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KAPITELWAHL

SHOCK WAVE (Hong Kong 2017)

von André Becker

Original Titel. CHAI DAN ZHUAN JIA
Laufzeit in Minuten. 118

Regie. HERMAN YAU
Drehbuch. HERMAN YAU . ERIC LEE
Musik. JAN HUNG MAK
Kamera. KWONG-HUNG CHAN
Schnitt. WAI CHIU CHUNG
Darsteller. ANDY LAU . WU JIANG . JIA SONG . PHILIP KEUNG u.a.

Review Datum. 2020-04-04
Erscheinungsdatum. 2018-03-22
Vertrieb. KOCH MEDIA

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . KANTONESISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Die Zeiten, in denen jeder neue Actionfilm aus Hong Kong sehnsüchtig erwartet wurde, sind längst vorbei. Das Actionkino (und eigentlich die gesamte Filmindustrie) der ehemaligen Kronkolonie stirbt einen langsamen Tod. Mediale Aufmerksamkeit erhalten entweder die Werke aus anderen asiatischen Ländern oder die immens erfolgreichen, aber aufgrund der pathosdurchzogenen Inszenierung schwer erträglichen Festland-Streifen wie z.B. jüngst WOLF WARRIOR 2. Umso schöner, wenn es dann doch noch die kleinen Ausnahmen gibt. In Hong Kong produzierte, ordentlich in Szene gesetzte Genre-Filme, die in Punkto Haltung und Inszenierungsweise den Geist des Hong-Kong-Kinos der achtziger und neunziger Jahre aufleben lassen.

SHOCK WAVE gedreht vom alten Hasen Herman Yau ist wohl so etwas wie der Film zur rechten Zeit, denn so langsam aber sicher gerät die ehemalige Power dieser einstigen Hochburg des Actionkinos in Vergessenheit. Prominent besetzt mit Hauptdarsteller Andy Lau (der vergleichbar mit Tom Cruise in den letzten zwanzig Jahren kaum gealtert zu sein scheint) liefert Yau hier fast zwei Stunden adrenalingetränktes Krawall-Kino ab, dass mit rasanten Verfolgungsjagden (in der Eingangssequenz), schweißtreibende Bombenentschärfungsszenen und kompromisslos harten Baller-Sequenzen (das Finale hat es wahrlich in sich) so einiges zu bieten hat. Die Story: Reichlich dünn aber immerhin ohne Schnörkel im Sinne der Dramaturgie entwickelt.

Als ein stark befahrener Tunnel in Hong Kong von schwer bewaffneten Gangster besetzt wird, die drohen das millionenschwere Prestigeobjekt der Stadt zu sprengen, kann nur der erfahrene Bombenspezialist Cheung (Andy Lau) helfen. Dass die Kriminellen (u.a. überzeugend gemimt von Wu Jiang) zu allem entschlossen scheinen zeigt dabei nicht nur ihr kaltblütiges Verhalten gegenüber den im Tunnel festsitzenden Geiseln. Cheung rennt die Zeit davon, denn Schritt für Schritt beginnen die Gangster mit der Exekution Unschuldiger.

Abgesehen von den gewohnt schwach getricksten CGI, die ab und an das positive Gesamtbild stören, gibt es erfreulicherweise kaum Grund zum Meckern. Lau kann als Optimalbesetzung bezeichnet werden, die Action ist häufig, abwechslungsreich und stark inszeniert und Yau dreht kräftig an der Spannungsschraube. Positiv hervorzuheben ist außerdem, dass das Drehbuch bei den Nebenfiguren nicht danebengreift. Insbesondere Laus Freundin (Jia Song) ist nicht nur Love Interest, sondern eine zentrale Figur, die im Filmverlauf zusehends wichtiger wird. Daneben beweist Yau auch bei den Geiseln ein Händchen für Charaktere, die für eine emotionale Bindung seitens des Publikums sorgen. Insofern steigt mit jeder neuen Eskalationsstufe ebenso das Level auf dem man mitfiebert.

Wenn dann im großen Showdown dutzende Magazine leergeschossen und bei Polizei und Gangstern gleichermaßen Verluste zu verzeichnen sind, sitzt der Actionfan wunschlos glücklich in der ersten Reihe. So kompromisslos, rasant und mitreißend darf Action made in Hong Kong gerne öfter aussehen. John Woo, Ringo Lam, Tsui Hark, Kirk Wong, da war doch was. Filme wie SHOCK WAVE werden sicherlich nicht dazu führen, das einstige Renommee des Hong-Kong-Kinos wiederherzustellen. Sie sind aber definitiv der Weg in die richtige Richtung.

DVD.
Schön auch, dass das asiatische Kino immer wieder mit regelmäßigen Veröffentlichungen im deutschen Sprachraum präsent bleibt. Nach mehreren Aufführungen auf der großen Leinwand im Rahmen des Fantasy Film Fest 2017 hat man hierzulande dank Koch Media die Wahl zwischen DVD und Blu-ray. Während früher ein in Gewalt durchaus zeigefreudiger Film wie SHOCK WAVE wohl mit einer Erwachsenenfreigabe und mit zahlreichen Schnitten versehen veröffentlicht worden wäre, gibt es heutzutage eine Jugendfreigabe für die Uncut-Fassung. Über Bild und Ton können keine belastbaren Infos weitergegeben werden, da zur Besprechung lediglich ein Presse-Muster vorlag (das nicht der Qualität der regulären Verleih- und Verkaufsmedien entspricht). Die Synchronisation, soviel kann gesagt werden, ist allerdings ziemlich gut geworden. Bei Veröffentlichungen asiatischer Produktionen ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt.








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