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KAPITELWAHL

DAS GRÜNE BLUT DER DÄMONEN (Großbritannien 1967)

von Florian Feick

Original Titel. QUATERMASS AND THE PIT
Laufzeit in Minuten. 94

Regie. ROY WARD BAKER
Drehbuch. NIGEL KNEALE
Musik. TRISTRAM CARY
Kamera. ARTHUR GRANT
Schnitt. JAMES NEEDS . SPENCER REEVE
Darsteller. JAMES DONALD . ANDREW KEIR . BARBARA SHELLEY . JULIAN GLOVER u.a.

Review Datum. 2014-10-20
Erscheinungsdatum. 2013-12-20
Vertrieb. ANOLIS

Bildformat. 1.66:1 (1080p)
Tonformat. DEUTSCH (DTS-HD 2.0) . ENGLISCH (DTS-HD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. B

FILM.
London in den 1960er-Jahren: Bei U-Bahn-Gleisarbeiten stößt einer der Arbeiter auf den Schädel eines menschenähnlichen Skelettes. Der konsultierte Paläontologe Dr. Matthew Roney schätzt sein Alter auf sagenhafte fünf Millionen Jahre. Nach weiteren Ausgrabungen tritt auch eine große fremdartige Kapsel zutage, die vom ebenfalls anwesenden Militär kurzerhand für einen deutschen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gehalten wird. Das Gebiet wird umgehend abgesperrt, Spezialisten hinzugezogen (darunter auch der titelgebende Prof. Bernard Quatermass) und die Öffentlichkeit allmählich neugierig. Quatermass, von Andrew Keir dargestellt und Sean Connery erstaunlich ähnlich, sieht in den Funden den Beweis für einen außerirdischen Besuch vor mehreren millionen Jahren, das Militär pocht auf die verharmlosende Blindgänger-Theorie - und währenddessen häufen sich die seltsamen Vorkommnisse unter der Erde.

Die Horror- und Science Fiction-Filme von Hammer sind und waren seit jeher für kostengünstig, jedoch liebevoll kreierte Effekte, explizite Gewaltdarstellungen, einen gewissermaßen einzigartigen Trash-Charme und als filmische Geburtsstätte Christopher Lees bekannt, was im Laufe der Jahre zur Entwicklung eines gewissen Kultstatus einzelner Werke beigetragen hat. DAS GRÜNE BLUT DER DÄMONEN, der dritte Teil der sogenannten Quatermass-Trilogie (1955-1967), beschäftigt sich mit dem Konflikt zwischen Glaube und Rationalität, dient also somit mehr der Zeichnung einer mit satirischen Spitzen versehenen Karikatur über den Kampf zwischen Militär, Wissenschaft und Religion, anstatt daraus eine reine Effekt-Demonstration zu machen. Tatsächlich ist der erstmals 1967 veröffentlichte Film sogar von ausgesprochen ernster und vernünftiger Natur, seine Dramaturgie ließe sich fast schon als behäbig bezeichnen, so unspektakulär geriert sie sich. Die Effekte sind mal überraschend gelungen, manchmal ein Totalausfall, wobei Letzteres leider ausgerechnet in wichtigen Schlüsselszenen der Fall zu sein scheint und das Werk damit beinahe der Lächerlichkeit preisgibt. Dies stört jedoch nicht in dem Maße, dass der Film dadurch ungenießbar wäre, denn so lässt sich das Hauptaugenmerk immerhin ganz auf die inneren Werte richten.

Schon ein Jahr vor Stanley Kubricks wegweisendem 2001: A SPACE ODYSSEY griff Drehbuchautor Nigel Kneale Motive Arthur C. Clarkes auf und verarbeitete mithilfe von Regisseur Roy Ward Baker die Vorstellung der von Außerirdischen beeinflussten menschlichen Evolution. Munter verquickt er durchwachsene Spezialeffekte und bedrohliche Telekinese-Sequenzen mit einer Thematik, welche die christliche Schöpfungsgeschichte kritisch beäugt und ganz nebenbei noch versucht, den Ursprung unserer Vorstellung von religiösen Geistwesen zu ergründen.

Das menschliche Streben nach Fortschritt führt dazu, dass uns die Vergangenheit mehr als einmal wieder einholt. So ist einzig und allein das Ausbauungsvorhaben der Londoner U-Bahn für die Entfesslung des Chaos, dem Öffnen von Pandoras Büchse gleich, verantwortlich. Inmitten all der Wirrnis scheinen einzig und allein die verschiedenen Forscher - und an ihrer Spitze Professor Quatermass - in der Lage, einen klaren Blick zu wahren. Am bitteren Ende muss sich der Mensch vom ballastartigen Aberglauben an Dämonen und Teufel befreien, indem er ihn mithilfe einfacher Physik erdet. Der Film gewordene Triumph der Wissenschaft über die veraltete Theologie.

BLU-RAY.
Das Bild der Blu-ray überzeugt durch kräftige Farben und eine gute Bildschärfe, wenngleich der Schwarzwert ruhig ein kleines bisschen höher hätte sein dürfen. Die Extras glänzen mit gleich zwei Audiokommentaren, diversen Interviews der Filmcrew, einer Bildergalerie sowie der Super-8-Fassung des Films. Die Hülle selbst ist mit einem Wende-Cover ausgestattet. Hier hat Anolis wirklich vorbildliche Arbeit geleistet.








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