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KAPITELWAHL

REVENGE FOR JOLLY! (USA 2013)

von André Becker

Original Titel. REVENGE FOR JOLLY!
Laufzeit in Minuten. 84

Regie. CHADD HARBOLD
Drehbuch. BRIAN PETSOS
Musik. DAVE FLEMMING . JUSTIN HORI
Kamera. DAVID KATZ
Schnitt. VITO DESARIO . MICAH SCARPELLI
Darsteller. BRIAN PETSOS . OSCAR ISAAC . ADAM BRODY . RYAN PHILLIPPE u.a.

Review Datum. 2016-10-29
Erscheinungsdatum. 2014-03-21
Vertrieb. CAPELIGHT PICTURES

Bildformat. 2.35:1 (1080p)
Tonformat. DEUTSCH (DTS-HD 7.1) . ENGLISCH (DTS-HD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. B

FILM.
REVENGE FOR JOLLY ist ein recht austauschbarer aber dennoch überwiegend unterhaltsamer Tarantino-Verschnitt mit ein paar souverän eingebauten Gastauftritten von (meist ehemaligen) Stars und Sternchen. Wie so oft gilt auch hier: Das hat man alles schon mal origineller, lustiger, kaltschnäuziger, grobschlächtiger und generell einfach besser gesehen. Wesentlich miesere Genre-Vertreter gibt es allerdings auch zuhauf.

Das Leben des Kleinkriminellen Harry (Brian Petsos) ist wahrlich nicht spektakulär. Ein paar kleine Gelegenheitsgaunereien hier und da und regelmäßige Sauftouren mit seinem Kumpel Cecil (Oscar Isaac) bestimmen seinen nicht unbedingt abwechslungsreichen Alltag. Harrys Ein und Alles ist seine Hündin Jolly, die er abgöttisch liebt und die ihm Trost und Hoffnung spendet. Als Harry nach einer durchzechten Nacht Jolly erhängt in seiner ranzigen Wohnung vorfindet bricht für ihn eine Welt zusammen. Gemeinsam mit seinem Buddy begibt er sich auf die Suche nach den Mördern. Schnell ziehen die zunehmend alkoholisierten Freunde eine Blutspur durch die Stadt. Der Zahl der Leichen wächst unaufhörlich, aber Harry und Cecil sind Jollys Mörder dicht auf den Versen.

Das Cover von REVENGE FOR JOLLY ist eine ziemliche Mogelpackung. Die aufgeführten Stars sind überwiegend in Cameos (u.a. Elijah Wood, Ryan Phillipe) zu sehen. Immerhin sind diese zum Teil halbwegs witzig geraten. Insbesondere die Situation rund um den Gastauftritt von Kristen Wiig gefällt und hebt sich positiv vom Rest des Films ab. Ansonsten ist bei den Cameos lediglich der lässige Schnäuzer von Ryan Phillippe erwähnenswert. Die wirklichen Hauptrollen übernehmen Brian Petsos und der Newcomer Oscar Isaac. Beide machen ihre Sache auch ganz gut und agieren glaubhaft in ihren jeweiligen Rollen. Darstellerisch ist der Film also ganz brauchbar.

Die gesamten Charaktere sind dabei durch die Bank weg schrullige Loser-Typen, die ein durchweg sonderbares Verhalten an den Tag legen. Besonders einfallsreich ist das Drehbuch diesbezüglich nicht. Die Figuren, die einem der Film vorsetzt, kommen einem mitunter seltsam bekannt vor. Ihre Verhaltensmuster, Macken und Sonderheiten wirken vertraut. Alte Bekannte, in vermeintlich neuen misslichen Situationen. Immerhin macht der Film bis zum Schluss keine Kompromisse und leistet sich keine großartigen Ungereimtheiten oder peinlichen Schnitzer.

Hin und wieder blitzen in den Dialogszenen gar erstaunlich hintersinnige melancholische Zwischentöne auf, die REVENGE FOR JOLLY auf ein unerwartet hohes erzählerisches Niveau katapultieren. Diese Momente sind allerdings meist so schnell wieder vorbei, dass man sich mitunter fragt, ob diese Dialoge überhaupt stattgefunden haben.

REVENGE FOR JOLLY eignet sich somit primär für den schnellen Snack zwischendurch: Herbe Gewalt, mal mehr, mal weniger lustige Situationskomik, gleichermaßen sinnfreie wie lakonische Dialoge, ansehnliche Darsteller und ein simples, aber nichtsdestotrotz auf den Punkt geschriebenes Drehbuch. Unter den dutzenden Tarantino-Epigonen macht es sich der Film irgendwo im Mittelfeld bequem. Irgendwie bekommt man somit genau das was man erwartet. Einen kleinen B-Film ohne Überraschungen der zu Ende ist, bevor es langweilig wird und sich Ermüdungserscheinungen einstellen. Und das ist durchaus als klitzekleines Kompliment zu verstehen.

BLU-RAY.
Die hier rezensierte Blu-ray bietet tolle Bild- und Tonqualität und eine saubere Synchronisation. Die Verleih- und Verkaufsfassung sind beide ungekürzt mit einer KJ-Freigabe erschienen. Das Cover der deutschen Veröffentlichung unterscheidet sich dabei durch einen kleinen aber feinen Unterschied vom Original-Posterlayout.








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