ich immer nur wenig Zeit für Vorbereitungen hatte, aber die Schauspieler waren entgegenkommend und somit war es nicht all zu schwer. Wäre es mein erster Film gewesen hätte ich allerdings Probleme gehabt.

Zwischen FRANKENSTEIN & THE WEREWOLF REBORN (2000) und MIL MASCARAS VS. THE AZTEC MUMMY (2005) klafft ein Loch in Ihrer Filmographie. Was taten Sie in der Zwischenzeit?
    Die Lücke in der Filmographie erklärt sich wie folgt: Im Jahr 2000 erkrankte mein Vater und ich zog zurück nach Georgia, um daheim auszuhelfen. Dort schrieb ich einige Sachen und vollendete den 1999 gedrehten X-TREME TEENS. Als mein Vater dann im Sommer 2000 starb beschloss ich, STRAIGHT INTO DARKNESS zu machen. Ich steckte all mein Geld hinein, brachte die rumänische Firma dazu, noch mehr beizusteuern und wir stellten einen unglaublich ambitionierten low budget-Indiefilm auf die Beine. Die Dreharbeiten begannen im Februar 2001 und 2002 wurde noch mehr gefilmt. Seit Ende 2004 ist der Film fertig und seither plagen wir uns mit dem Vertrieb herum. 2006 kommt er nun endlich in den USA heraus – ein langwieriger Prozess...
In der Zwischenzeit wurde ich angeheuert, MONSTER MAN 2 und 3 zu schreiben und suchte nach Drehorten für die Filme, ehe ihnen der Stecker gezogen wurde. Ich habe auch bei dem Lucha libre-Film [lateinam. Wrestling – Anm.d.Ü.] MIL MASCARAS VS. THE AZTEC MUMMY und einem Film namens THE DEVIL'S DEN für IDT Regie geführt. Jedenfalls sieht es so aus, als ob die legendären "kreativen Differenzen" bei beiden Projekten aufgetreten seien und ich nehme an, Andrew Quint wird nun die Regie übernehmen. Als nächstes versuche ich, eine Indie-Komödie in Angriff zu nehmen und hoffe, bald mit den Drehabreiten beginnen zu können.

The Devil's Den Wie kamen Sie auf die Idee zu STRAIGHT INTO DARKNESS? Gehe ich recht in der Annahme, dass William D. Burr, dem der Film gewidmet ist, Ihr Vater ist und der Film auf seinen Kriegserinnerungen beruht?
Die Bestie ist in uns, der Krieg ist unausweichlich und Schützt die Kinder, denn sie sind unsere Zukunft. Könnte man damit die Aussage von STRAIGHT INTO DARKNESS zusammenfassen? Ist die Maske des Mädchen ein Symbol für die "hässliche Fratze des Krieges"?

    STRAIGHT INTO DARKNESS beruht nicht auf den Geschichten meines Vaters oder ähnlichem. Es ist eine neue Story, in die vermutlich ein paare wahre Begebenheiten mit eingeflossen sind. Viele Leute haben mich gefragt woher die Idee stammt und die Antwort – ganz ohne Sarkasmus – ist: Ich weiß es nicht. Die Geschichte und ein paar interessante Variationen davon waren in mir drin und sind zum Teil von einer Reise in ein rumänisches Waisenhaus im Jahr 1999 inspiriert. Das Ganze tauchte aus dem Unterbewusstsein auf und spukte einige Zeit in meinem Kopf herum. Nichts an dem Film hat eine bestimmte intellektuell-symbolistische Bedeutung. Der Film ist eine instinktiv zustande gekommene Arbeit – ich mag es, so zu arbeiten wenn sich die Gelegenheit ergibt. Glaubt mir, für mich hat alles an dem Film eine Bedeutung, aber ich möchte das Publikum seine eigenen Überlegungen und Gefühle hegen lassen. Der Film funktioniert meiner Meinung auf dieser Ebene und je interaktiver du dich damit auseinandersetzt, desto besser wird die Erfahrung. Ich hoffe, dass er eine Weile in den Köpfen der Menschen herumgeistert. In einer Zeit von Wegwerffilmen und –kultur ist das doch das ultimative Kompliment.

Wo haben Sie all die wundervollen Kinderschauspieler aufgetrieben?
    Die Kinder im Film waren fast alle Waisenkinder, die wir in rumänischen Waisenhäusern gecastet haben. Nelu, das Kind ohne Beine, habe ich in Bukarest auf der Straße getroffen. Das Mädchen mit der Maske und eines der anderen Kinder waren Schauspieler, aber der Großteil der Kinder hatte zuvor nie gespielt. Sie waren das Herz und die Seele des Films. Man konnte unmöglich mit ihnen arbeiten und nicht berührt sein. Die Kinder waren großartig und jedes von ihnen hat eine erstaunliche Leistung abgeliefert.

Hatten die Eltern keine Bedenken, dass die Kinder in einem Kriegsfilm mitspielten, wo sie herumschießen und töten mussten?
    Wie gesagt, die meisten Kinder waren Waisen... The Devil's Den Die Sprechproben waren ein langwieriger Prozess wo wir den Kindern den Film erklärten. Für sie war es wie Räuber und Gendarm zu spielen und sie haben jede Minute auf dem Set geliebt. Natürlich waren wir um ihre Sicherheit besorgt und sie hatten stets Aufpasser in ihrer Nähe. Als wir Premiere in Bukarest hatten sahen sie den Film auf der großen Leinwand. Sie haben vor Begeisterung gejohlt und gebrüllt!

