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KAPITELWAHL

14 SCHWERTER (China 2011)

von André Becker

Original Titel. LEGENDARY AMAZONS
Laufzeit in Minuten. 104

Regie. FRANKIE CHAN
Drehbuch. FRANKIE CHAN
Musik. ROC CHEN
Kamera. WU RONGJIE
Schnitt. CHENG LONG
Darsteller. CECILIA CHEUNG . RICHIE YEN . CHENG PEI-PEI . YUKARI OSHIMA u.a.

Review Datum. 2013-01-08
Erscheinungsdatum. 2012-06-29
Vertrieb. SPLENDID

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . MANDARIN (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . NIEDERLÄNDISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Mit dem Remake des Shaw Brothers Klassikers 14 AMAZONS (deutscher Kinotitel: DIE RACHE DER GELBEN TIGER) haben Regisseur Frankie Chan und Produzent Jackie Chan dem Publikum fürwahr keinen Gefallen getan. Während das Original als blutige Schlachtplatte mit starken Frauenrollen, diabolischen Bösewichtern und erinnerungswürdigen Fights in staubiger Landschaft Akzente setzen konnte, kommt das Remake als knallbuntes, hoffnungslos schnulziges Spektakel mit erschreckend schlecht besetzten Rollen daher.

Im 11. Jahrhundert unterdrückt der despotische Kaiser Renzong das chinesische Volk. Korruption und Intrigen bedrohen die Stabilität des Reiches. Die Song-Dynastie scheint am Ende. Yang Zongbao (blass und gelangweilt: Richie Yen), einer der letzten Männer des Yang-Clans, hat es sich jedoch zur Aufgabe gemacht die Dynastie um jeden Preis und vor inneren und äußeren Feinden zu beschützen. Als Zongbao während eines Kampfes verschwindet, scheint nicht nur die Dynastie bedroht sondern auch die Zukunft des Yang Clans. Seine Frau Mu Guiying (Cecilia Cheung) fasst schließlich den Entschluss gemeinsam mit den Frauen gefallener Soldaten nach ihrem Mann zu suchen und sich den Feinden zu stellen. Eine Odyssee voller Gefahren und Fallen beginnt.

Auch wenn man das starke Original mal ganz außer Acht lässt, bleibt 14 SCHWERTER als Film eine Totalkatastrophe. Zunächst einmal erzählt Regisseur Chan die Story ohne jedes Gespür für Dramaturgie. Trotz ständiger Scharmützel macht sich schnell Langeweile breit, was sicherlich auch der lahmen Choreographie der Kämpfe geschuldet ist. Aufgrund der miesen Darsteller und Darstellerinnen (war selten schlechter: Cecilia Cheung) sowie der eindimensional angelegten Charaktere bleibt natürlich auch ein Mindestmaß an Interesse für das Schicksal der Hauptfiguren aus. Wer nun, wann durch welche Aktion von der Bildfläche verschwindet ist daher auch ziemlich schnuppe. Als Zuschauer hat man bereits nach kürzester Zeit jegliche Empathie für die Figuren verloren. Schlimmer wird es auf jeden Fall aber noch, durch die Fülle an pathetischen und schnulzigen Szenen, die sich die Macher scheinbar nicht verkneifen konnten und die dem Film jede Menge Fremdschäm-Momente bescheren. Hinzu kommen die furchtbar bunten und mitunter ebenfalls recht billig wirkenden Kostüme. Das sieht alles viel zu sehr nach Kindergeburtstag und Verkleidungsorgie aus, was einfach so gar nicht zu der gänzlich ironiefreien Inszenierung passen will.

14 SCHWERTER ist insofern eine furchtbar öde und zusätzlich noch anstrengend aufdringliche Angelegenheit geworden. Schlechte Darsteller, kaum vorhandene Spannung, dürftige Choreographie der Actionsequenzen - es ist müßig alle Defizite aufzuzählen. Auch das eigentlich wunderbare Wüstensetting wird verschenkt und von den knallbunten Rüstungen und Kostümen konterkariert. Ach ja, irgendwo unter den Darstellerinnen versteckt sich doch tatsächlich Yukari Oshima, die irgendwann mal in den späten achtziger und neunziger Jahren ein paar denkwürdige Auftritte als schlagkräftige Kämpferin hatte. Unvergesslich ihre Szenen in IRON ANGELS oder BURNING AMBITION. Aber das soll hier nur als Fußnote stehen bleiben, denn letztendlich fällt sie in dem Gewirr aus bunten Kostümen, Schmalz und Rührseligkeit ohne jeden Tiefgang nicht wirklich auf.

Wer wirkliche Girl-Power sehen will, sollte sich also lieber das Original anschauen, das es nach wie vor auf DVD nur über den Import und ohne deutsche Tonspur zu sehen gibt. Dennoch, es lohnt sich, ganz im Gegensatz zum Remake, über das schnellstmöglich der Mantel des Schweigens gehüllt werden sollte.

DVD.
Bild- und Tonqualität der DVD aus dem Hause Splendid sind wie gewohnt grandios. Wie so oft bei der Auswertung asiatischer Produktionen hierzulande ist die Synchronisation nicht zu 100% überzeugend geworden. Deutsche Untertitel für den Originalton werden aber angeboten.








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