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KAPITELWAHL

DIE MASKE DES ROTEN TODES (Großbritannien 1964)

von Florian Feick

Original Titel. THE MASQUE OF THE RED DEATH
Laufzeit in Minuten. 90

Regie. ROGER CORMAN
Drehbuch. EDGAR ALLAN POE . CHARLES BEAUMONT . R. WRIGHT CAMPBELL
Musik. DAVID LEE
Kamera. NICOLAS ROEG
Schnitt. ANN CHEGWIDDEN
Darsteller. VINCENT PRICE . HAZEL COURT . JANE ASHER . DAVID WESTON u.a.

Review Datum. 2013-10-26
Erscheinungsdatum. 2013-06-21
Vertrieb. KOCH MEDIA

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Im mittelalterlichen Europa scharrt der religiöse Adelige Prinz Prospero (Vincent Price) die nachbarschaftliche Oberschicht zum grotesken Maskenball um sich, während rund um das Schloss die Pest, der Rote Tod, lauert und jeden verzehrt, der sich nicht genügend Schutz leisten kann. Kurz zuvor noch entführte er in einem Anfall sadistischer Überlegenheit die hübsche junge Bäuerin Francesca, während er machttrunken nahgelegene Dörfer ausbeutete. Während Francesca inmitten bestialischer Riten immer apathischer zu werden droht, nähert sich die Feier-Gesellschaft einem ganz anderen Höhepunkt mit ungeahnten Ausmaßen.

Roger Corman, der sogenannte "King of B-Movies", wagt sich mit DIE MASKE DES ROTEN TODES an eine Interpretation der berühmten, nicht gerade leicht verfilmbaren Edgar Allen Poe-Kurzgeschichte rund um Religion, Fanatismus und eine grausamen Zwei-Klassen-Gesellschaft. Die Architektur des surrealistisch inszenierten Schlosses, dem heimlichen zweiten Antagonisten, begeistert mit bedrückender Symbolik und die Kostümpracht darf sich trotz ihres nunmehr hohen Alters auch heute noch sehen lassen. Die Kameraarbeit Nicolas Roegs, der hier einen seiner ersten Auftritte als Kameramann absolviert hat, besticht durch elegische Momentaufnahmen zerbrechlicher Ruhe, bleibt ansonsten jedoch weitestgehend unauffällig.

Der Sensenmann erscheint in Form eines Mannes in rotem Gewand; so rot wie das Symbol des Teufels, zu dem Prospero und seine Jünger täglich beten. Satan ist die Wahrheit und Wahrheit ist Leid. Tod und Verderben haben die Welt seit Menschengedenken heimgesucht, Liebe und Gnade sind schon längst vom gottverlassenen Antlitz dieser Erde verschwunden. Verleugne nicht die Wahrheit, ehre und huldige ihr, indem du dich ihr anschließt und die Welt zu einem grausameren Ort machst. Dagegen anzukämpfen ist zwecklos; Gott ist tot - gebe dich dem Schmerz hin.

Es ist zweifelsohne zu einem Großteil der renommierten Vorlage des großen Poe zu verdanken, dass Cormans Adaption nicht gänzlich zu einem effekthascherischen Low Budget-Film verkommt. Der Versuch, Grusel durch plumpe Jump-Scares zu generieren, dürfte damals schon nicht besonders gut funktioniert haben und tut es heute erst recht nicht. Was bleibt, ist eine solide filmische Umsetzung der spannende Themen verhandelnden Vorlage, der es jedoch deutlich an prägnanten Momenten und dichter Stimmung mangelt. Price' einnehmendes Schauspiel verschafft dem 1967 veröffentlichten Film zwar hin und wieder atmosphärisch intensive Momente, letzten Endes bleibt seine Figur jedoch zu schemenhaft formuliert, um nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben. Der Tod hat viele Gesichter im bizarren Karneval namens Leben - Gott und Luzifer sind keine davon.

DVD.
Das Bild der DVD-Neuauflage besticht durch ein über weite Strecken detailliertes Bild, neigt bei größeren Kameraschwenks jedoch zu starker Bewegungsunschärfe. Das Bonusmaterial kommt mit diversen mittellangen Interviews, einer stark komprimierten Super8-Fassung des Films sowie einem interessanten TV-Special daher; gehört mit seiner relativ üppigen Ausstattung also zur gehobenen Mittelklasse.








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