Zu meiner Überraschung wird Buddy Giovinazzo als Second Unit Director und Additional Photographer angeführt. Wie kam diese Zusammenarbeit denn zustande und wie war die Arbeit mit ihm?
    Ich kenne Buddy schon lange und bin Fan von COMBAT SHOCK und NO WAY HOME. Er lebte bzw. lebt vermutlich immer noch in München und da er sich sozusagen nur "ein paar Länder weiter" aufhielt fragte ich ihn, ob er für das zweite Filmteam Regie führen würde. Er kam sofort, erweckte einen Anschein von Ordnung für die Second Unit und so ziemlich alles von ihm gedrehte Material kam dann auch in den Film. Ein großartiger, talentierter Kerl, der zusätzlich zu seiner Lehrtätigkeit und dem Schreiben von Romanen jetzt einige deutsche TV-Filme dreht.

In den Danksagungen erwähnen Sie Sheldon Lettich und Jim Van Bebber. Welche Verbindung haben die beiden zum Film?
    Neben vielen anderen in den Danksagungen erwähnten Leuten haben Sheldon Lettich und Jim Van Bebber über die Jahre hinweg verschiedene Schnittfassungen des Films gesehen und Rückmeldungen gegeben. Sie brachten interessante Gedanken und Ideen ein und ich bin sicher, durch ihre Beträge einen besseren Film gemacht zu haben.

Könnten Sie uns noch ein wenig über Ihren letzten Film, THE DEVIL'S DEN, erzählen? Und was können wir in der Zukunft von Jeff Burr erwarten?
    THE DEVIL'S DEN wurde für IDT und den amerikanischen SciFi-Channel gedreht. Im Grunde ist es eine neue Version von, eine Hommage an oder ein Rip-Off (sucht's euch aus!) von FROM DUSK TILL DAWN und VAMP. Zwei junge Typen verirren sich auf dem Heimweg von Mexiko, landen in einem Strip-Club und siehe da: Alle Stripperinnen sind eigentlich Ghoule! Ken Foree, Devon Sawa, Kelly Hu sowie Steven Schub spielen mit und es könnte ein großer Spaß werden. Allerdings hatten der Produzent und ich "kreative Differenzen" und so habe ich meinen Namen aus dem Film entfernen lassen. Das heißt nicht, dass der Film schlecht wird, aber er repräsentiert mein Schaffen nicht. The Devil's Den Was ich als nächstes machen werde weiß ich noch nicht so genau, aber es gibt da so eine low-budget-Komödie die mich interessieren würde und ich hoffe, sie heuer noch machen zu können. Das wäre eine angenehme Abwechslung, nachdem STRAIGHT INTO DARKNESS mich jahrelang ziemlich unter Druck gesetzt hat! Und wie ich erwähnt habe, hat den MIL MASCARAS-Film für mich das selbe Schicksal ereilt wie DEVIL'S DEN. Auch hier habe ich meinen Namen wegen künstlerischer Meinungsverschiedenheiten zurückgezogen. Ein entschlossener Regisseur scheint für low-budget-Filme zusehends anachronistischer zu werden. Man sollte Regisseure in kreativer Hinsicht einfach machen lassen, solange sie ihr Budget nicht überziehen, aber nur sehr wenige Produzenten teilen diese Ansicht. Ich denke, dieses Recht in 20 Jahren als Regisseur erworben zu haben und ich kann aufrichtig sagen, dass jeder meiner von Produzenten und Geldgebern beeinflussten Filme deutlich besser geworden wäre, hätte man mich meine Arbeit als Regisseur ungestört machen lassen. Ich bin an einem Punkt angelangt, wo ich möchte, dass die Fehler auf der Leinwand MEINE Fehler sind – nicht welche, die mir von außen aufgezwungen wurden. So ziemlich der einzige Weg um dies sicherzustellen wäre, absolute Indie-Filme zu drehen.... und genau das werde ich zwischen kommerzieller angelegten Projekten auch weiterhin machen.

Letzte Worte?
    Ich bedanke mich aufrichtig für euer Interesse an meiner Arbeit. Meine Filme bedeuten mir sehr viel, sie werden zu kleinen Teilen meines Lebens und wenn jemand sozusagen "meine Babyfotos sehen will" ist das schmeichelnd und anregend. Ich verspreche, mir auch weiterhin meinen Enthusiasmus und meine Hingabe für meine Filme zu erhalten. Ich hoffe, ihr seht sie euch auch weiterhin an und bitte erzählt den Leuten von STRAIGHT INTO DARKNESS. Um es mit den Worten eines eurer Landsleute zu sagen: Ihr werdet euch fragen, was zum Teufel mit diesem Jeff Burr nicht stimmt!. Das versuche ich selbst seit meiner Kindheit herauszufinden. Vielleicht kommen wir dem Rätsel zusammen auf die Schliche!

Ein herzliches Dankeschön für die Übersetzung geht an Stefan Mader




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