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KAPITELWAHL

MOBSTERS - DIE WAHREN BOSSE (USA 1991)

von André Becker

Original Titel. MOBSTERS
Laufzeit in Minuten. 112

Regie. MICHAEL KARBELNIKOFF
Drehbuch. MICHAEL MAHERN . NICHOLAS KAZAN
Musik. MICHAEL SMALL
Kamera. LAJOS KOLTAI
Schnitt. JOE D'AUGUSTINE . SCOTT SMITH
Darsteller. CHRISTIAN SLATER . COSTAS MANDYLOR . RICHARD GRIECO . PATRICK DEMPSEY u.a.

Review Datum. 2016-08-21
Erscheinungsdatum. 2012-11-23
Vertrieb. EXPLOSIVE MEDIA/CBS DVD

Bildformat. 1.77:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Es ist noch gar nicht so lange her, da gehörte Christian Slater zu den begehrtesten Jungstars der Traumfabrik. Mittlerweile sieht man Slater primär in zweitklassigen B-Filmen. Kleine Rollen in Kinoproduktionen wie z.B. in Walter Hills Comeback-Versuch SHOOTOUT sind eher die Ausnahme. In der Vergangenheit hatte Slater aber durchaus einige denkwürdige Auftritte.

Ob nun als liebeskranker Kleinkrimineller in TRUE ROMANCE als Kampfpilot in OPERATION BROKEN ARROW, oder als schräge Type in HEATHERS. Slater war selten überragend, aber sein souveränes Schauspiel und sein schnöder Charme brachten ihm einige Sympathiepunkte bei Publikum und Kritikern ein. Neben einer Handvoll gelungener Werke weist Slaters Filmografie noch zahlreiche mehr oder minder vergessenswerte Produktionen aus, die bereits zur Entstehungszeit wenig Aufmerksamkeit generieren konnten. Zu diesen Werken zählt auch MOBSTERS - DIE WAHREN BOSSE. Ein reichlich unausgegorener, aber immerhin noch recht unterhaltsamer Gangsterfilm, der einzig und allein mit einer seinerzeit sicherlich sehr illustren Besetzung überrascht.

Der Film erzählt, in zugegebenermaßen ausgesprochen erlesenen Bildern, vom Aufstieg und Fall der Gangster Charlie Luciano (Slater), Meyer Lansky (Patrick Dempsey, der später zur festen Besetzung des TV-Dauerbrenners GREYS ANATOMY wurde), Frank Costello (Costas Mandylor, im Kino in mehreren SAW-Teilen zu sehen) und Bugsy Siegel (Richard Grieco, Hauptrolle in der halbwegs erfolgreichen Serie BOOKER). Alles beginnt recht harmlos als die italienischstämmigen Luciano und Lansky in den heruntergekommenen Straßen der Lower East Side in New York auf die jüdischen Lansky und Siegel treffen. Nach dieser schicksalhaften Begegnung steigen die Kleinkriminellen mit vereinten Kräften in der New Yorker Unterwelt zu gefürchteten Männern auf, die sich ihren Weg nach oben mit unbarmherziger Härte erkämpfen. Das gefällt natürlich vor allem den alteingesessenen Gangstern wenig und obwohl Luciano und Co. erste Bündnisse mit weiteren Bossen anpeilen dauert es nicht lange und die jungen Wilden stehen auf der Abschussliste.

MOBSTERS - DIE WAHREN BOSSE wäre gern ein ausschweifendes Gangsterepos mit bedeutungsschwangeren Dialogen, vielschichtigen Charakterzeichnungen und einer detailgetreuen Abbildung des New Yorks der zwanziger Jahre. Unterm Strich reicht es allerdings gerade mal für einen kleinen Gangsterstreifen, der streckenweise einfach zu verbissen großes Kino sein will und dabei vergisst seine wahren Stärken auszuspielen. Gute Ansätze sind auf jeden Fall vorhanden. Die Darsteller leisten solide Arbeit, die Ausstattung ist durchaus vorzeigbar und einige knallige, mit der nötigen Härte versehene Actionszenen halten das Tempo auf einem angenehm hohen Level.

Pluspunkte sammelt MOBSTERS - DIE WAHREN BOSSE zudem mit seinen Antagonisten (allen voran Robert Z'Dar). Diese sind herrlich Bad Ass und verorten den Film deutlich im B-Filmmilieu, was dem Unterhaltungswert sehr zuträglich ist, die angestrebte Zuordnung als ernstzunehmendes Epos aber zusätzlich erschwert. Darüber hinaus ist das Drehbuch ein bisschen zu sehr darum bemüht Tiefgang zu erzeugen, was angesichts der teils arg schablonenhaften Charaktere und der vorhersehbaren Story-Twists überwiegend einfach nicht gelingen mag.

Ferner schafft es der Film nicht eine durchgängige Dramaturgie aufzubauen. Trotz mehrerer mitunter mitreißender Abschnitte, hängt MOBSTERS - DIE WAHREN BOSSE mehrfach durch und konzentriert sich zu sehr auf uninteressante Nebenaspekte seiner eh schon ziemlich aufgeblasenen Geschichte. Echte Dringlichkeit wird also nie aufgebaut. Und wirkliche Spannung ist ebenfalls Mangelware. Demgegenüber wirken viele Abschnitte seltsam unfertig und auch die eine oder andere Nebenrolle hätte mehr Screentime benötigt, etwa der von Anthony Quinn großartig gespielte Don Giuseppe Masseria.

MOBSTERS - DIE WAHREN BOSSE spielt freilich nicht in der Königsliga der Gangsterfilme mit. Letztlich schafft es Regisseur Michael Karbelnikoff (F.T.W- - TIEFER ALS HASS) aber das man bis zum Ende dabei bleibt und trotz zäher Parts nicht komplett abschaltet. Das ist zwar nicht viel und nichts womit man sich großartig von vergleichbaren Produktionen abgrenzen könnte, führt allerdings dazu, dass die genannten Mängel nicht so schwer ins Gewicht fallen und der Film schlussendlich einen besseren Eindruck hinterlässt, als er eigentlich sollte. Und das ist dann auch wieder eine Leistung.

DVD.
Digital remastered prangt in dicken Lettern auf dem Cover der Veröffentlichung von Explosive Media. So richtig bombastisch ist die Qualität der hier besprochenen DVD dennoch nicht. Das Bild ist nicht wirklich scharf und der Ton rumpelt arg vor sich hin. Und wenn schon, besser wird man den Film höchstwahrscheinlich eh nicht zu Gesicht bekommen. Immerhin wird der Streifen in der ungekürzten Version und im Wendecover präsentiert. Ebenso als Blu ray erhältlich.








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