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KAPITELWAHL

CODE OF HONOR - RACHE IST SEIN GESETZ (USA 2016)

von Hasko Baumann

Original Titel. CODE OF HONOR
Laufzeit in Minuten. 102

Regie. MICHAEL WINNICK
Drehbuch. MICHAEL WINNICK
Musik. MICHAEL JOHN MOLLO
Kamera. ANTHONY EPSTEIN
Schnitt. RLBERT FERRETT
Darsteller. CRAIG SHEFFER . STEVEN SEAGAL . JAMES RUSSO . LOUIS MANDYLOR u.a.

Review Datum. 2017-01-15
Erscheinungsdatum. 2016-08-11
Vertrieb. EUROVIDEO

Bildformat. 1.78:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DTS/DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Ah, der neue Seagal von Keoni Waxm... was? Der ist gar nicht von Keoni Waxman? Wie kann das denn sein, der Waxman ist doch quasi der Einzige, den Fat Stevie noch an sich ranläßt? Haus- und Hofregisseur und ja tatsächlich auch der einzige, der noch annehmbare Filme rund um die Kampftonne baut! Nun haben wir hier eine gewissen Michael Winnick, der Filme wie GUNS, GIRLS AND GAMBLING (?) im Portfolio hat. Bei CODE OF HONOR hat er gleich so gut wie alles selber gemacht, aber das dürfte doch wohl kaum der ausschlaggebende Grund für den notorisch eigensinnigen Stevie gewesen sein, ausgerechnet bei diesem Heuler mitzumachen. Wenn man sich selbigen - unter nicht zu unterschätzenden Schmerzen - zu Gemüte führt, versteht man aber recht schnell, was die eigentliche Motivation war: Winnick hat Seagal einen Part auf den voluminösen Leib geschrieben, der ihm ein Minimum an Bewegung abverlangt! Hurra! Sitzen geht halt auch noch ohne Double!

Stevie präsentiert hier nicht einmal mehr die mittlerweile patentierte, bewusst undynamische Variation seiner Kampfkunst (er steht wie ein Faß in der Mitte und die Bösen prallen von ihm ab), sondern macht es sich direkt auf einem Schornstein bequem und ballert die Drogendealer und Kleinkriminellen mit dem Scharfschützengewehr über den Haufen. Das wird einem übrigens mit skandalös schlechten Bluteffekten aus dem Rechner dargeboten, also Geschmadder ohne Sinnlichkeit und damit auch ohne Sinn. Damit das gleich klar ist: Das zieht sich so durch den ganzen Film. Da gibt es mittig eine Szene, in der Buddha-Seagal mehr oder minder wahllos Junkies ausknipst, da greifen vielbemühte Kategorien wie "Troma" oder "Asylum" längst nicht mehr, das sind "Effekte", wie sie sich selbst die deutsche Amateurriege der späten 90er nicht anzubieten getraut hätte. Der Spaß ist also im Grunde schon vorbei, bevor er begann, aber hey, es gibt natürlich sowas wie nen Plot, wenn es denn sein muß...

Stevie "spielt" Colonel Robert Sikes, der auf seinem Rachfeldzug die Stadt von allem Kroppzeug befreit. Gemütlich snipert er das Gesindel aus der Deckung weg und verschwindet dann lässig wieder im Unterholz. Helfen kann da wohl nur sein alter Kumpel William Porter, der der Polizei seine Hilfe anbietet. Auftritt Craig Sheffer, nach einem kurzen Karrierehoch Anfang der 90er nun auch schon seit Ewigkeiten Dauergast im unteren Videothekenregal. Sheffers Auftritt kann man leider nicht charmant umschreiben, er platzt fast aus dem schlecht sitzenden Anzug und latscht offenmaulig herum wie ein alter Affe, der mit Kot nach Zoobesuchern werfen will. Die Zeit bis zum Showdown wird gestreckt mit Zeitlupenaufnahmen von betont unsexy Stripclub-Auftritten sowie hüftsteifen Prügeleien vom dicken Craig (nicht vom dicken Stevie) und weiteren Blutfontänen aus dem 64er. Irgendwann sitzen die zwei dummen Cops in einem Hubschrauber. Also, die Darsteller sitzen irgendwo, aber nicht in dem Hubschrauber: Das ist die wohl schlechteste Greenscreen-Aufnahme aller Zeiten.

Am Ende stehen sich dann Sheffer und Seagal gegenüber zum finalen Butchfight. Survival of the fattest. Stevie macht kurz ein zwar Moves, dann übernimmt sein sportliches Double als Schattenriß. CODE OF HONOR bewegt sich hier schon auf die absurd übertriebene 100-Minuten-Marke zu. Zu diesem Zeitpunkt hat sich der Film auf der oben von MARKED FOR DEATH abgesteckten, unten aber offenbar völlig offenen Seagal-Skala auf einem der allerletzten Plätze eingeordnet. Und der Bart. Stevie. Das sieht doch schon fast aus wie beim Glööckler.

DVD.
Die DVD ist in Ordnung. Die Synchro geht sogar einigermaßen. Belle als Seagal, naja, ist ja jetzt schon seit Jahren so.








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