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KAPITELWAHL

BEN & MICKEY VS. THE DEAD (USA 2012)

von André Becker

Original Titel. THE BATTERY
Laufzeit in Minuten. 97

Regie. JEREMY GARDNER
Drehbuch. JEREMY GARDNER
Musik. RYAN WINFORD
Kamera. CHRISTIAN STELLA
Schnitt. MICHAEL KATZMAN . ALICIA STELLA
Darsteller. JEREMY GARDNER . ADAM CRONHEIM . ALANA O'BRIEN . NIELS BOLLE u.a.

Review Datum. 2017-07-30
Erscheinungsdatum. 2014-04-25
Vertrieb. METEOR FILM

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
BEN & MICKEY VS. THE DEAD, der im Original eigentlich THE BATTERY heißt, ist ein kleiner, aber feiner Indie-Film über Freundschaft, Hoffnung, Musik und Langeweile. Mit schmalem Budget gedreht erzählt Regisseur, Drehbuchautor und Darsteller Jeremy Gardner in ruhigen Bildern und in einer betont unaufgeregten Tonart vom Überleben und Zeittotschlagen nach der Zombie-Apokalypse.

Ben (Jeremy Gardner) und Mickey (Adam Cronheim) sind eine der wenigen Überlebenden nach einer nicht näher erläuterten weltweiten Katastrophe, die dazu geführt hat, dass die Welt von Untoten heimgesucht wird. Beide haben sich mehr oder minder mit der Situation arrangiert und verbringen ihre Tage mit Baseballspielen, Musik hören und der Suche nach dem nächsten Schlafplatz. Ab und an müssen natürlich auch unliebsame Zombies ausgeschaltet werden. Eine Aufgabe, die (mit zum Teil sichtbarer Freude) vor allem Ben übernimmt, da es sein Kumpel einfach nicht übers Herz bringt unnötige Gewalt gegen die Untoten anzuwenden. Als Mickey durch Zufall mit einem Walkie-Talkie das Signal einer Gruppe von Überlebenden aufspürt ändert sich das Leben der beiden Freunde schlagartig.

Das Schöne an BEN & MICKEY VS. THE DEAD ist, dass der Film bis zum Schluss konsequent bleibt und seine Charaktere in jeder Sekunde absolut ernst nimmt. Der Großteil der Laufzeit fokussiert sich Gardner darauf die Beziehung der beiden Hauptprotagonisten in jeder Facette zu beleuchten und darüber hinaus ihr Verhältnis zur postapokalyptischen Welt aufzuschlüsseln. Eine wirklich ernstzunehmende Bedrohung für die beiden Charaktere wird dabei erst im letzten Drittel in den Filmverlauf eingebaut. Diesbezüglich generiert der Film mit einfachsten Mittel ein unheimlich beklemmendes Bedrohungsszenario.

Die treffsicher inszenierte Darstellung der ermüdenden alltäglichen Tristesse, die Ben und Mickey Tag für Tag in nicht enden wollender Wiederholung erleben, weicht nun einem kammerspielartig aufgezogenen Lehrbeispiel purer menschlicher Verzweiflung. BEN & MICKEY VS. THE DEAD wird somit auf den letzten Metern doch noch zu einem waschechten Zombie-Film, zumindest was die Stimmung und nihilistische Grundaussage angeht. Hier macht es dann auch Sinn Parallelen zu den ganz großen Klassikern zu ziehen, denn Gardners Debütfilm erzeugt in diesen Momenten eine ganz eigene, sehr intensive Atmosphäre, die tatsächlich noch lange nachwirkt.

Es ist auf jeden Fall beeindruckend wie leichtfüßig es den Beteiligten gelingt Tragikomödie, Drama und waschechten Horror unter einen Hut zu bringen. Der tolle Soundtrack, die spielfreudigen Darstellern und die wohlüberlegt ausformulierten Dialogen sorgen dafür, dass die mit zahlreichen Preisen geehrte Produktion auf weiteren Ebenen vollauf punkten kann. Auch wenn das geringe Budget in so mancher Szene allzu deutlich durchscheint, ist jederzeit erkennbar dass in jeder Einstellung viel Herzblut steckt.

Jenseits selbstzweckhafter Gewaltdarstellungen und überdrehter Comedy-Einlagen wirft die Produktion schlussendlich auch existentielle und zivilisatorische Fragen auf. Wer sind wir? Wo verorten wir uns? Und wer wollen wir letztendlich sein? Das Gardner es schafft diese Themen im engen Korsett eines No Budget Films abzuhandeln ist ungewöhnlich und eindrucksvoll zugleich. Insofern ist der bereits vielfach ausgesprochene Status als Geheimtipp absolut berechtigt und eine uneingeschränkte Empfehlung an dieser Stelle nur folgerichtig.

DVD.
Die deutsche Veröffentlichung ist in mehreren Ausführungen (z.B. in der Limited Edition im Steelbook) erhältlich. Alle Fassungen sind ungekürzt und enthalten die deutsche und englische Tonspur. Obwohl die Synchronisation hierzulande absolut professionell daherkommt, empfiehlt es sich die Original-Tonspur anzuwählen, da die englischsprachigen Dialoge viel zu der sehr speziellen Stimmung des Films beitragen.








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